Seit drei Jahren ist Krieg im Sudan, und Frieden ist nicht in Sicht. Welche Impulse kann eine Konferenz in Berlin geben? Und: Präsident Trump gegen Papst Leo
15. April 2026, 7:13 Uhr
In Berlin startet am Mittwoch die dritte internationale Sudankonferenz. Politiker sowie internationale Organisationen und Vertreter der sudanesischen Zivilgesellschaft kommen zusammen, um über die humanitäre Lage des Landes zu beraten. Im Sudan bekämpfen sich seit genau drei Jahren die reguläre Armee und die RSF-Miliz. Laut der Welthungerhilfe handelt es sich um die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart: Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht, rund zwölf Millionen Menschen sind bereits innerhalb des Landes vertrieben worden. Besonders die Eroberung der Stadt Al-Faschir im Oktober 2025 hat international für Entsetzen gesorgt, die RSF-Miliz hat dort massive Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung begangen. Deutschland hat bereits angekündigt, 2,2 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung zu stellen. Als Gastgeberin dämpft die Bundesregierung die Erwartungen an die Konferenz: Ein Waffenstillstand oder gar ein Friedensabkommen sind nicht zu erwarten. Warum das Treffen trotzdem wichtig ist, erklärt Andrea Böhm, Politikredakteurin der ZEIT.
Wegen seiner Kritik am Irankrieg und seiner Aufrufe zum Frieden hat US-Präsident Donald Trump Papst Leo XIV. heftig attackiert: Der Papst sei »schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik«, postete Trump auf seiner Onlineplattform. Doch inzwischen bekommt er für seine Angriffe auf den Papst sogar Kritik von seiner eigenen Basis. Erschwerend hinzu kommt ein KI-generiertes Bild, auf dem Trump sich mit christlicher Bildsprache als Jesus darstellt. Konservative und christliche Stimmen bezeichneten den Beitrag als »Gotteslästerung« oder rieten Trump zu mehr Bescheidenheit. Trump hat das Bild inzwischen wieder gelöscht. Auf eine Debatte mit Trump will sich Leo nicht einlassen. Er habe keine Angst vor der US-Regierung, sagte der Papst. Wie ungewöhnlich das unerschrockene Auftreten des katholischen Kirchenoberhauptes ist und warum der Zwist mit dem Papst für Trump ein ernsthaftes politisches Problem werden könnte, analysiert Jörg Lau, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT.
Und sonst so? Wieso Papa-Gespräche besonders Teenagern helfen.
Moderation und Produktion: Moses Fendel
Redaktion: Hannah Grünewald
Mitarbeit: Lisa Pausch und Benjamin Probst
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