Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ist im Jahr 2025 noch ohne Sieg und kommt dem Keller der Regionalliga Südwest somit immer näher. Bei den Verantwortlichen schrillen alle Alarmglocken.

Durchschreitet mit der SG Barockstadt gerade ein sportliches Tal: Trainer Daniyel Cimen IMAGO/Eibner
Was ist seit der Winterpause nur mit der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz los? Nach dem Hessenpokal-Aus bei Ligakonkurrent TSV Steinbach Haiger absolvierten die Osthessen sieben Ligaspiele. Waren die ersten beiden Partien mit zwei Unentschieden noch im Rahmen, setzte es zuletzt fünf Pleiten in Serie. Die Folge: Barockstadt steckt mittendrin im Abstiegskampf, das zur Winterpause üppige Punktepolster ist auf ein Minimum geschrumpft. Allen voran der Trend bringt alle im SGB-Lager zum Nachdenken, denn während das eigene Team keine positiven Ergebnisse liefert, punktet die Konkurrenz im Tabellenkeller kontinuierlich.
Trainer Daniyel Cimen ist das nicht entgangen. Der 40-Jährige möchte mit der SGB angesichts der Tabellensituation schnell den Turnaround hinlegen: "Wir müssen anfangen, Punkte zu holen. Ansonsten ist es die logische Konsequenz, dass uns alle anderen Mannschaften überholen." Fünf Niederlagen in Folge musste Barockstadt in der vierhöchsten Liga noch nie hinnehmen, im Kalenderjahr 2025 sind es nun bereits mehr verlorene Partien als in der ersten Saisonhälfte in 20 Spielen. Die einstigen Unentschieden-Könige galten lange als richtig schwer zu schlagen. Nun hat nur Schlusslicht Villingen genauso wenige Punkte nach der Winterpause wie die Fulda-Lehnerzer gesammelt. Zu allem Übel ist die einstige Heimstärke abhanden gekommen, kein anderes Team hat in dieser Saison so wenige Tore vor den eigenen Fans erzielt.
Auch beim 0:1 am Dienstagabend gegen Bahlingen, das auf zwei Punkte herangerückt ist, durchbrach Barockstadt den Negativtrend nicht - trotz 40-minütiger Überzahl. "Die Mannschaft wirkt ein Stück weit gehemmt. Es ist bezeichnend, dass wir mit einem Mann mehr eigentlich nur Halbchancen kreiert haben. Für mich besteht die Challenge darin, die Jungs wieder auf 100 Prozent zu bekommen. In der aktuellen Situation sind die Erfolgserlebnisse rar, weshalb wir uns an Kleinigkeiten hochziehen müssen. Vielleicht müssen wir auch neue Impulse finden", sagt Cimen. Dass es nur über die Basics geht, davon ist der einstige Profi von Eintracht Frankfurt überzeugt: "Das ist die Grundvoraussetzung. Bahlingen hat damit drei Punkte mitgenommen."
Warme Worte von Bührer
Schwarzmalerei betreibt Cimen mit Blick auf die kommenden Wochen gewiss nicht. In den Abstiegskampf ist sein Team im dritten Regionalligajahr zwar erstmals involviert, jedoch ist Barockstadt nur eines von vielen Teams. Bei noch 21 zu vergebenen Punkten haben die Osthessen den Klassenerhalt in der eigenen Hand und schon am Samstag besteht im Heimspiel gegen Freiburg II die Chance, den Bock umzustoßen. Darauf hofft zwar Bahlingen um Trainer Dennis Bührer nicht, jedoch fand dieser auf der Pressekonferenz am Dienstag im rauen Abstiegskampf noch warme Worte für sein Gegenüber: "Daniyel und ich sind Leidensgenossen. Ich weiß, wie sehr diese Situation an einem nagt. Trotz all den Schwierigkeiten hat Daniyel das gesamte Spiel besonnen gewirkt. Das hat mir imponiert."
Tobias Konrad