Merz war noch in Brüssel, Pistorius musste früher los: Regierung aktivierte offenbar sechs Jets der Flugbereitschaft für Reisen nach Rom

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Die Bundesregierung soll für Flüge des Kanzlers Friedrich Merz und seines Kabinetts Ende Januar sechs Jets der Flugbereitschaft angefordert haben. Anlass sei die Reise des Kanzlers zu den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen gewesen. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums gegenüber dem Grünen-Politiker Sebastian Schäfer. Demnach sollen „für den Tagestrip am 23. Januar drei größere Jets vom Typ A350 VIP, A321 und A319 VIP sowie drei Business-Flieger der ‚Global‘-Baureihe“ zur Verfügung gestellt worden sein, wie das Nachrichtenmagazin schreibt.

Die Kosten für die Flugzeugflotte seien aus dem Budget des Verteidigungsministeriums gedeckt worden, hieß es. Wie hoch die Kosten waren, ist unklar. Grünen-Politiker Schäfer kritisierte die Bereitstellung der Flotte scharf. Die Flugbereitschaft sei „kein Privatjetservice, der die Ministerinnen und Minister und den Kanzler bis zu ihrer Haustür bringen“, sagte der Grünen-Politiker dem „Spiegel“. Linienflüge könnten „auch für Mitglieder des Bundeskabinetts eine zumutbare Alternative darstellen“.

Dass am 23. Januar so viele Flugzeuge eingesetzt worden sein sollen, liegt den Angaben nach an unterschiedlichen Reisen führender Politiker. So war Außenminister Johann Wadephul (CDU) vorher auf Dienstreise in Afrika gewesen und der Kanzler sei von einem EU-Treffen aus Brüssel gekommen. Der Innenminister, Alexander Dobrindt, sei am Tag vor dem Rom-Treffen dienstlich auf Zypern gewesen.

Weitere Ministerinnen und Minister seien von Berlin aus angereist. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) habe allerdings wegen eines Treffens mit seinem italienischen Amtskollegen früher losgemusst. Also sei er mit einem kleineren Jet gestartet. Weitere Jets seien aus Zürich und Davos gestartet.

Die Rückreise aus Rom sei „aufgrund der großen Flotte individuell nach den Wünschen der Regierungsmitglieder gestaltet“ worden. Kanzler Merz, so berichtet der „Spiegel“, sei am Freitagabend nach Dortmund geflogen, Innenminister Dobrindt ins bayerische Memmingen und ein weiterer der drei „Global“-Flieger sei nach Hamburg geflogen. Die drei anderen Maschinen seien in Berlin gelandet.

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