Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
Iran droht mit Sperrung der Straße von Hormus wegen US-Blockade
Nach Öffnung der Straße von Hormus: Ölpreise fallen, Börsen erholen sich
Trump: USA halten Seeblockade Irans aufrecht
Iran: Straße von Hormus während restlicher Waffenruhe in Libanon geöffnet
Hochfahren der Ölproduktion wird in einigen Golf-Staaten länger dauern
Saudi-Arabiens Finanzminister Mohammed Al-Dschadaan erklärt am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington, einige Länder der Golfregion könnten ihre Ölförderung schnell wieder hochfahren. Andere bräuchten wegen der erlittenen Schäden mehr Zeit. Die größte Herausforderung sei derzeit nicht die Produktionsmenge. Vielmehr stelle sich die Frage, ob Versicherer die Transporte absichern würden, erklärt der Minister.
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
Die angeblich in der Straße von Hormus verteilten iranischen Seeminen sollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump allesamt geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt. „Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Kurz zuvor hatten Trump und Irans Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Meerenge für Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen verkündet – aus Sicht von Teheran gilt dies allerdings nur temporär.
Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. Das Problem ist indes: „Weder die Iraner noch die USA – und auch sonst niemand – wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden“, sagte Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College dem Sender Al Jazeera.
Trump behauptete ferner, dass die Nato-Verbündeten nun – nach wochenlanger, zögerlicher Haltung – ihre Hilfe angeboten hätten. Konkrete Länder nannte er nicht. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich fernhalten, es sei denn, sie wollen ihre Schiffe nur mit Öl beladen“, schrieb Trump in Großbuchstaben auf Truth Social und wiederholte seine Kritik an den Bündnispartnern, die er als „nutzlos“ bezeichnete.
Ein Toter bei israelischem Drohnenangriff in Libanon trotz Waffenruhe
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon wird am ersten vollen Tag der von den USA vermittelten Waffenruhe ein Mensch getötet. Das sagen Sanitäter und der Leiter eines örtlichen Krankenhauses der Nachrichtenagentur Reuters. Die Berichte über den Angriff folgen wenige Minuten auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA Israel weitere Bombardierungen in Libanon untersagen. „Es ist ihnen von den USA verboten. Es reicht jetzt!!!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Am Donnerstag hatte Trump eine zehntägige Waffenruhe in Libanon verkündet, nachdem sich in dem Land die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert hatte. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, er habe der Waffenruhe auf Bitten Trumps zugestimmt. Israel habe in den vergangenen Wochen eine „tiefe Sicherheitspufferzone“ an seiner Nordgrenze geschaffen, die die unmittelbare Bedrohung wie etwa einen Einmarsch der Hisbollah verhindere. Zudem habe Israel rund 90 Prozent der Vorräte an Raketen und Geschossen der Miliz zerstört.
Die libanesische Regierung sowie die regulären Streitkräfte des Landes betonten mehrfach, dass sie nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt waren. Die Waffenruhe gilt seit Mitternacht (Ortszeit). Allerdings warf die libanesische Armee Israel bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten den Beschuss mehrerer Dörfer im Süden des Landes vor.
Merz fordert völlige Freigabe von Straße von Hormus
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert die völlige Freigabe der Straße von Hormus für die Schifffahrt. Merz sprach bei einer Pressekonferenz in Paris von einer "guten Nachricht", dass Iran die Meerenge unter Auflagen geöffnet habe. Die Durchfahrten müssten aber "in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht" möglich sein, es dürfe "keinerlei Einschränkungen" geben.
Nach Öffnung der Straße von Hormus: Ölpreise fallen, Börsen erholen sich
An den Börsen wirkt sich die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus bereits positiv aus. Vor allem der Einbruch der Ölpreise auf unter 90 Dollar das Fass sorgt am Aktienmarkt für Erleichterung. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligen sich um 9,1 beziehungsweise 9,9 Prozent auf 90,30 und 85,27 Dollar je Fass.
Der Dax weitete seine Gewinne deutlich aus. Und auch an den US-Börsen ging es nach oben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte am Freitagmorgen (Ortszeit) um 1,3 Prozent auf 49.213 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,9 Prozent auf 7102 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 24.365 Punkte.
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus wird Iran zufolge für die restliche Zeit der mit Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. "Das ist ein gewaltiger Schub für die Risikobereitschaft", sagte Marktstratege Neil Wilson von Saxo Markets. Trotz weiter bestehender Risiken gelte das die Öffnung als "erhebliche Entspannung der Lage".
Anleger griffen am Freitag in den USA vor allem bei Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtbetreibern zu: Die Papiere von Delta Air Lines gewannen sechs Prozent, Southwest Airlines legten acht Prozent zu. Aktien von Carnival, Norwegian Cruise und Royal Caribbean Cruises stiegen jeweils um mehr als sechs Prozent.
Trump: USA halten Seeblockade Irans aufrecht
Trotz der von Iran angekündigten Öffnung der Straße von Hormus hält US-Präsident Donald Trump an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel fest. Dies solle der Fall sein, bis die Verhandlungen beziehungsweise die von ihm als „Transaktion“ bezeichnete Vereinbarung mit Teheran über einen Friedensdeal vollständig abgeschlossen seien.
Trump zufolge dürfte dieser Prozess rasch vorangehen, da die meisten Punkte nach seinen Angaben bereits ausgehandelt seien. Unabhängig überprüfen ließen sich seine Angaben zunächst nicht.
Der Iran soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zudem zugesagt haben, nie wieder die Straße von Hormus zu schließen. „Sie wird nicht länger als Waffe gegen die Welt eingesetzt werden“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Aussage steht im Widerspruch zu den Worten von Irans Außenminister Abbas Araghtschi: Dieser hatte auf X mitgeteilt, dass Handelsschiffe während der noch bis Mittwoch andauernden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten.
Iran: Straße von Hormus während restlicher Waffenruhe in Libanon geöffnet
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus ist Iran zufolge für die restliche Zeit der zwischen Israel und Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. Der Grund dafür sei diese vereinbarte Waffenruhe, die Iran gefordert hatte, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag auf X mit. Dies gelte für alle Handelsschiffe.
Die Ölpreise gingen nach der Ankündigung um mehr als acht Prozent zurück, der Dax stieg. US-Präsident Donald Trump bedankte sich für den Schritt. "Iran hat gerade bekannt gegeben, dass die Straße von Iran vollständig geöffnet und für die freie Durchfahrt bereit ist. Danke!", schrieb er auf Truth Social.
Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Woche drastisch verteuert. In Paris beraten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz teil. Merz hat bereits grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem solchen Einsatz beteiligen würde.
Die Waffenruhe für Libanon trat am Donnerstagabend in Kraft und soll zehn Tage gelten.
Beratungen über internationalen Militäreinsatz in der Straße von Hormus haben begonnen
Während Iran eine Öffnung der Straße von Hormus signalisiert, haben in Paris Beratungen westlicher Partner über einen möglichen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt begonnen. Initiiert hatten die Konferenz im Élysée-Palast schon vor Tagen der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer. Neben den beiden und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sind Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sowie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij vor Ort. Dutzende weitere Staats- und Regierungschefs sind per Video zugeschaltet. Selenskij warnte vorab in einer Ansprache erneut davor, dass der Krieg der USA und Israels gegen Iran die Lieferung von Luftabwehrwaffen an die Ukraine gefährdet.
Ziel des Treffens ist, eine freie Schifffahrt in der bislang wegen des Iran-Kriegs blockierten Meerenge zu ermöglichen, sobald es die Sicherheitslage zulässt. Die Partner wollen dazu einen Plan erarbeiten. Die Weltwirtschaft steht wegen der Blockade der für den Welthandel wichtigen Meerenge unter Druck. Preise für Energie schossen seitdem in die Höhe.
Die Bundesregierung unter Kanzler Merz ist bereit, zur Absicherung der Straße von Hormus beizutragen. Merz will in Paris ein konkretes Angebot machen. So soll die Bundeswehr für eine solche Mission nach einem Ende der Kampfhandlungen Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Luftaufklärung bereitstellen.
Guterres: Hoffe, dass die Waffenruhe zu dauerhaftem Frieden führt
UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.
Die UN-Resolution 1701 wurde vom Sicherheitsrat im August 2006 nach dem Libanonkrieg zwischen Israel und der Hisbollah verabschiedet. Sie fordert die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen in Libanon und den Rückzug der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses. Guterres hoffe, dass die Waffenruhe-Vereinbarung zu den laufenden Bemühungen um einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region beitragen werde, teilte UN-Sprecher Dujarric weiter mit.
Krisengipfel zur Straße von Hormus beginnt diesen Freitag
Mehrere europäische Staaten wollen an diesem Freitag auf einer von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz in Paris über die Sicherung der internationalen Schifffahrt nach dem Iran-Krieg beraten. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) wird anreisen. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer leiten das virtuelle Treffen jener Staaten, die sich an einem defensiven multilateralen Militäreinsatz in der Straße von Hormus beteiligen wollen. Ziel ist es, die ungehinderte Schifffahrt in der Meerenge wiederherzustellen, sobald die Sicherheitslage dies zulässt. Merz hat eine Beteiligung Deutschlands in Aussicht gestellt. Dazu brauche es aber ein internationales Mandat und die Einwilligung des Bundestages.
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Libanesische Armee meldet israelischen Beschuss trotz Waffenruhe
Nur knapp drei Stunden nach Beginn der Waffenruhe meldet die libanesische Armee, Israel habe gegen die vereinbarte Waffenruhe verstoßen. Nach dem Inkrafttreten der Feuerpause habe es Beschuss auf südlibanesische Dörfer gegeben, teilt das Militär mit. Die Bürger seien aufgerufen worden, ihre Rückkehr in die Ortschaften im Süden des Landes vorerst zu verschieben. Die israelische Armee äußerte sich bisher nicht.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, dass kurz nach Inkrafttreten der Feuerpause Artilleriegranaten in der Nähe der Küstenstadt Tyros eingeschlagen seien. Zudem habe eine Drohne ein Auto in Haris in Südlibanon getroffen.
Die von Iran unterstützte Hisbollah hatte kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe noch zahlreiche Raketen auf Orte im Norden Israels gefeuert. Drei Menschen wurden nach Angaben von Sanitätern von Raketensplittern verletzt. Israels Armee teilte mit, sie habe daraufhin Raketenabschussrampen der Miliz attackiert. Libanons Regierung ist selbst keine aktive Partei in dem Konflikt.
SZ-Korrespondent Bernd Dörries über die Waffenruhe in Libanon:
Libanon sucht IWF-Hilfe nach Milliardenschäden
Trotz massiver Kriegsschäden hält Libanon an seinem Ziel fest, sich ein Kreditprogramm beim Internationalen Währungsfonds zu sichern. Finanzminister Jassin Dschaber zeigte sich am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington vorsichtig optimistisch: Die Gespräche diese Woche seien gut verlaufen. Die massiven israelischen Angriffe hätten den Prozess jedoch verzögert. Die bisherigen Kriegsschäden durch israelische Angriffe beziffert er auf sieben Milliarden Dollar.










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