Bislang unbekannte Akten zur Leipziger Kirchenmusik wurden im Stadtarchiv Leipzig entdeckt, darunter Handschriften des Komponisten und Thomaskantors Johann Sebastian Bach, des Schriftstellers und Leipziger Universitätsrektors Johann Christoph Gottsched und des Komponisten Georg Philipp Telemann. Als herausragender Fund gilt dabei ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch.
Unterschrift Georg Philipp TelemannsdpaZudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns, der 1722 auch im Gespräch für das Thomaskantorat in Leipzig gewesen war, sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles, Bachs Schüler und Thomaskantor von 1756 bis 1789.
Die Funde gelangen dem Projektmitarbeiter Dr. Bernd Koska im Rahmen des Forschungsprojekts „Forschungsportal BACH“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig. Das Stadtarchiv Leipzig präsentiert die Schriftstücke noch bis zum 23. April im Rahmen einer Sonderausstellung.
Die neu entdeckten Dokumente belegen erstmals, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: „Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur“, kommentiert der Musikwissenschaftler Bernd Koska die Entdeckung. So schlecht, wie 2024 in dem ARD-Film „Bach – Ein Weihnachtswunder“ behauptet, kann das Verhältnis Bachs zum Leipziger Rat also nicht gewesen sein.

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