Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Trump: Iran setzt Atomprogramm aus
Mehrere Länder planen Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
Iran droht mit Sperrung der Straße von Hormus wegen US-Blockade
Nach Öffnung der Straße von Hormus: Ölpreise fallen, Börsen erholen sich
Iran droht mit erneuter Schließung der Straße von Hormus – Handelsschiffe kehren um
Irans Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat in einem Social-Media-Post gewarnt, die Straße von Hormus werde nicht offen bleiben, sollten die USA ihre Seeblockade fortsetzen – die Durchfahrt werde dann nur noch auf „iranische Genehmigung“ hin gewährt. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, ging noch einen Schritt weiter: „Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion Irans zur Folge haben“, sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim. Ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, „nicht durch soziale Medien“. Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt, so Baghai.
Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen in Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit Iran“ bestehen, schrieb Trump auf Truth Social.
Angesichts dieser chaotischen Lage hat eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen indes den Versuch abgebrochen, die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten zufolge sind die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter und Tanker, wieder umgekehrt. Der Grund dafür ist zurzeit unklar. Zu der Gruppe gehören auch drei Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Die Schiffe waren Teil des bisher größten Schiffskonvois Richtung Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Krieges.
Trump: Iran setzt Atomprogramm aus
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, Iran habe einer unbefristeten Aussetzung seines Atomprogramms zugestimmt. Gleichzeitig hat Teheran die Straße von Hormus für die kommerzielle Schifffahrt wieder geöffnet, nachdem Israel einem Waffenstillstand in Libanon zugestimmt hat.
„Die meisten der wichtigsten Punkte sind abgeschlossen. Es wird ziemlich schnell gehen", sagt Trump. Er bestreitet, dass die USA eingefrorene iranische Gelder freigeben werden – eine zentrale Forderung Teherans. Details eines möglichen Abkommens bleiben unklar; Iran hat sich zu Trumps Aussagen bislang nicht geäußert. Das widerspricht Teherans langjährigem Beharren auf dem Recht zur Urananreicherung.
Politisch ist ein Deal für Trump heikel: Die Konturen des möglichen Abkommens ähneln dem Atomabkommen von 2015 (JCPOA), aus dem Trump 2018 ausgestiegen war und das er als „schlechtesten Deal aller Zeiten“ bezeichnet hatte. Der republikanische Senator Lindsey Graham warnt: „Ich bin absolut zuversichtlich, dass Präsident Trump nicht zulassen wird, dass Iran durch das Festhalten der Welt als Geisel und das Verbreiten von Chaos in der Region um Milliarden bereichert wird.“
Laut einem Bericht von Axios steht zur Debatte, 20 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern im Gegenzug für die Aufgabe des iranischen Urananreicherungsvorrats freizugeben – Trump weist das zurück.
Trump bezeichnet Nato als „nutzlos" und lehnt ihre Hilfe in der Straße von Hormus ab
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein Hilfsangebot der Nato zur Sicherung der Straße von Hormus abgelehnt und übt harte Kritik an dem nordatlantischen Verteidigungsbündnis. „Jetzt, wo die Situation an der Straße von Hormus zu Ende ist, habe ich einen Anruf von der Nato bekommen, ob wir Hilfe brauchen“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich fernhalten – es sei denn, sie wollen einfach nur ihre Schiffe mit Öl beladen.“
Als die Nato gebraucht wurde, sei sie „nutzlos“ gewesen, schrieb Trump und bezeichnete das Verteidigungsbündnis als einen „Papiertiger“.
US-Militär übergibt große Stützpunkte in Syrien
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben große Stützpunkte in Syrien verlassen. Die Streitkräfte hätten die Übergabe aller großer Stützpunkte in dem Land abgeschlossen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf Anfrage mit. Die US-Truppen unterstützten weiterhin partnergeführte Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung für Sicherheit in der Region, hieß es.
Syriens Regierung hatte zuvor den vollständigen Abzug der im Land stationierten US-Truppen verkündet. Die „militärischen Einrichtungen, an denen Truppen der Vereinigten Staaten zuvor in Syrien anwesend waren“, seien „komplett an die syrische Regierung übergeben“ worden, hatte das Außenministerium in Damaskus mitgeteilt.
Der Schritt hatte sich angedeutet: Im Februar hatte es Berichte über Abzugspläne innerhalb von 30, 60 oder 90 Tagen gegeben. US-Präsident Donald Trump hatte schon 2018 während seiner ersten Amtszeit verkündet, dass die US-Soldaten in Syrien vollständig abziehen sollten. Die Angaben zu ihrer Zahl schwankten zwischen 900 und 2000. Das US-Militär kämpfte in Syrien an der Seite kurdisch angeführter Milizen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die seit 2019 als militärisch besiegt gilt.
Libanesischer Präsident will dauerhaftes Abkommen
Der libanesische Präsident Joseph Aoun fordert, die vereinbarte Waffenruhe in "dauerhafte Abkommen" umzuwandeln. In seiner ersten Fernsehansprache nach der von den USA vermittelten Feuerpause lässt er jedoch offen, ob er damit ein Friedensabkommen mit Israel meint. Der Libanon verhandle nun für sich selbst und sei nicht länger der Spielball anderer oder ein Schauplatz für fremde Kriege, sagt Aoun in einer offensichtlichen Anspielung auf den Iran und die Hisbollah-Miliz. US-Präsident Donald Trump will Aoun und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu direkten Gesprächen ins Weiße Haus einladen.
Trump rechnet mit Iran-Deal in „ein oder zwei Tagen“
US-Präsident Donald Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen mit Iran. „Ich denke, wir werden in den nächsten ein oder zwei Tagen eine Einigung erzielen“, zitierte ihn das Nachrichtenportal „Axios“ nach einem Telefongespräch. Vertreter Washingtons und Teherans träfen sich „wahrscheinlich“ am Wochenende. Das Weiße Haus verlautete, dass die Planungen für eine weitere Gesprächsrunde noch liefen. Ein konkreter Termin sei bislang nicht angesetzt, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur.
Eine erste Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran war am vergangenen Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich bereits auf weitere Verhandlungen vor. Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt.
Hochfahren der Ölproduktion wird in einigen Golf-Staaten länger dauern
Saudi-Arabiens Finanzminister Mohammed Al-Dschadaan erklärt am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington, einige Länder der Golfregion könnten ihre Ölförderung schnell wieder hochfahren. Andere bräuchten wegen der erlittenen Schäden mehr Zeit. Die größte Herausforderung sei derzeit nicht die Produktionsmenge. Vielmehr stelle sich die Frage, ob Versicherer die Transporte absichern würden, erklärt der Minister.
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
Die angeblich in der Straße von Hormus verteilten iranischen Seeminen sollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump allesamt geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt. „Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Kurz zuvor hatten Trump und Irans Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Meerenge für Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen verkündet – aus Sicht von Teheran gilt dies allerdings nur temporär.
Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. Das Problem ist indes: „Weder die Iraner noch die USA – und auch sonst niemand – wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden“, sagte Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College dem Sender Al Jazeera.
Trump behauptete ferner, dass die Nato-Verbündeten nun – nach wochenlanger, zögerlicher Haltung – ihre Hilfe angeboten hätten. Konkrete Länder nannte er nicht. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich fernhalten, es sei denn, sie wollen ihre Schiffe nur mit Öl beladen“, schrieb Trump in Großbuchstaben auf Truth Social und wiederholte seine Kritik an den Bündnispartnern, die er als „nutzlos“ bezeichnete.
Ein Toter bei israelischem Drohnenangriff in Libanon trotz Waffenruhe
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon wird am ersten vollen Tag der von den USA vermittelten Waffenruhe ein Mensch getötet. Das sagen Sanitäter und der Leiter eines örtlichen Krankenhauses der Nachrichtenagentur Reuters. Die Berichte über den Angriff folgen wenige Minuten auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA Israel weitere Bombardierungen in Libanon untersagen. „Es ist ihnen von den USA verboten. Es reicht jetzt!!!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Am Donnerstag hatte Trump eine zehntägige Waffenruhe in Libanon verkündet, nachdem sich in dem Land die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert hatte. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, er habe der Waffenruhe auf Bitten Trumps zugestimmt. Israel habe in den vergangenen Wochen eine „tiefe Sicherheitspufferzone“ an seiner Nordgrenze geschaffen, die die unmittelbare Bedrohung wie etwa einen Einmarsch der Hisbollah verhindere. Zudem habe Israel rund 90 Prozent der Vorräte an Raketen und Geschossen der Miliz zerstört.
Die libanesische Regierung sowie die regulären Streitkräfte des Landes betonten mehrfach, dass sie nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt waren. Die Waffenruhe gilt seit Mitternacht (Ortszeit). Allerdings warf die libanesische Armee Israel bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten den Beschuss mehrerer Dörfer im Süden des Landes vor.
Merz fordert völlige Freigabe von Straße von Hormus
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert die völlige Freigabe der Straße von Hormus für die Schifffahrt. Merz sprach bei einer Pressekonferenz in Paris von einer "guten Nachricht", dass Iran die Meerenge unter Auflagen geöffnet habe. Die Durchfahrten müssten aber "in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht" möglich sein, es dürfe "keinerlei Einschränkungen" geben.
Nach Öffnung der Straße von Hormus: Ölpreise fallen, Börsen erholen sich
An den Börsen wirkt sich die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus bereits positiv aus. Vor allem der Einbruch der Ölpreise auf unter 90 Dollar das Fass sorgt am Aktienmarkt für Erleichterung. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligen sich um 9,1 beziehungsweise 9,9 Prozent auf 90,30 und 85,27 Dollar je Fass.
Der Dax weitete seine Gewinne deutlich aus. Und auch an den US-Börsen ging es nach oben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte am Freitagmorgen (Ortszeit) um 1,3 Prozent auf 49.213 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,9 Prozent auf 7102 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 24.365 Punkte.
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus wird Iran zufolge für die restliche Zeit der mit Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. "Das ist ein gewaltiger Schub für die Risikobereitschaft", sagte Marktstratege Neil Wilson von Saxo Markets. Trotz weiter bestehender Risiken gelte das die Öffnung als "erhebliche Entspannung der Lage".
Anleger griffen am Freitag in den USA vor allem bei Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtbetreibern zu: Die Papiere von Delta Air Lines gewannen sechs Prozent, Southwest Airlines legten acht Prozent zu. Aktien von Carnival, Norwegian Cruise und Royal Caribbean Cruises stiegen jeweils um mehr als sechs Prozent.
Trump: USA halten Seeblockade Irans aufrecht
Trotz der von Iran angekündigten Öffnung der Straße von Hormus hält US-Präsident Donald Trump an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel fest. Dies solle der Fall sein, bis die Verhandlungen beziehungsweise die von ihm als „Transaktion“ bezeichnete Vereinbarung mit Teheran über einen Friedensdeal vollständig abgeschlossen seien.
Trump zufolge dürfte dieser Prozess rasch vorangehen, da die meisten Punkte nach seinen Angaben bereits ausgehandelt seien. Unabhängig überprüfen ließen sich seine Angaben zunächst nicht.
Der Iran soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zudem zugesagt haben, nie wieder die Straße von Hormus zu schließen. „Sie wird nicht länger als Waffe gegen die Welt eingesetzt werden“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Aussage steht im Widerspruch zu den Worten von Irans Außenminister Abbas Araghtschi: Dieser hatte auf X mitgeteilt, dass Handelsschiffe während der noch bis Mittwoch andauernden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten.
Iran: Straße von Hormus während restlicher Waffenruhe in Libanon geöffnet
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus ist Iran zufolge für die restliche Zeit der zwischen Israel und Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. Der Grund dafür sei diese vereinbarte Waffenruhe, die Iran gefordert hatte, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag auf X mit. Dies gelte für alle Handelsschiffe.
Die Ölpreise gingen nach der Ankündigung um mehr als acht Prozent zurück, der Dax stieg. US-Präsident Donald Trump bedankte sich für den Schritt. "Iran hat gerade bekannt gegeben, dass die Straße von Iran vollständig geöffnet und für die freie Durchfahrt bereit ist. Danke!", schrieb er auf Truth Social.
Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Woche drastisch verteuert. In Paris beraten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz teil. Merz hat bereits grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem solchen Einsatz beteiligen würde.
Die Waffenruhe für Libanon trat am Donnerstagabend in Kraft und soll zehn Tage gelten.










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