Dank eines hart erarbeiteten 3:1-Erfolgs gegen RB Leipzig steht der VfB Stuttgart im Finale des DFB-Pokals. Nach schnellem Rückstand gestalteten die Sachsen die Partie offen, die Schwaben aber kamen dank größerer Effizienz weiter.

Die Entscheidung: Jamie Leweling (Nr. 18) drückt den Ball zum 3:1 für Stuttgart über die Torlinie. picture alliance / Pressefoto Baumann
VfB-Coach Sebastian Hoeneß nahm nach dem 0:1 gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend nur eine Änderung vor: Der nach Einsätzen mit der deutschen U 21 zunächst geschonte Woltemade kam in der Startelf für Führich (Bank) zum Einsatz.
Leipzigs Interimstrainer Zsolt Löw entschied sich nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach, das gleichzeitig das Aus für Marco Rose bedeutete, zu drei Wechseln. Statt Klostermann, Haidara und Baumgartner (alle Bank) spielten Winter-Neuzugang Nedeljkovic (Startelf-Debüt), Vermeeren und Sesko. Kampl blieb wegen eines Infekts in Leipzig. Zudem stand Vandevoort, der am Wochenende den erkrankt fehlenden Gulacsi (heute Bank) bereits ersetzt hatte, auch unter Löw im Pokal im Tor.
Stillers Volleyschuss bringt VfB in Führung
Mit offenem Visier starteten beide Teams in die Partie. Dabei hatte der VfB zunächst Vorteile und durch Mittelstädt mit einer Abnahme auch die erste gute Chance (5.). Nach dem folgenden Eckball fiel prompt die frühe Führung: Sesko wollte nach einem Eckball klären, doch so kam Stiller am Strafraumrand volley zu einer wuchtigen Abnahme, die halbrechts unter der Querlatte im Leipziger Tor einschlug (5.).
Die Drangphase der Schwaben setzte sich zunächst fort, Demirovic - von Bitshiabu noch leicht behindert - scheiterte aus kurzer Distanz an Vandevoort (9.). RB benötigte ein paar Minuten, um sich von dem Schock des frühen Rückstands zu erholen. Doch dann nahm Leipzig in Sachen Offensivspiel erheblich an Fahrt auf. Nübel parierte einen tückisch gegen den Lauf geschossenen Abschluss von Openda gekonnt (15.) und war kurz darauf erneut gegen den Belgier auf dem Posten (17.).
Leipzig drückt, Woltemade eiskalt, Sesko kontert
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte blieb das Spiel schnell und intensiv. Vorteile hatten nun meist indes die Sachsen. Doch immer wieder stand der VfB-Keeper im Weg, der auch einen tückischen Xavi-Schuss aus 18 Metern sicher parierte (31.) - und ebenso gegen Openda aus elf Metern zur Stelle war (35.). Während Raum eine gute Freistoßchance liegen ließ, kam Stuttgart vor der Pause nicht mehr zu gefährlichen Aktionen.
Nach der Halbzeit erwischte erneut Stuttgart den besseren Start. Vandevoort parierte zunächst noch gegen Woltemade (55.), der kurz darauf aber das 2:0 erzielte: Nach doppeltem Doppelpass mit Demirovic vollstreckte der Stürmer zum 2:0 (57.). Doch wer bereits mit einer kleinen Vorentscheidung rechnete, sah sich getäuscht. Nur wenige Minuten später gelang Leipzig der verdiente Anschlusstreffer. Stuttgart bekam den Ball nicht weg und nach Zuspiel von Orban vollstreckte Sesko eiskalt (62.).
Leweling stochert nach und entscheidet
Die Spannung im Spiel nahm nun wieder zu, zumal die Leipziger den Druck erhöhten. Kurz nachdem Löw das Risiko erhöhte und Baumgartner für Nedeljkovic gebracht hatte, baute Stuttgart den Vorsprung aber wieder aus. Nach einer Ecke verlängerte Woltemade den Ball per Kopf Richtung rechtes Toreck. Baumgartner versuchte noch zu klären, doch Leweling bugsierte die Kugel letztlich aus kurzer Distanz über die Linie - 3:1 (73.).
RB gab sich danach nicht auf und kam noch zu einem Schuss an die Querlatte von Sesko (87.), doch der erneute Anschlusstreffer sollte nicht mehr gelingen.
Für beide Teams geht es am Samstag (jeweils um 15.30 Uhr) in der Bundesliga weiter. Während Stuttgart beim VfL Bochum zu Gast ist, empfängt Leipzig die TSG Hoffenheim. Das Pokalfinale mit dem Überraschungsteam Arminia Bielefeld als Gegner des VfB findet am 24. Mai in Berlin statt.