Die UN befürchten, dass rund 325.000 Ukrainer wegen Angriffen auf das Energiesystem fliehen könnten. In Kyjiw sind weiter Hunderte Häuser ohne Heizung. Das Liveblog
Aktualisiert am 16. Februar 2026, 12:26 Uhr
Vereinte Nationen befürchten Hunderttausende weitere Flüchtlinge
Die russischen Attacken auf das ukrainische Energiesystem könnten laut Befürchtungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) neue Fluchtbewegungen auslösen. Schätzungsweise 325.000 Ukrainerinnen und Ukrainer könnten angesichts der Strom- und Heizungsausfälle ihre Heimatregionen verlassen, warnte die UN-Organisation.
Bei vielen Zivilisten, die an den Temperaturen von bis zu minus 20 Grad litten, handle es sich um Menschen, die schon einmal ihre Heimatregionen verlassen hatten und inzwischen zurückgekehrt seien, teilte die IOM weiter mit.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind bislang knapp 5,9 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflüchtet. Weitere 3,7 Millionen flüchteten demnach innerhalb des Landes. Damit sind knapp ein Viertel der Bevölkerung der Ukraine durch die Angriffe vertrieben worden.

Ukrainische Truppen befreien mehrere Dörfer und Siedlungen
Bei Gegenangriffen in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja haben ukrainische Streitkräfte mehrere Gebiete zurückerobern können. Wie das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht meldet, konnten ukrainische Truppen an einigen Stellen die russischen Kräfte um bis zu 9,5 Kilometer zurückdrängen. Bis zu elf Siedlungen an den Flüssen Jantschul und Hajtschul liegen nun wieder unter ukrainischer Kontrolle.
Auch in der Region Charkiw sind ukrainische Streitkräfte vorgerückt. Geolokalisierte Aufnahmen belegen einen Vorstoß innerhalb der Siedlung Wiltscha, die nordöstlich der Regionalhauptstadt Charkiw liegt.
Erfahren Sie hier mehr über den aktuellen Frontverlauf:
Russische Behörden berichten von ukrainischem Drohnenangriff auf Hafen
Der russische Schwarzmeerhafen Taman ist nach Angaben örtlicher Behörden am Sonntag von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Ein Brand sei gelöscht worden. Es gebe Schäden an einem Öltank, einem Lagerhaus und Terminals, teilte Gouverneur Wenjamin Kondratjew mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Russische Behörden melden ukrainische Drohnenangriffe auf Brjansk
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine ist Behördenangaben zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. Betroffen seien fünf Gemeinden und teilweise die Stadt Brjansk selbst, schrieb Gouverneur Alexander Bogomas bei Telegram. Dort seien Wärme und Strom ausgefallen.
Seinen Angaben zufolge soll es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn handeln. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert. Mehr als 170 Drohnen seien abgewehrt worden. Die Angaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.
Hunderte Häuser in Kyjiw ohne Heizung
Nach russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind in der Hauptstadt Kyjiw weiterhin Hunderte Gebäude ohne Heizung. Rund 1.100 Wohngebäude und 500 andere Gebäude könnten mitten im Winter nicht beheizt werden, teilten die Behörden mit.
Russland richtet seit Monaten massive Angriffe gegen die ukrainische Energieinfrastruktur. Landesweit waren Hunderttausende Menschen bei Temperaturen von um die minus 20 Grad Celsius ohne Strom und Heizung. Es ist der bisher kälteste Winter in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor vier Jahren.
Selenskyj spricht von Sicherheitsgarantien als Hauptziel von Verhandlungen
Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Hauptziel bei den anstehenden Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs. Der Schlüssel zur Beendigung des Kriegs liege in der Sicherheitsfrage, sagte Selenskyj. "Sicherheitsgarantien sind für die Ukraine unerlässlich, das hat die höchste Priorität." Die Gespräche über ein Kriegsende sollen in der kommenden Woche unter US-amerikanischer Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine in Genf weitergeführt werden.
Fico befürchtet Druck der Ukraine auf Ungarn
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico fürchtet, dass die Ukraine Ungarn unter Druck setzen könne. Die Ukraine könnte die Druschba-Ölpipeline nicht reparieren, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert, sagt Fico nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio in Bratislava.
Die US-Regierung unterstützt die Regierungen in Ungarn und der Slowakei, übt aber gleichzeitig Druck auf Staaten wie Indien aus, kein russisches Gas und Öl mehr zu kaufen.
Lettlands Geheimdienstchef warnt vor fortgesetzter militärischer Bedrohung durch Russland
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Lettlands Geheimdienstchef Egils Zviedris die militärische Bedrohung durch Russland über den Krieg in der Ukraine hinaus betont. "Die potenzielle Aggressivität Russlands nach Beendigung des Ukraine-Krieges wird von vielen Faktoren abhängen", sagte Zviedris zu Journalisten. Dazu gehöre, "wie der Krieg endet, ob er eingefroren wird oder nicht, und ob die Sanktionen bestehen bleiben".
Ein Ende der derzeitigen Sanktionen würde es Russland nach Zviedris' Einschätzung ermöglichen, "seine militärischen Kapazitäten schneller auszubauen". Dies könnte die russische Führung zu militärischen Aktionen gegen weitere europäische Gebiete veranlassen.
Eine Gefahr für sein Land sieht der Geheimdienstchef aktuell nicht. "Die Tatsache, dass Russland Pläne für eine Invasion des Baltikums ausgearbeitet hat, wie es Pläne für viele Dinge hat, bedeutet nicht, dass Russland angreifen wird", sagte Zviedris. Allerdings ist das Land nach Angaben seiner Behörde weiteren Arten von Bedrohungen aus Moskau ausgesetzt, dazu zählen insbesondere Cyberangriffe.
Russland bringt erneut internationale Übergangsverwaltung für Ukraine ins Spiel
Kurz vor weiteren Gesprächen über ein Kriegsende hat der russische Vizeaußenminister Michail Galusin eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine unter Anleitung der Vereinten Nationen erneut ins Gespräch gebracht. Russland sei bereit, mit den USA, Europa und anderen Ländern über eine externe Verwaltung zu sprechen, sagte Galusin laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich bereits im vergangenen Frühjahr entsprechend geäußert.
Die russische Führung verbreitet seit Jahren irreführende Narrative, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu delegitimieren. Dieser hat seine reguläre Amtszeit zwar überschritten, angesichts des Kriegszustandes in der Ukraine ist das aber mit internationalem Recht konform. Übergangsverwaltungen durch die UN oder andere Kräfte gab es nach dem Ende von Kriegen oder Konflikten unter anderem im Irak oder im Kosovo. In der Ukraine sind aber alle staatlichen Stellen arbeitsfähig.
Früherer ukrainischer Minister nach Korruptionsvorwürfen festgenommen
Der frühere ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko ist offenbar bei einem Ausreiseversuch festgenommen worden. Das teilten die zuständigen Ermittlungsbehörden SAP und Nabu mit. Sie erwähnten Haluschtschenko in der Erklärung nicht namentlich, sondern sprachen von einem "früheren Energieminister". Haluschtschenko war im Herbst von seinen Aufgaben als Justizminister entbunden worden, zuvor hatte er dem Energieministerium in Kyjiw vorgestanden.
Details zu dem Fall können Sie in unserem Artikel lesen:
Russland meldet Einnahme von Dorf in Saporischschja
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau eine weitere Ortschaft im Südosten der Ukraine eingenommen. Es handelt sich demnach um das Dorf Zwitkowe in der Region Saporischschja, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Ministerium.
Die Frontlinien in der Region waren seit 2022 weitgehend stabil, zuletzt meldet Russland jedoch wieder Geländegewinne. Nach eigenen Angaben kontrolliert Russland rund 75 Prozent der Region. Die Angaben lassen sich im Moment nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine erobert Gebiet südöstlich von Olexandriwka zurück
In der Region Dnipropetrowsk haben ukrainische Truppen ein Gelände nördlich von Beresowe befreit. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Demnach ist auf geolokalisierten Aufnahmen zu sehen, wie Soldaten in dem Ort südöstlich von Olexandriwka vorrücken.
Das ISW berichtet zudem von Vorstößen russischer Truppen an mehreren Frontabschnitten in der Ukraine. Unter anderem eroberten russische Soldaten ein Gebiet südlich von Wowtschansk in der Region Charkiw.
Mehr dazu lesen Sie hier:
Brände und Verletzte nach Drohnenangriff in Krasnodar
Ukrainische Drohnen griffen in der Nacht mehrere Ziele in der südlichen russischen Krasnodar-Region an, darunter ein Öllager, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew mit. Das Öllager sei im Küstendorf Wolna zusammen mit einem Lagerhaus und einem Verschiffungsterminal getroffen worden, berichtete der Kyiv Independent. Demnach seien zwei Menschen in dem russischen Dorf verletzt worden, mehrere Brände brachen aus.
Wolna liegt östlich der Krimhalbinsel Kertsch und etwa 325 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet in der Nähe von Nikopol entfernt.
Der mehrstündige Drohnenangriff habe die Luftabwehrsysteme in Krasnodar erschöpft, in mehreren Siedlungen seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete der Telegram-Nachrichtensender Exilenova+.

Selenskyj nimmt MSC-Preis für Ukrainer in Empfang
Die Münchner Sicherheitskonferenz hat die Bürger der Ukraine für ihren anhaltenden Widerstand gegen die russischen Invasionstruppen mit dem Ewald-von-Kleist-Preis geehrt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm den Preis stellvertretend für die ukrainische Bevölkerung in Empfang. Gastgeber der Zeremonie in München war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Die Ukrainer kämpften seit Jahren "für ihre Freiheit, Unabhängigkeit und Würde" und würden für ihren "Mut und ihre Widerstandskraft" geehrt, hatte im Vorfeld der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger die Preisverleihung begründet.
Selenskyj dringt auf schnellere Waffenlieferungen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich auf der Sicherheitskonferenz in München für schnelle Verteidigungshilfen der Verbündeten ausgesprochen. Russland habe seine Angriffswaffen während des Kriegs stark weiterentwickelt. Um mithalten zu können, brauche die Ukraine schnell weitere Unterstützung bei der Verteidigung, teilte Selenskyj mit.
Angesichts der Verhandlungen warf er Russland vor, keine Zugeständnisse zu machen und Entscheidungen hinauszögern zu wollen. Zudem sprach er über Druck seitens der US-Regierung.
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