Das Ende der Kältewelle in der Ukraine ist noch nicht erreicht. Unter 20 Grad minus herrschen in vielen Teilen des Landes. Trotzdem hat Russland nach nur vier Tagen Pause die Energieinfrastruktur des Landes wieder massiv aus der Luft angegriffen. In der Nacht auf Dienstag beschoss die russische Armee unter anderem die Hauptstadt Kiew und die zweitgrößte Stadt Charkiw. Nach ukrainischen Angaben kamen bei den Angriffen 450 Drohnen und mehr als 70 Raketen zum Einsatz. Die Angriffe trafen vor allem Fernwärmeanlagen und Kraftwerke. Hunderttausende Menschen blieben deshalb ohne Strom und Wärme. In Kiew fielen nach Angaben der Behörden in 1170 Wohnblocks die Heizungen aus.
Wolodimir Selenskij verurteilte die Angriffe scharf. Es sei Moskau wichtiger, die kältesten Wintertage für Terror gegen die Bevölkerung zu nutzen, als auf Diplomatie zu setzen, schrieb der ukrainische Präsident auf Telegram. „Moskau entscheidet sich derzeit für Terror und Eskalation.“ Die Angriffe erfolgen nur einen Tag vor geplanten trilateralen Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA wollen am Mittwoch und Donnerstag verhandeln.
Mit den Angriffen hat der Kreml eine kurze Phase der relativen Ruhe beendet. Am vergangenen Freitag hatten beide Seiten erklärt, Angriffe auf die gegenseitige Energieinfrastruktur auszusetzen. Über den Zeitrahmen herrschte jedoch Uneinigkeit. Der Kreml hatte erklärt, US-Präsident Donald Trump habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich gebeten, Kiew bis zum 1. Februar nicht anzugreifen – eine Frist, die am Sonntag abgelaufen war. Selenskij zufolge sollte die am 30. Januar begonnene Waffenruhe dagegen eine Woche dauern, wäre also zum Zeitpunkt des Angriffs noch in Kraft gewesen.









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