In der Türkei gehen Hunderttausende auf die Straßen. Der Jurist und Politiker Mithat Sancar erklärt, wie Erdoğan die Justiz unterwarf – und wie es weitergehen könnte.
2. April 2025, 18:05 Uhr
Seit der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan seinen größten politischen Konkurrenten, Ekrem İmamoğlu, in Istanbul festnehmen ließ, gehen Hunderttausende Menschen auf die Straße, um für seine Freilassung zu demonstrieren. Der Verfassungsrechtler Mithat Sancar sitzt für die oppositionelle prokurdische DEM-Partei, die früher HDP hieß, im türkischen Parlament. Hier erklärt er, wie Erdoğan schrittweise die Justiz unterwarf und spricht über die Friedensverhandlungen zwischen der kurdischen PKK und dem türkischen Staat. Möglicherweise will Erdoğan die Opposition spalten, indem er das kurdische Interesse an einem Friedensprozess mit der kurdischen PKK als Machtmittel nutzt.