Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Tausende Haushalte in Kiew nach Stromkollaps ohne Heizung
Kiew meldet kompletten Ausfall der Metro
Russland greift weiter an – wohl nur keine Energieanlagen
Pistorius: Sehe bei Putin keinen Friedenswillen
Ukraine: Russland verschont Energieinfrastruktur, greift dafür aber Zuggleise an
Ukrainer und Russen setzen Gespräche in Abu Dhabi fort
An diesem Sonntag wollen Ukrainer und Russen in Abu Dhabi ihre vor einer Woche begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufnehmen. Der Kreml in Moskau und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigten den Termin zwar, nannten aber weder – wie vorige Woche – einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt. Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. Diesmal verhandeln die Kriegsparteien ohne US-Vertreter.
Zwar sprachen die Verhandlungsteams immer wieder von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung auf ein Friedensabkommen ist bisher aber nicht in Sicht. Vor allem ist weiter die für Moskau zentrale Territorialfrage offen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass zurückzieht, die weiter von Kiew kontrolliert werden. Präsident Selenskij hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.
An der Spitze der ukrainischen Delegation steht Verhandlungsführer Rustem Umjerow in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Das russische Verhandlungsteam wird vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, geleitet.
Russland hatte sich vor dem Hintergrund der Verhandlungen bereiterklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen. Angriffe auf andere Ziele wurden aber fortgesetzt. Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, dass die begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen.
Tausende Haushalte in Kiew nach Stromkollaps ohne Heizung
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem großen Stromausfall Tausende Häuser ohne Heizung. Zwischenzeitlich seien fast 3500 Häuser in verschiedenen Stadtteilen der Millionenmetropole betroffen gewesen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Am späten Abend waren demnach noch immer etwa 2600 Haushalte ohne Heizung. Die Temperaturen in Kiew liegen derzeit im zweistelligen Minusbereich.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sagte in seiner abendlichen Videobotschaft: „Die Stadt, die Versorgungsbetriebe und die Energieversorger versprechen, die Situation in Bezug auf die Wärme bis morgen früh so weit wie möglich zu beheben. Aber das Tempo muss schneller sein.“
Grund für die massiven Probleme in vielen Teilen des Landes ist ein Ausfall von zwei Leitungen zwischen Rumänien und Moldau und auf dem Gebiet der Ukraine, wie Selenskij darlegte. Es sei ein Tag im Ausnahmezustand für die Regierung, das Energieministerium, die Energieunternehmen, regionalen und lokalen Behörden gewesen. „Die Ursachen werden derzeit untersucht“, sagte Selenskij. Womöglich sei Vereisung der Leitungen der Grund für den Kollaps gewesen. „Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine externe Einmischung oder einen Cyberangriff“, sagte Selenskij. Das Land habe auch seine Stromimporte erhöht.
Nach Angaben des Energieministeriums ist die Versorgung vielerorts inzwischen wiederhergestellt. In Kiew teilte Bürgermeister Klitschko nach einem stundenlangen Ausfall der Metro mit, dass der Zugverkehr auf allen drei Linien wieder laufe.
Atomkraftwerk Tschernobyl kurzzeitig von externem Strom abgeschnitten
Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl war am Samstag nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kurzzeitig von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Der Anschluss sei inzwischen wiederhergestellt, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Plattform X mit. Aufgrund technischer Probleme im Stromnetz hätten zudem andere ukrainische Kernkraftwerke ihre Leistung vorübergehend gedrosselt. Direkte Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit seien nicht zu erwarten, die Gesamtlage bleibe jedoch prekär, erklärte Grossi weiter.
Das Kraftwerk liegt etwa 110 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew und war am 26. April 1986 Schauplatz der weltweit schwersten zivilen Atomkatastrophe. Damals explodierte der vierte Reaktorblock, wodurch eine radioaktive Wolke über weite Teile Europas zog. Die Anlage ist inzwischen vollständig stillgelegt, nachdem der Reaktor im Dezember 2000 abgeschaltet worden war. Über der Ruine wurde 2016 eine neue Schutzhülle errichtet. Russland übernahm nach Beginn seiner Invasion im Februar 2022 die Kontrolle über die Anlage, zog dann im März wieder ab.
Kiew meldet kompletten Ausfall der Metro
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fährt die Metro wegen eines Spannungsabfalls nicht mehr. Auch die Rolltreppen in den Stationen blieben stehen. Die Stadtverwaltung spricht von einem vorübergehenden Ausfall. Betroffen sind alle Linien. Zwar gab es seit Kriegsbeginn immer mal wieder einzelne Ausfälle. Dieses Ausmaß erlebt die Stadt jedoch das erste Mal.
Besonders die rote Linie, die Stadtteile auf beiden Seiten des Flusses Dnipro verbindet, gilt als wichtige Verkehrsinfrastruktur in der Millionenmetropole. Ihr Ausfall führt zu Behinderungen in der Logistik der Stadt.
In anderen Regionen des Landes gibt es wegen der Schäden an der Energieinfrastruktur nach russischen Angriffen ebenfalls Notabschaltungen und Stromausfälle. Und auch das Nachbarland Moldau ist betroffen: Im moldauischen Energiesystem gab es nach Angaben des Energieministeriums wegen Spannungsabfalls im ukrainischen Netz eine Notabschaltung. In der Hauptstadt Chisinau fallen Ampeln in den meisten Bezirken aus.
Russland greift weiter an – wohl nur keine Energieanlagen
Russland hat nach einem erklärten vorübergehenden Verzicht auf den Beschuss von Energieanlagen seine Angriffe auf andere Ziele fortgesetzt. Es seien von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland in der Nacht zum Samstag 85 Drohnen eingesetzt habe. Über Einschläge in Energieanlagen ist zunächst nichts bekannt. Auch Russland berichtete von abgewehrten ukrainischen Angriffen. Es seien unter anderem 47 Drohnen und 4 Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
Russen und Ukrainer wollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi ihre Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges fortsetzen. Russland hatte sich nach einer Bitte von US-Präsident Donald Trump bereiterklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, dass es keine Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien über eine solche Feuerpause gebe. Er wolle sich aber auch daran halten und keine Objekte der russischen Ölindustrie angreifen, wenn Russland seine Ankündigung wahrmache.
Pistorius: Sehe bei Putin keinen Friedenswillen
Für Sonntag sind in Abu Dhabi wieder Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges geplant. Doch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Zweifel an der Aufrichtigkeit Russlands. Zwar habe US-Präsident Donald Trump Bewegung in die Friedensverhandlungen gebracht, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Bislang sehe ich allerdings keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft Frieden will.“
Während der Verhandlungen der Kriegsparteien unter US-Vermittlung am vergangenen Wochenende habe Putin die Ukraine in einer Art und Weise bombardiert, „wie man es in diesem Krieg kaum erlebt hat“. Das habe nichts mehr mit einer militärischen Auseinandersetzung zu tun, so der Minister. „Das ist Terror, der sich ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet – in einem Winter mit Temperaturen von minus 20 Grad.“ Zudem zeige sich Putin, wenn es darauf ankomme, an keiner Stelle kompromissbereit.
Auf die Bemühungen um eine Angriffspause angesprochen, sagte Pistorius, wenn Putin die Gespräche in Abu Dhabi ernst nehmen würde, müsste er nicht um eine Feuerpause gebeten werden. Putin würde dann nicht nur die Angriffe in Kiew stoppen, sondern landesweit. „Ich habe große Zweifel, dass die Angriffspause auch nur ansatzweise von Moskau ernst genommen wird“, sagte der Minister. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Freitag gesagt, Russland komme der Bitte Trumps nach einer begrenzten und befristeten Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag nach. Diese bezieht sich allerdings nur auf den Beschuss von Energieanlagen, Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots werden laut Kreml weiterhin beschossen.
Ukraine: Russland verschont Energieinfrastruktur, greift dafür aber Zuggleise an
Nach einer von den USA angestoßenen Vereinbarung haben Russland und die Ukraine Präsident Wolodimir Selenskij zufolge ihre Angriffe auf Energieziele eingestellt. "In all unseren Regionen gab es von Donnerstagabend bis Freitag tatsächlich keine Angriffe auf Energieanlagen", sagt Selenskij in seiner nächtlichen Videoansprache. Auch die Ukraine habe im Gegenzug auf Schläge gegen russische Energieanlagen verzichtet. Russland konzentriere sich nun stattdessen auf Logistikziele wie Eisenbahnknotenpunkte.
Konkret schrieb die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko auf X davon, dass Russland binnen 24 Stunden sieben Angriffe auf die Eisenbahn-Infrastruktur verübt habe. Dies sei vorsätzlicher Terror, der auf Menschen und zivilen Transport abziele.
Kreml stimmt nach eigenen Angaben begrenzter Waffenruhe bis Sonntag zu
Russland hat nach Angaben des Kremls der Bitte von US-Präsident Donald Trump um eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag, 1. Februar, zugestimmt. Dies solle eine günstige Atmosphäre für Verhandlungen schaffen, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow nach Angaben der Nachrichtensendung „Westi“ des Staatsfernsehens in Moskau. Auch Trump hatte zuvor gesagt, Putin folge dieser Bitte. Zwischen der Ukraine und Russland ist für Sonntag eine nächste Gesprächsrunde in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.
Andere russische Medien zitierten Peskow zunächst nur mit der Bestätigung einer Anfrage aus Washington. „Tatsächlich hat sich Präsident Trump mit einer persönlichen Bitte an Präsident Putin gewandt, für eine Woche bis zum 1. Februar auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, um günstige Bedingungen für Gespräche zu schaffen“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Auf die Nachfrage, ob Putin zugestimmt habe, antwortete Peskow: „Das versteht sich, es war eine persönliche Bitte von Präsident Trump.“ Das geht aus dem von „Westi“ veröffentlichten Mitschnitt der Äußerungen des Kremlsprechers hervor.
In der Hauptstadt Kiew und anderen Städten der Ukraine müssen Millionen Menschen seit Wochen nach russischen Angriffen bei winterlichen Temperaturen ohne Strom und Heizung ausharren. Und ab Sonntag soll es noch kälter werden: Meteorologen sagen Temperaturen von bis zu minus 26 Grad Celsius voraus.
An der jetzigen Waffenruhe-Vereinbarung selbst ist einiges noch unklar. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte mit, es handele sich nicht um eine formelle Waffenruhe, sondern eher um eine „Gelegenheit“. Selenskij sprach zudem von neuen Angriffen, auch wenn Kiew nicht betroffen war. Er erklärte, Russland habe in der Nacht zum Freitag keine Energieobjekte beschossen – stattdessen seinen Fokus auf die ukrainische Logistik verlagert und Straßen sowie Schienenwege angegriffen. Zudem sei bei einem Angriff in Charkiw die Produktionsstätte eines US-Unternehmens beschädigt worden.
Internationale Atomenergiebehörde: Mehrere Länder warnen vor Atomunfall in der Ukraine
Mehrere Staaten warnen vor der steigenden Gefahr eines nuklearen Unfalls in der Ukraine. Die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes hätten nicht nur Millionen Ukrainer der Winterkälte ausgesetzt, kritisierten zwölf Länder in einer Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. „Die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ist an den Abgrund der Realität gerückt“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Staaten, darunter auch Deutschland.
Angriffe auf Umspannwerke und zunehmende Schäden am Elektrizitätsnetz würden die nukleare Sicherheit gefährden, hieß es von der Ländergruppe. Sie wies darauf hin, dass für den sicheren Betrieb von Atomkraftwerken eine verlässliche Stromversorgung notwendig sei.
Die Gruppe hatte die Sitzung des IAEA-Gouverneursrates einberufen. Sie umfasst Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Rumänien. Die Vereinigten Staaten schlossen sich dem Vorstoß nicht an.
Kernkraftwerke produzieren zwar selbst Energie, doch für die Kühlung des strahlenden Materials in den Anlagen wird externer Strom verwendet. Im Notfall werden Stromgeneratoren eingesetzt. Fallen die Kühlsysteme aus, droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze.
Selenskij: „Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen“
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat für eine mögliche begrenzte Waffenruhe mit Russland die Einstellung ukrainischer Attacken auf russische Objekte in Aussicht gestellt. „Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen“, sicherte der Staatschef in einem Gespräch mit Journalisten zu.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mitgeteilt, dass er Russlands Staatschef Wladimir Putin um einen Stopp russischer Luftangriffe auf Kiew für eine Woche für die Zeit erwarteter schwerer Fröste gebeten habe. Er sagte aber nicht, ab wann dieser Verzicht gelten soll. Der bislang letzte Luftalarm in Kiew wurde in der Nacht zum Mittwoch ausgelöst. In der Nacht zum Donnerstag flogen die Drohnen bereits an der ukrainischen Hauptstadt vorbei, schlugen aber andernorts im Land ein.
Russische Militärblogger äußerten sich derweil empört. Es gebe Informationen, dass den russischen Streitkräften bereits seit Donnerstagmorgen (7 Uhr (Ortszeit)/5 Uhr MEZ) Schläge gegen Kiew und das Umland sowie gegen sämtliche Infrastrukturobjekte verboten worden seien, schrieb der Militärblogger Romanov Light. Er veröffentlichte mehrere Beiträge russischer Soldaten, die in dem Zusammenhang von „Verrat“ sprachen.
Der dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Blog Rybar spekulierte, dass eine mögliche Pause mit der bevorstehenden Verhandlungsrunde in Abu Dhabi zusammenhängen könnte, wo Russen und Ukrainer unter Vermittlung der USA über ein Ende des seit vier Jahren dauernden Kriegs sprechen. Zugleich hieß es bei Rybar, eine Waffenruhe aus humanitären Erwägungen, um die ukrainische Bevölkerung während des Frostes zu schützen, sei „sinnlos“. Schläge gegen das ohnehin geschwächte Energienetz des Nachbarlands seien „ein sehr guter Hebel“ gegen Kiew, argumentierte der Blog.
Selenskij lädt Putin zu Verhandlungen nach Kiew ein
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij ist auf russische Äußerungen zu direkten Gesprächen zwischen ihm und Kremlchef Wladimir Putin in Moskau eingegangen. „Fraglos ist das unmöglich, dass ich mich mit Putin in Moskau treffe“, sagte Selenskij in einem Gespräch mit Journalisten. Das wäre gleich einem Treffen der Staatsoberhäupter der verfeindeten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. „Ich lade ihn ein, wenn er sich dazu natürlich entschließt“, sagte der Ukrainer.
Die Ukraine hatte bereits mehrfach erklärt, dass sie offen sei für ein Treffen von Selenskij und Putin. Selenskij lehnte jedoch Gespräche in Russland oder Belarus ab und argumentierte, Moskau sei der Aggressor im Krieg und Minsk sein Partner, wie das ukrainische Portal Kyiv Independent berichtete.
Seit Putin die russische Großinvasion 2022 befohlen hatte, gab es keine direkten Gespräche zwischen den beiden. Ein Treffen in Istanbul 2025 lehnte Putin ab.
Das einzige Mal trafen sie sich 2019 in Paris. Selenskij war kurz zuvor gewählt worden – unter anderem wegen seines Versprechens, mit Moskau eine Verständigung zu finden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) saßen mit am Tisch.
Selenskij: Termin für nächste Ukraine-Gespräche könnte sich verschieben
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat den Zeitplan für die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche mit Russland infrage gestellt. Ort und Zeit des ursprünglich für Sonntag (1. Februar) in Abu Dhabi geplanten Treffens könnten sich ändern, sagte Selenskij vor Reportern. Er wisse derzeit nicht, wann die nächste Begegnung stattfinde.
Als Grund nennt er unter anderem Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und Iran. Zudem sei es wichtig, dass alle vereinbarten Teilnehmer anwesend seien. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner würden am Wochenende nicht nach Abu Dhabi reisen.
Trump: Putin hat einwöchige Angriffspause auf Kiew zugesagt
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, die Angriffe auf Kiew für eine Woche auszusetzen. „Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und verschiedene Städte zu schießen, und er hat dem zugestimmt", sagte Trump bei einer Kabinettssitzung. Als Grund nennt er die außergewöhnliche Kälte in der Region.
Eine russische Stellungnahme liegt bisher nicht vor. Aus Trumps Ausführungen ging nicht hervor, wann genau der Zeitpunkt für den Start für eine angebliche Angriffspause infrage kommen könnte.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij zeigte sich zurückhaltend. Er dankte den USA für die Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. „Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten“ werde zeigen, ob es eine solche Waffenruhe tatsächlich geben werde, sagte Selenskij in seiner abendlichen Videobotschaft.
Auf X schrieb er außerdem, er erwarte, dass die Vereinbarungen umgesetzt werden. Dies sei auch bei den Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten Thema gewesen. Deeskalierungen tragen zu Fortschritten zur Beendigung des Krieges bei, heißt es in dem Beitrag weiter.
In Kiew sind wegen der russischen Angriffe weiter mehr als 450 Wohnblöcke ohne Fernwärme. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Dennoch befänden sich weiter die meisten der ungeheizten Häuser in diesem nordöstlichen Stadtbezirk.
Ukraine will mit Space-X russische Starlink-Nutzung stoppen
Die Ukraine arbeitet nach eigenen Angaben mit dem Raumfahrtunternehmen Space-X von Elon Musk zusammen, um den Einsatz des Satelliten-Internetsystems Starlink durch Russland zu unterbinden. Dies sagte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, Starlink-Terminals an russischen Langstreckendrohnen gefunden zu haben, die für Angriffe genutzt wurden.
Ein Berater Fedorows hatte im Laufe der Woche Bilder in sozialen Medien veröffentlicht, die Trümmer russischer Langstreckendrohnen mit Starlink-Terminals zeigen sollen. Ihm zufolge könnte Russland das System zur Steuerung von Drohnen eingesetzt haben, die am Dienstag einen ukrainischen Personenzug trafen. Bei dem Angriff wurden fünf Menschen getötet. „Wir sind Space-X-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk persönlich für die schnelle Reaktion dankbar“, schrieb Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme von Space-X lag zunächst nicht vor.
Der kürzlich berufene Berater Serhij Beskrestnow erklärte, es habe bereits hunderte Fälle gegeben, in denen Russland mit Starlink ausgestattete Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt habe. „Die Komplexität dieses Prozesses liegt darin, dass Starlink nicht mit Mitteln der elektronischen Kriegsführung unterdrückt werden kann“, schrieb er. Eine Lösung sei daher nur über Space-X möglich. Musk hatte den Starlink-Dienst 2022 kurz nach Beginn der russischen Invasion für die Ukraine freigeschaltet. Das ukrainische Militär ist für die Kommunikation auf dem Schlachtfeld und die Steuerung eigener Drohnen auf zehntausende Starlink-Terminals angewiesen. Space-X hatte im Februar 2024 erklärt, keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder deren Militär zu machen.
EU setzt Russland wegen Geldwäsche-Risiko auf schwarze Liste
Die Europäische Union hat Russland wegen des Risikos von Geldwäsche auf ihre schwarze Liste gesetzt. „Dies wird Transaktionen mit russischen Banken verlangsamen und verteuern“, sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Die Aufnahme auf die Liste verpflichtet Banken und andere Unternehmen in der EU, bei Finanzgeschäften mit dem betreffenden Land verstärkte Sorgfaltsprüfungen vorzunehmen.









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