Die Befürchtungen nach dem Trainingsunfall am Dienstagmittag haben sich bestätigt: Jonas Meffert hat im Kurz-Trainingslager auf Mallorca einen Nasenbeinbruch erlitten und die Insel bereits wieder verlassen.

Hat Mallorca bereits verlassen: HSV-Profi Jonas Meffert. IMAGO/Eibner
Meffert war bei der Einheit am Dienstagvormittag mit Emir Sahiti Kopf an Kopf zusammengestoßen, wurde danach lange an der Nase behandelt und in ein örtliches Krankenhaus gefahren. Dort wurde ein Nasenbeinbruch diagnostiziert. Der 30-Jährige ist daraufhin noch am Dienstagabend, einen Tag vor der Mannschaft, von Mallorca aus zurück nach Hamburg geflogen. Im Universitätsklinikum Eppendorf wurden weitere Untersuchungen und am Nachmittag bereits ein kleiner Eingriff vorgenommen.
Nachdem das Nasenbein gerichtet wurde, geht es nun darum, ob und wann Meffert mit einer Maske spielen könnte. Zur Erinnerung: Mittelstürmer Davie Selke hatte Ende Januar beim Auswärtsspiel in Berlin (3:2) einen Bruch des Jochbogens erlitten, ist knapp eineinhalb Wochen nach der Operation mit einer Spezialmaske wieder aufgelaufen.
Richter könnte der Profiteur im Mittelfeld sein
Da die Zeit zwischen der erlittenen Verletzung am Dienstag und der kommenden Partie beim 1. FC Nürnberg am Samstag sehr knapp ist, ist ein Ausfall des früheren Kielers für die Partie beim Verfolger jedoch sehr wahrscheinlich, und klar ist: Dieser käme für den HSV zur absoluten Unzeit.
Denn durch den Ausfall von Dennis Hadzikadunic (hatte sich gegen Elversberg die Schulter ausgekugelt), kann Merlin Polzin den im Sommer als Sechser aus Magdeburg geholten Daniel Elfadli nicht ins Mittelfeldzentrum vorziehen, sondern benötigt ihn an der Seite von Sebastian Schonlau weiterhin im Abwehrzentrum, zumal auch Januar-Neuling Aboubaka Soumahoro mit Sehneneinriss weiter im Krankenstand ist.
Auch Richter oder Reis könnten die Lücke vor der Abwehr schließen
Möglichkeiten, die Lücke vor der Abwehr zu schließen, hat der Coach dennoch. Als Meffert beim 3:0-Sieg in Magdeburg vor der Länderspielpause angeschlagen vom Feld musste, hatte Polzin dem an sich eher offensiv ausgerichteten Marco Richter die zentrale Rolle anvertraut und danach konstatiert: "Marco hat es auf der ungewohnten Position richtig gut gemacht."
Eine andere Option wäre es, den derzeit herausragenden Achter Ludovit Reis auf die Sechserposition zurückzuziehen. Auch dann wäre Richter ein Profiteur: Die zuletzt bei zwei Jokereinsätzen auffällige Mainzer Leihgabe würde dann den Platz von Reis in der Offensive einnehmen. Und dennoch bleibt: Ausgerechnet im Zentrum muss Polzin nun mindestens für eine Partie gleich zwei Umbaumaßnahmen vornehmen.
Sebastian Wolff