Krieg in der Ukraine: Trotz Angriffen: Ukrainer und Russen verhandeln in Abu Dhabi

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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew und Charkiw

Mindestens zwölf Tote bei russischem Angriff auf Pawlohrad

Selenskij: Nächste Woche neue Gespräche mit USA und Russland

Tote nach russischen Luftangriffen

Tausende Haushalte in Kiew nach Stromkollaps ohne Heizung

Viktoria Spinrad

Trotz Angriffen: Ukrainer und Russen verhandeln in Abu Dhabi

Trotz schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine sollen Unterhändler aus Kiew und Moskau an diesem Mittwoch wieder in Abu Dhabi Möglichkeiten für ein Kriegsende ausloten. Beide Seiten wie auch die USA als Vermittler haben ein zweites Treffen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate bestätigt. Vorab warf die ukrainische Regierung der russischen Seite vor, gegen eine von den USA vermittelte Teilwaffenruhe verstoßen und damit einen neuen Verhandlungsansatz nötig gemacht zu haben. US-Präsident Donald Trump mag hingegen keinen Wortbruch des Kremls erkennen - im Gegenteil.

Eine erste trilaterale Gesprächsrunde hatte Mitte Januar stattgefunden. Ein Termin am vergangenen Sonntag wurde dann verschoben. Nun ist die russische Delegation bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingetroffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij warf Kremlchef Wladimir Putin wegen der Luftangriffe vor, weiter auf Krieg und die Zerstörung der Ukraine zu setzen, nicht auf Diplomatie. „Die Arbeit unseres Verhandlungsteams wird entsprechend angepasst“, kündigte er an, ohne Details zu nennen.

In der Nacht auf Dienstag, einer der kältesten des Winters, gab es eine weitere Welle schwerer Luftangriffe auf Kiew, Charkiw und andere ukrainische Städte. Erneut saßen Millionen Menschen bei strengem Frost ohne Strom und Heizung da. Die Reparaturarbeiten an dem seit Monaten beschädigten Netz wurden zurückgeworfen.

Philipp Saul

Tote bei Drohnenangriff auf Saporischschja

Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach örtlichen Angaben mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Gebietsgouverneur Iwan Fedorow sprach von einem jungen Mann und einer jungen Frau, die beide 18 Jahre alt gewesen seien. Außerdem seien acht Menschen verletzt worden. Die ukrainische Luftwaffe verzeichnete nachmittags sowohl Drohnenattacken als auch den Abwurf von Lenkbomben auf Saporischschja.

Auf russischer Seite verursachte ukrainischer Raketenbeschuss laut Medienberichten einen Stromausfall in der grenznahen Großstadt Belgorod. Demnach wurden zwei Umspannwerke getroffen. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow sprach auf Telegram von Schäden an Infrastrukturobjekten.

Philipp Saul

Selenskij wirft Russland Verstoß gegen Teilwaffenruhe vor

Vergangene Nacht hat Moskau nach Ansicht Kiews mit Raketen- und Drohnenangriffen auf ukrainische Energieanlagen gegen eine von den USA vermittelte Teilwaffenruhe verstoßen. „Wir finden, dass dieser russische Angriff tatsächlich gegen die getroffenen Vereinbarungen verstieß. Es muss dafür Folgen geben“, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew. Die Ukraine werde aus diesem Anlass Washington kontaktieren. „Ich hoffe, dass die Partner nicht dazu schweigen werden, was vor sich geht“, mahnte Selenskij. Er warf Russland vor, auf eine Fortsetzung des Krieges zu setzen.

US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag erklärt, dass Russland auf seine Bitte hin einem einwöchigen Verzicht auf Schläge gegen Energieanlagen zugestimmt habe. Moskau bestätigte diese Vereinbarung später. Kremlsprecher Dmitrij Peskow zufolge galt die begrenzte Waffenruhe jedoch nur bis vergangenen Sonntag.

Es sei einer der schwersten russischen Angriffe mit ballistischen Raketen gewesen, sagte Selenskij. „Gegen ballistische Raketen helfen Patriot-Systeme am effektivsten. Das heißt, dass wir mehr Raketen für die Patriots brauchen. Die Lieferungen müssen größer und schneller sein“, betonte der Staatschef. Er habe darüber mit Rutte gesprochen.

Rutte in Kiew: Friedenslösung erfordert harte Entscheidungen 

Ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges werde harte Entscheidungen erfordern, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Besuch in Kiew vor dem ukrainischen Parlament. 90 Prozent der ukrainischen Flugabwehrraketen stammten aus dem von der Nato ins Leben gerufene Beschaffungsprogramm PURL, erklärt er. 

Ruttes Besuch kommt vor dem Hintergrund neuer schwerer russischer Angriffe auf zivile Objekte, speziell Energieanlagen in der Ukraine. US-Präsident Donald Trump hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, Kremlchef Wladimir Putin sei seiner Bitte nach einer Pause der Angriffe wegen der enormen Kälte in der Ukraine nachgekommen. Die jüngsten Attacken zeigen, dass diese begrenzte Feuerpause nun vorbei ist. 

Am Mittwoch soll in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, eine neue Verhandlungsrunde zur Beendigung des Krieges in der Ukraine beginnen. Die USA fungieren dort als Vermittler zwischen den Kriegsparteien. Russland fordert für ein Ende der Gewalt unter anderem weitere Gebiete in der Ukraine und einen Verzicht des Landes auf den angestrebten Beitritt zur Nato.

Nach russischen Angriffen: 1170 Wohngebäude in Kiew ohne Heizung bei minus 20 Grad

Nach einer begrenzten Waffenruhe hat Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine in der Nacht erneut massiv angegriffen. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Bürgermeister Vitali Klitschko ​zufolge 1170 Wohngebäude ohne Heizung. Raketen, Marschflugkörper und Drohnen seien unter anderem gegen Heizkraftwerke eingesetzt worden, schrieb der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal bei Telegram. Auch die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium von massiven Angriffen auf Militär-, Industrie- und Energieanlagen. 

Schmyhal sprach vom „Versuch eines winterlichen Völkermords“. Bei den Angriffen habe es sich ausschließlich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden, schrieb Schmyhal. Der russische Präsident Wladimir Putin habe auf sinkende Temperaturen gewartet, um das ukrainische Energiesystem anzugreifen, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. „Weder die erwarteten diplomatischen Bemühungen in Abu Dhabi ‌in dieser Woche noch seine Versprechen gegenüber den Vereinigten Staaten haben ihn davon abgehalten, den Terror gegen die Zivilbevölkerung im härtesten Winter fortzusetzen.“

In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass Kremlchef Wladimir Putin auf seine Bitte hin zugesagt habe, die Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine zu pausieren - wegen der extremen Kälte in der Ukraine. Moskau bestätigte zunächst, Trumps Bitte nachzukommen, allerdings nur bis zum vergangenen Sonntag. Die Temperaturen in der Ukraine liegen teilweise im zweistelligen Minusbereich. In der Hauptstadt Kiew wurden in der Nacht unter 20 Grad Frost gemeldet. 

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew und Charkiw

Die ukrainische Hauptstadt Kiew und die zweitgrößte Stadt Charkiw sind in der Nacht erneut zum Ziel russischer Raketen und Kampfdrohnen geworden. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko berichtete auf Telegram vor russischen Attacken mit ballistischen Raketen. Die Agentur Ukrinform berichtete von mehreren Explosionen in der Metropole. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke angegriffen.

Später hieß es, es seien mehrere Wohngebäude in Kiew getroffen worden. Zudem sei ein Kindergarten in Brand geraten, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Zwei Menschen seien bei den Angriffen verletzt worden. 1170 Wohngebäude seien ohne Heizung, nachdem das russische Militär in ‍der Nacht die Energieinfrastruktur angegriffen habe, so Klitschko.

Die Großstadt Charkiw im Osten des Landes wurde in der Nacht nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen getroffen. Zudem habe es einen „Massenangriff“ mit Kampfdrohnen gegeben. Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete von russischen Angriffen, in deren Verlauf mindestens ein Mensch verletzt wurde. Auch aus Dnipro und Sumy werden Explosionen gemeldet. 
 

Korrektur: In einer früheren Version dieses Eintrags war die Rede von einem Angriff auf Saporischschja, bei dem eine Frau ums Leben kam. Dieser Angriff passierte jedoch bereits am Vortag und nicht in der Nacht zum Dienstag. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. 

Wadephul: Moskau will mit Revanchismus-Vorwürfen ablenken

Außenminister Johann Wadephul weist Moskauer Revanchismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine strikt zurück. „Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters in dessen Heimatregion Bay of Islands nahe der Stadt Kerikeri auf der neuseeländischen Nordinsel. Wadephul fügte zugleich hinzu, Deutschland habe „überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten“.

„Wir wissen, dass wir auch mit Opfern der damaligen Sowjetunion – und das waren dann auch Opfer aus der Ukraine, aber auch von anderen Völkern der Sowjetunion - von der Nazi-Herrschaft befreit worden sind“, sagte Wadephul. „Das ist eine historische Wahrheit, die bestehen bleibt und die niemand in Deutschland bestreitet.“ Er ergänzte: „Aber wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken.“

Peters sagte an Wadephul gerichtet, man stimme „darin überein, dass die Wahrung der territorialen Integrität ein Grundprinzip des internationalen Systems ist“.

Raketen gegen Kiew und Charkiw

Die ukrainische Hauptstadt Kiew und die zweitgrößte Stadt Charkiw sind in der Nacht erneut zum Ziel russischer Raketen und Kampfdrohnen geworden. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko warnte auf Telegram vor russischen Attacken mit ballistischen Raketen. Die Agentur Ukrinform berichtete von mehreren Explosionen in der Metropole. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke angegriffen.

Die Großstadt Charkiw im Osten des Landes wurde in der Nacht nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen getroffen. Zudem habe es einen "Massenangriff" mit Kampfdrohnen gegeben. Auch Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete von russischen Angriffen. "Erneute feindliche Angriffe auf Charkiw und die Vororte. Es sind Explosionen zu hören", schrieb er auf Telegram. Auch aus Saporischschja und Dnipro wurden russische Drohnenangriffe gemeldet.

Zunächst gab es weder aus Kiew noch Charkiw Angaben zu möglichen Opfern oder Schäden. Die Hauptstadt erwartete unterdessen nach Militärangaben weitere Angriffswellen, auch mit Marschflugkörpern.

Christoph Heinlein

Russland bestätigt neue Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi

Der Kreml hat die nächste Gesprächsrunde mit der Ukraine und den USA über ein mögliches Kriegsende für Mitte dieser Woche bestätigt. Eigentlich sei das Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Sonntag geplant gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Es seien aber zusätzliche Terminabsprachen der drei Delegationen nötig gewesen. „Nun findet die zweite Runde am Mittwoch und Donnerstag in Abu Dhabi statt“, sagte er demnach. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij den 4. und 5. Februar als neuen Termin genannt. Auch das US-Präsidialamt bestätigte die Verhandlungstage und teilte mit, der Sondergesandte Steve Witkoff werde nach Abu Dhabi reisen.

Mitte Januar hatten ukrainische und russische Unterhändler in Abu Dhabi erstmals nach längerer Pause wieder direkt verhandelt; die USA saßen als Vermittler am Tisch. 

Philipp Saul

Mindestens zwölf Tote bei russischem Angriff auf Pawlohrad

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die zentralukrainische Stadt Pawlohrad sind nach neuesten offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 16 Personen seien verletzt worden, neun von ihnen schwer, teilte die Minenleitung DTEK auf Telegram mit. Ursprünglich hatte sie von 15 Todesopfern gesprochen.

Nach ersten Berichten ukrainischer Medien traf eine russische Kampfdrohne einen mit Grubenarbeitern besetzten Bus. Die Kumpel waren nach Angaben von DTEK nach dem Schichtwechsel auf dem Heimweg. Weitere Drohnen schlugen auf dem Gelände des Kohle-Bergbaus ein.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij stufte den Angriff als „exemplarisches Verbrechen“ ein, das zeige, dass Russland für die Eskalation verantwortlich sei. „Das Böse muss ein Ende finden“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

Philipp Saul

Verletzte nach russischem Angriff auf Geburtsklinik

Bei russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt worden. Militärgouverneur Iwan Fedorow sprach davon, dass eine Geburtsklinik getroffen worden sei und es sechs Verletzte gebe – darunter zwei Frauen, die dort zu einer Untersuchung gewesen seien. Fedorow veröffentlichte auch Fotos von einem verwüsteten Gebäude. Bei einem zweiten Schlag seien zwei Frauen und ein vier Jahre altes Kind verletzt worden, teilte der Militärgouverneur mit.

Christian Helten

Selenskij: Nächste Woche neue Gespräche mit USA und Russland

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat für kommende Woche neue Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges in Abu Dhabi angekündigt. „Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest – 4. und 5. Februar in Abu Dhabi“, teilte er bei Telegram mit. Er habe einen entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten. Trilaterale Gespräche – also zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-Unterhändlern – hatte es vergangenes Wochenende bereits in Abu Dhabi gegeben. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

„Die Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion, und wir sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und würdigen Ende des Krieges näher bringt", teilte Selenskij mit. Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine unter anderem mit 980 Drohnen und fast 1100 Gleitbomben angegriffen. Das Land brauche dringend Luftabwehrraketen.

Ukrainer und Russen hatten für diesen Sonntag angekündigt, in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufzunehmen. Es war unklar, ob es dort zu einem Treffen kam. Der Kreml in Moskau und Selenskij hatten den Termin zwar angekündigt, aber – wie vorige Woche – weder einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt genannt. 

Leopold Zaak

Musk schränkt offenbar russische Nutzung von Starlink ein

Das Satelliteninternet des Milliardärs Elon Musk "Starlink" spielt im Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle. Die ukrainischen Streitkräfte sind von dem Dienst abhängig, die Kommunikation an der Front sowie im Hinterland läuft darüber, Angriffe werden damit geplant und ausgeführt. Aber auch Russland nutzt Starlink, allerdings ohne die Zustimmung Musks.

In der vergangenen Woche hatten die ukrainischen Behörden öffentlich gemacht, dass die russische Armee die Reichweite einiger Drohnen mit Hilfe von Starlink auf mehrere Hundert Kilometer vergrößert habe. Mit diesen Starlink-Drohnen sei Russland in der Lage auch Nato-Gebiet wie etwa Rumänien, Polen oder das Baltikum zu erreichen, warnte etwa das Institute for the Study of War.

Auf Bestreben des ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow ist Starlink nun offenbar gegen die unbefugte Nutzung Starlinks durch Russland vorgegangen. "Es sieht ​so aus, ⁠als hätten die Schritte, die ‌wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert", teilt ​der SpaceX-Chef auf ‍der Plattform X mit. 

Leopold Zaak

Tote nach russischen Luftangriffen

Während in Kürze die Gespräche zwischen der ukrainischen und der russischen Delegation in Abu Dhabi fortgesetzt werden, hat die Ukraine erneut Angriffe überstehen müssen. Laut der Luftwaffe habe es mehr als 90 Drohnenangriffe gegeben, in der Großstadt Dnipro sind den dortigen Behörden zufolge dabei zwei Menschen getötet worden.  Ein Haus sei zerstört, zwei weitere Gebäude seien beschädigt worden.

Dem ukrainischen Präsidenten zufolge konzentriert sich Russland bei seinen Angriffen derzeit auf die ukrainische Logistik sowie auf Straßen und Bahngleise. Wolodimir Selenskij zufolge hat Russland im Januar mit mehr als 6000 Drohnen, 5500 Gleitbomben sowie 158 Raketen unterschiedlicher Typen angegriffen. Auf Bitten der USA verzichtet die russische Armee offenbar während der Gespräche in Abu Dhabi auf weitere Angriffe auf die schwerbeschädigte Energieinfrastruktur des Landes. Diese Vereinbarung endet am Sonntag.

Philipp Saul

Ukrainer und Russen setzen Gespräche in Abu Dhabi fort

An diesem Sonntag wollen Ukrainer und Russen in Abu Dhabi ihre vor einer Woche begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufnehmen. Der Kreml in Moskau und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigten den Termin zwar, nannten aber weder – wie vorige Woche – einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt. Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. Diesmal verhandeln die Kriegsparteien ohne US-Vertreter.

Zwar sprachen die Verhandlungsteams immer wieder von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung auf ein Friedensabkommen ist bisher aber nicht in Sicht. Vor allem ist weiter die für Moskau zentrale Territorialfrage offen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass zurückzieht, die weiter von Kiew kontrolliert werden. Präsident Selenskij hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.

An der Spitze der ukrainischen Delegation steht Verhandlungsführer Rustem Umjerow in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Das russische Verhandlungsteam wird vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, geleitet.

Russland hatte sich vor dem Hintergrund der Verhandlungen bereiterklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen. Angriffe auf andere Ziele wurden aber fortgesetzt. Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, dass die begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen.

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