Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij: Nächste Woche neue Gespräche mit USA und Russland
Tote nach russischen Luftangriffen
Tausende Haushalte in Kiew nach Stromkollaps ohne Heizung
Kiew meldet kompletten Ausfall der Metro
Russland greift weiter an – wohl nur keine Energieanlagen
Mindestens zwölf Tote bei russischem Angriff auf Pawlohrad
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die zentralukrainische Stadt Pawlohrad sind nach neuesten offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 16 Personen seien verletzt worden, neun von ihnen schwer, teilte die Minenleitung DTEK auf Telegram mit. Ursprünglich hatte sie von 15 Todesopfern gesprochen.
Nach ersten Berichten ukrainischer Medien traf eine russische Kampfdrohne einen mit Grubenarbeitern besetzten Bus. Die Kumpel waren nach Angaben von DTEK nach dem Schichtwechsel auf dem Heimweg. Weitere Drohnen schlugen auf dem Gelände des Kohle-Bergbaus ein.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij stufte den Angriff als „exemplarisches Verbrechen“ ein, das zeige, dass Russland für die Eskalation verantwortlich sei. „Das Böse muss ein Ende finden“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
Russland bestätigt neue Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi
Der Kreml hat die nächste Gesprächsrunde mit der Ukraine und den USA über ein mögliches Kriegsende für Mitte dieser Woche bestätigt. Eigentlich sei das Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Sonntag geplant gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Es seien aber zusätzliche Terminabsprachen der drei Delegationen nötig gewesen. „Nun findet die zweite Runde am Mittwoch und Donnerstag in Abu Dhabi statt“, sagte er demnach. Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte den 4. und 5. Februar als neuen Termin genannt.
Mitte Januar hatten ukrainische und russische Unterhändler in Abu Dhabi erstmals nach längerer Pause wieder direkt verhandelt; die USA saßen als Vermittler am Tisch.
Verletzte nach russischem Angriff auf Geburtsklinik
Bei russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt worden. Militärgouverneur Iwan Fedorow sprach davon, dass eine Geburtsklinik getroffen worden sei und es sechs Verletzte gebe – darunter zwei Frauen, die dort zu einer Untersuchung gewesen seien. Fedorow veröffentlichte auch Fotos von einem verwüsteten Gebäude. Bei einem zweiten Schlag seien zwei Frauen und ein vier Jahre altes Kind verletzt worden, teilte der Militärgouverneur mit.
Selenskij: Nächste Woche neue Gespräche mit USA und Russland
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat für kommende Woche neue Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges in Abu Dhabi angekündigt. „Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest – 4. und 5. Februar in Abu Dhabi“, teilte er bei Telegram mit. Er habe einen entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten. Trilaterale Gespräche – also zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-Unterhändlern – hatte es vergangenes Wochenende bereits in Abu Dhabi gegeben. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.
„Die Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion, und wir sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und würdigen Ende des Krieges näher bringt", teilte Selenskij mit. Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine unter anderem mit 980 Drohnen und fast 1100 Gleitbomben angegriffen. Das Land brauche dringend Luftabwehrraketen.
Ukrainer und Russen hatten für diesen Sonntag angekündigt, in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufzunehmen. Es war unklar, ob es dort zu einem Treffen kam. Der Kreml in Moskau und Selenskij hatten den Termin zwar angekündigt, aber – wie vorige Woche – weder einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt genannt.
Musk schränkt offenbar russische Nutzung von Starlink ein
Das Satelliteninternet des Milliardärs Elon Musk "Starlink" spielt im Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle. Die ukrainischen Streitkräfte sind von dem Dienst abhängig, die Kommunikation an der Front sowie im Hinterland läuft darüber, Angriffe werden damit geplant und ausgeführt. Aber auch Russland nutzt Starlink, allerdings ohne die Zustimmung Musks.
In der vergangenen Woche hatten die ukrainischen Behörden öffentlich gemacht, dass die russische Armee die Reichweite einiger Drohnen mit Hilfe von Starlink auf mehrere Hundert Kilometer vergrößert habe. Mit diesen Starlink-Drohnen sei Russland in der Lage auch Nato-Gebiet wie etwa Rumänien, Polen oder das Baltikum zu erreichen, warnte etwa das Institute for the Study of War.
Auf Bestreben des ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow ist Starlink nun offenbar gegen die unbefugte Nutzung Starlinks durch Russland vorgegangen. "Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert", teilt der SpaceX-Chef auf der Plattform X mit.
Tote nach russischen Luftangriffen
Während in Kürze die Gespräche zwischen der ukrainischen und der russischen Delegation in Abu Dhabi fortgesetzt werden, hat die Ukraine erneut Angriffe überstehen müssen. Laut der Luftwaffe habe es mehr als 90 Drohnenangriffe gegeben, in der Großstadt Dnipro sind den dortigen Behörden zufolge dabei zwei Menschen getötet worden. Ein Haus sei zerstört, zwei weitere Gebäude seien beschädigt worden.
Dem ukrainischen Präsidenten zufolge konzentriert sich Russland bei seinen Angriffen derzeit auf die ukrainische Logistik sowie auf Straßen und Bahngleise. Wolodimir Selenskij zufolge hat Russland im Januar mit mehr als 6000 Drohnen, 5500 Gleitbomben sowie 158 Raketen unterschiedlicher Typen angegriffen. Auf Bitten der USA verzichtet die russische Armee offenbar während der Gespräche in Abu Dhabi auf weitere Angriffe auf die schwerbeschädigte Energieinfrastruktur des Landes. Diese Vereinbarung endet am Sonntag.
Ukrainer und Russen setzen Gespräche in Abu Dhabi fort
An diesem Sonntag wollen Ukrainer und Russen in Abu Dhabi ihre vor einer Woche begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufnehmen. Der Kreml in Moskau und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigten den Termin zwar, nannten aber weder – wie vorige Woche – einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt. Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. Diesmal verhandeln die Kriegsparteien ohne US-Vertreter.
Zwar sprachen die Verhandlungsteams immer wieder von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung auf ein Friedensabkommen ist bisher aber nicht in Sicht. Vor allem ist weiter die für Moskau zentrale Territorialfrage offen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass zurückzieht, die weiter von Kiew kontrolliert werden. Präsident Selenskij hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.
An der Spitze der ukrainischen Delegation steht Verhandlungsführer Rustem Umjerow in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Das russische Verhandlungsteam wird vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, geleitet.
Russland hatte sich vor dem Hintergrund der Verhandlungen bereiterklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen. Angriffe auf andere Ziele wurden aber fortgesetzt. Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, dass die begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen.
Tausende Haushalte in Kiew nach Stromkollaps ohne Heizung
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem großen Stromausfall Tausende Häuser ohne Heizung. Zwischenzeitlich seien fast 3500 Häuser in verschiedenen Stadtteilen der Millionenmetropole betroffen gewesen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Am späten Abend waren demnach noch immer etwa 2600 Haushalte ohne Heizung. Die Temperaturen in Kiew liegen derzeit im zweistelligen Minusbereich.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sagte in seiner abendlichen Videobotschaft: „Die Stadt, die Versorgungsbetriebe und die Energieversorger versprechen, die Situation in Bezug auf die Wärme bis morgen früh so weit wie möglich zu beheben. Aber das Tempo muss schneller sein.“
Grund für die massiven Probleme in vielen Teilen des Landes ist ein Ausfall von zwei Leitungen zwischen Rumänien und Moldau und auf dem Gebiet der Ukraine, wie Selenskij darlegte. Es sei ein Tag im Ausnahmezustand für die Regierung, das Energieministerium, die Energieunternehmen, regionalen und lokalen Behörden gewesen. „Die Ursachen werden derzeit untersucht“, sagte Selenskij. Womöglich sei Vereisung der Leitungen der Grund für den Kollaps gewesen. „Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine externe Einmischung oder einen Cyberangriff“, sagte Selenskij. Das Land habe auch seine Stromimporte erhöht.
Nach Angaben des Energieministeriums ist die Versorgung vielerorts inzwischen wiederhergestellt. In Kiew teilte Bürgermeister Klitschko nach einem stundenlangen Ausfall der Metro mit, dass der Zugverkehr auf allen drei Linien wieder laufe.
Atomkraftwerk Tschernobyl kurzzeitig von externem Strom abgeschnitten
Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl war am Samstag nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kurzzeitig von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Der Anschluss sei inzwischen wiederhergestellt, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Plattform X mit. Aufgrund technischer Probleme im Stromnetz hätten zudem andere ukrainische Kernkraftwerke ihre Leistung vorübergehend gedrosselt. Direkte Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit seien nicht zu erwarten, die Gesamtlage bleibe jedoch prekär, erklärte Grossi weiter.
Das Kraftwerk liegt etwa 110 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew und war am 26. April 1986 Schauplatz der weltweit schwersten zivilen Atomkatastrophe. Damals explodierte der vierte Reaktorblock, wodurch eine radioaktive Wolke über weite Teile Europas zog. Die Anlage ist inzwischen vollständig stillgelegt, nachdem der Reaktor im Dezember 2000 abgeschaltet worden war. Über der Ruine wurde 2016 eine neue Schutzhülle errichtet. Russland übernahm nach Beginn seiner Invasion im Februar 2022 die Kontrolle über die Anlage, zog dann im März wieder ab.
Kiew meldet kompletten Ausfall der Metro
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fährt die Metro wegen eines Spannungsabfalls nicht mehr. Auch die Rolltreppen in den Stationen blieben stehen. Die Stadtverwaltung spricht von einem vorübergehenden Ausfall. Betroffen sind alle Linien. Zwar gab es seit Kriegsbeginn immer mal wieder einzelne Ausfälle. Dieses Ausmaß erlebt die Stadt jedoch das erste Mal.
Besonders die rote Linie, die Stadtteile auf beiden Seiten des Flusses Dnipro verbindet, gilt als wichtige Verkehrsinfrastruktur in der Millionenmetropole. Ihr Ausfall führt zu Behinderungen in der Logistik der Stadt.
In anderen Regionen des Landes gibt es wegen der Schäden an der Energieinfrastruktur nach russischen Angriffen ebenfalls Notabschaltungen und Stromausfälle. Und auch das Nachbarland Moldau ist betroffen: Im moldauischen Energiesystem gab es nach Angaben des Energieministeriums wegen Spannungsabfalls im ukrainischen Netz eine Notabschaltung. In der Hauptstadt Chisinau fallen Ampeln in den meisten Bezirken aus.
Russland greift weiter an – wohl nur keine Energieanlagen
Russland hat nach einem erklärten vorübergehenden Verzicht auf den Beschuss von Energieanlagen seine Angriffe auf andere Ziele fortgesetzt. Es seien von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland in der Nacht zum Samstag 85 Drohnen eingesetzt habe. Über Einschläge in Energieanlagen ist zunächst nichts bekannt. Auch Russland berichtete von abgewehrten ukrainischen Angriffen. Es seien unter anderem 47 Drohnen und 4 Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
Russen und Ukrainer wollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi ihre Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges fortsetzen. Russland hatte sich nach einer Bitte von US-Präsident Donald Trump bereiterklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, dass es keine Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien über eine solche Feuerpause gebe. Er wolle sich aber auch daran halten und keine Objekte der russischen Ölindustrie angreifen, wenn Russland seine Ankündigung wahrmache.
Pistorius: Sehe bei Putin keinen Friedenswillen
Für Sonntag sind in Abu Dhabi wieder Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges geplant. Doch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Zweifel an der Aufrichtigkeit Russlands. Zwar habe US-Präsident Donald Trump Bewegung in die Friedensverhandlungen gebracht, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Bislang sehe ich allerdings keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft Frieden will.“
Während der Verhandlungen der Kriegsparteien unter US-Vermittlung am vergangenen Wochenende habe Putin die Ukraine in einer Art und Weise bombardiert, „wie man es in diesem Krieg kaum erlebt hat“. Das habe nichts mehr mit einer militärischen Auseinandersetzung zu tun, so der Minister. „Das ist Terror, der sich ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet – in einem Winter mit Temperaturen von minus 20 Grad.“ Zudem zeige sich Putin, wenn es darauf ankomme, an keiner Stelle kompromissbereit.
Auf die Bemühungen um eine Angriffspause angesprochen, sagte Pistorius, wenn Putin die Gespräche in Abu Dhabi ernst nehmen würde, müsste er nicht um eine Feuerpause gebeten werden. Putin würde dann nicht nur die Angriffe in Kiew stoppen, sondern landesweit. „Ich habe große Zweifel, dass die Angriffspause auch nur ansatzweise von Moskau ernst genommen wird“, sagte der Minister. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Freitag gesagt, Russland komme der Bitte Trumps nach einer begrenzten und befristeten Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag nach. Diese bezieht sich allerdings nur auf den Beschuss von Energieanlagen, Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots werden laut Kreml weiterhin beschossen.
Ukraine: Russland verschont Energieinfrastruktur, greift dafür aber Zuggleise an
Nach einer von den USA angestoßenen Vereinbarung haben Russland und die Ukraine Präsident Wolodimir Selenskij zufolge ihre Angriffe auf Energieziele eingestellt. "In all unseren Regionen gab es von Donnerstagabend bis Freitag tatsächlich keine Angriffe auf Energieanlagen", sagt Selenskij in seiner nächtlichen Videoansprache. Auch die Ukraine habe im Gegenzug auf Schläge gegen russische Energieanlagen verzichtet. Russland konzentriere sich nun stattdessen auf Logistikziele wie Eisenbahnknotenpunkte.
Konkret schrieb die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko auf X davon, dass Russland binnen 24 Stunden sieben Angriffe auf die Eisenbahn-Infrastruktur verübt habe. Dies sei vorsätzlicher Terror, der auf Menschen und zivilen Transport abziele.
Kreml stimmt nach eigenen Angaben begrenzter Waffenruhe bis Sonntag zu
Russland hat nach Angaben des Kremls der Bitte von US-Präsident Donald Trump um eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag, 1. Februar, zugestimmt. Dies solle eine günstige Atmosphäre für Verhandlungen schaffen, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow nach Angaben der Nachrichtensendung „Westi“ des Staatsfernsehens in Moskau. Auch Trump hatte zuvor gesagt, Putin folge dieser Bitte. Zwischen der Ukraine und Russland ist für Sonntag eine nächste Gesprächsrunde in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.
Andere russische Medien zitierten Peskow zunächst nur mit der Bestätigung einer Anfrage aus Washington. „Tatsächlich hat sich Präsident Trump mit einer persönlichen Bitte an Präsident Putin gewandt, für eine Woche bis zum 1. Februar auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, um günstige Bedingungen für Gespräche zu schaffen“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Auf die Nachfrage, ob Putin zugestimmt habe, antwortete Peskow: „Das versteht sich, es war eine persönliche Bitte von Präsident Trump.“ Das geht aus dem von „Westi“ veröffentlichten Mitschnitt der Äußerungen des Kremlsprechers hervor.
In der Hauptstadt Kiew und anderen Städten der Ukraine müssen Millionen Menschen seit Wochen nach russischen Angriffen bei winterlichen Temperaturen ohne Strom und Heizung ausharren. Und ab Sonntag soll es noch kälter werden: Meteorologen sagen Temperaturen von bis zu minus 26 Grad Celsius voraus.
An der jetzigen Waffenruhe-Vereinbarung selbst ist einiges noch unklar. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte mit, es handele sich nicht um eine formelle Waffenruhe, sondern eher um eine „Gelegenheit“. Selenskij sprach zudem von neuen Angriffen, auch wenn Kiew nicht betroffen war. Er erklärte, Russland habe in der Nacht zum Freitag keine Energieobjekte beschossen – stattdessen seinen Fokus auf die ukrainische Logistik verlagert und Straßen sowie Schienenwege angegriffen. Zudem sei bei einem Angriff in Charkiw die Produktionsstätte eines US-Unternehmens beschädigt worden.
Internationale Atomenergiebehörde: Mehrere Länder warnen vor Atomunfall in der Ukraine
Mehrere Staaten warnen vor der steigenden Gefahr eines nuklearen Unfalls in der Ukraine. Die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes hätten nicht nur Millionen Ukrainer der Winterkälte ausgesetzt, kritisierten zwölf Länder in einer Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. „Die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ist an den Abgrund der Realität gerückt“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Staaten, darunter auch Deutschland.
Angriffe auf Umspannwerke und zunehmende Schäden am Elektrizitätsnetz würden die nukleare Sicherheit gefährden, hieß es von der Ländergruppe. Sie wies darauf hin, dass für den sicheren Betrieb von Atomkraftwerken eine verlässliche Stromversorgung notwendig sei.
Die Gruppe hatte die Sitzung des IAEA-Gouverneursrates einberufen. Sie umfasst Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Rumänien. Die Vereinigten Staaten schlossen sich dem Vorstoß nicht an.
Kernkraftwerke produzieren zwar selbst Energie, doch für die Kühlung des strahlenden Materials in den Anlagen wird externer Strom verwendet. Im Notfall werden Stromgeneratoren eingesetzt. Fallen die Kühlsysteme aus, droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze.










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