Amazon kann die von US-Behörden für die Genehmigung des eigenen Satelliten-Internets verlangte Anzahl von Satelliten nicht in den Orbit bringen. Bis Ende Juli sollen es 1618 sein, aber bislang zählt Amazon Leo nur 180. Jetzt wurde eine Fristverlängerung beantragt, wobei Amazon zuversichtlich ist, das Ziel von 3236 Satelliten bis 2029 zu schaffen. Derweil herrschen turbulente Zeiten bei Paypal. Der CEO muss gehen, da der Verwaltungsrat mehr erwartet hatte. Die vorgelegten Quartalszahlen enttäuschen zudem die Finanzanalysten, die Aktie kracht. Der neue Chef kommt von HP, das darauf nicht vorbereitet war. Der Computerkonzern setzt ihn umgehend vor die Tür. Das betrübt die HP-Anleger. In Deutschland möchte der Bundesinnenminister den Verfassungsschutz zur IKT-Abwehr einsetzen und das Trennungsgebot aufweichen. Das stößt auf verfassungsrechtliche Bedenken. Denn für operative Maßnahmen gibt es Bundesnachrichtendienst und Polizeibehörden, die transparent und unter gerichtlicher Kontrolle arbeiten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Amazon hat die US-Telekommunikationsbehörde FCC um eine Fristverlängerung für den Aufbau des eigenen Satellitennetzwerks Leo gebeten. Die im Juli 2020 erteilte Genehmigung des zuvor als Project Kuiper bekannten Satelliten-Internets verlangt, dass der Konzern 1618 Satelliten bis 30. Juli 2026 in den Orbit bringt. Doch bislang sind es erst 180 und Amazon gibt nun zu, die geforderte Anzahl bis Fristende nicht mehr zu schaffen. Deshalb hat das Unternehmen bei der FCC einen Aufschub von 24 Monaten beantragt. Amazon begründet dies mit Verzögerungen bei Raketenstarts, schwierigen Wetterbedingungen, technischen Problemen und der Bevorzugung von Regierungsaufträgen durch die Raketenbetreiber: Amazon benötigt mehr Zeit für den Aufbau seines Satellitennetzwerks Leo.
Paypals Verwaltungsrat ist mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden und hat CEO Alex Chriss mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Er hat nicht genügend Händler dazu überreden können, an der Kasse das Paypal-Logo prominent zu platzieren und so Verbraucher zur Nutzung des Bezahldienstes samt teurer Konsumkredite zu leiten. Am 1. März soll der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Enrique Lores das Amt des Chief Executive Officers übernehmen. Im Hauptberuf war Lores seit über sechs Jahren CEO bei HP, wo er davor schon drei Jahrzehnte gearbeitet hatte. HPs Verwaltungsrat war auf den Wechsel offenbar nicht vorbereitet und hat seinerseits Lores sofort der Tür verwiesen. Beide Aktien leiden, Paypals Papiere ganz besonders: HP-Chef wechselt plötzlich zu Paypal, beide Aktien fallen.
In der deutschen Sicherheitsarchitektur bahnt sich eine Zäsur an, die die bisherigen rechtsstaatlichen Leitplanken gewaltig verschieben könnte. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verfolgt das Ziel, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) aus seiner Rolle als reiner Nachrichtensammler zu lösen. „Ich will, dass aus dem Nachrichtendienst nun ein echter Geheimdienst wird, der mit wirksamen, operativen Fähigkeiten ausgestattet wird“, sagt Dobrindt. Der Verfassungsschutz soll künftig also nicht mehr nur das „Frühwarnsystem der Demokratie“ sein, sondern selbst aktiv ins Geschehen eingreifen können. Doch der Plan, den Verfassungsschutz mit solchen Befugnissen aufzurüsten, stößt auf Widerstand: Dobrindt will den Verfassungsschutz radikal umbauen zum „echten Geheimdienst“.
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Eine andere Ausweitung des Bundes ist der Einstieg bei Tennet Deutschland, womit sich die Regierung Einfluss auf den Stromnetzbetreiber sichert. Hintergrund ist der weitere Ausbau von Stromnetzen. Über die staatliche Förderbank KfW übernimmt der Bund für rund 3,3 Milliarden Euro 25,1 Prozent des Unternehmens. „Der Einstieg des Bundes bei Tennet trägt dazu bei, den milliardenschweren Kapitalbedarf in den kommenden Jahren abzusichern“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Im Zuge der Energiewende müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangen kann. Dieser Ausbau der Netze kostet viele Milliarden: Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet ein.
Dagegen hat die Regierung Chinas ein Verbot von versteckten Türgriffen erlassen. Als Grund werden vor allem Sicherheitsbedenken angeführt. Die Behörden in dem Land mit dem weltgrößten Automarkt änderten dazu die entsprechenden Vorgaben. Betroffen sind vom kommenden Jahr an Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen. Die Änderung, die ab 2027 in Kraft tritt, gilt für alle ab dann in China verkauften Neuwagen. Der Hintergrund ist, dass bei Autounfällen Türen mit den neuartigen Griffen, die an vielen E-Autos verbaut wurden, im Verdacht standen, versagt zu haben. Künftig müssen Autotüren von innen und außen mechanisch geöffnet werden können. Die Entscheidung dürfte weltweite Folgen haben: Versteckte Türgriffe an Neuwagen werden in China verboten.
Auch noch wichtig:
- Das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky will die Warnung der Bonner Behörde loswerden und versucht, Druck auf das BSI auszuüben – über Bande. Jetzt sagt Kaspersky: Entweder das BSI streicht seine Warnung, oder…
- Seit Juni 2025 schreibt die EU 5 Jahre Updates vor. Nicht alle Hersteller halten sich daran, doch es gibt auch positive Ausnahmen bei günstigen Smartphones: Welche Smartphone-Hersteller sich an 5 Jahre Updates halten.
- Vor 50 Jahren verfasste Bill Gates einen „Offenen Brief an die Hobby-Anwender“, in dem er die unautorisierte Verbreitung von Micro-Softs 4K-BASIC anprangerte. Ein Blick zurück auf 50 Jahre Software-Piraterie: Bill Gates' offener Brief an die Hobby-Anwender.
- Bei Protesten in den USA nutzen Sicherheitsbehörden LRAD-Systeme für Durchsagen und zur Kontrolle von Menschenmengen. Wir erklären die Funktionsweise dieser „Schallkanonen“ als Schallgeräte bei Demonstrationen: Wie LRAD-Systeme funktionieren.
- Der überarbeitete Astra ist nun bestellbar. Opel hat bei den Motoren aufgeräumt und dennoch Chancen verpasst beim Opel Astra Facelift: Kein Schaltgetriebe mehr zu haben.
- Big Sur, Catalina oder watchOS 6: Apple hat einer Reihe veralteter Systeme ein Update spendiert. Sie lösen ein bestimmtes Problem: Warum alte Betriebssysteme von Apple jetzt noch einmal ein Update erhalten.
- Die Einheiten von ICE werden seit Wochen für ihr Vorgehen kritisiert. Jetzt zieht der französische IT-Beratungskonzern Capgemini Konsequenzen: Wegen Vertrag mit ICE stößt IT-Beratungskonzern Capgemini US-Tochter ab.
- Nvidia-Chef Jensen Huang mag OpenAIs Geschäftsstrategie angeblich nicht. OpenAI soll nach Alternativen suchen. Nvidias Aktie rutscht: OpenAI mag Nvidias Inferenz-Beschleuniger angeblich nicht.
- USB ist überall. Aber das Smartphone lädt schon seit Stunden, die externe Festplatte ist lahm. Habe ich mal wieder ein schlechtes Kabel erwischt? Dafür gibt es den Treedix TRX5-0816 Kabeltester: Wider den USB-Kabelsalat.
- Forscher der University of Hongkong demonstrieren negative Lichtbrechung mit dem natürlichen Magnetmaterial CrSBr – eine Alternative zu Metamaterialien: Negative Lichtbrechung mit natürlichem Magnetmaterial demonstriert.
- Zwar ist die Generalprobe des Starts der Mondrakete SLS geglückt, aber Probleme haben für stundenlange Unterbrechungen gesorgt. Der Start wird darum verschoben: NASA verschiebt geplanten Start von Artemis-2 nach der Generalprobe auf März.
- Festplatten sind weit günstiger als SSDs, doch sie sind auch langsamer. Western Digital will mit technischer Finesse Festplatten auf QLC-SSD-Niveau bringen: Western Digital beschleunigt SATA-Festplatten auf 500 MByte/s.
- Mit einem einzigen Schalter soll man in Firefox ab Ende des Monats alle KI-Funktionen abschalten können. Wie weit das unter der Haube geht, ist weiter unklar: Nach heftiger Kritik kommt KI-Abschalter für Firefox mit dem nächsten Update.
(fds)








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