Kidflix: Ermittler heben Pädophilen-Netzwerk aus und nehmen 79 Verdächtige fest

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Ermittlern ist ein Schlag gegen eine internationale Plattform zur Verbreitung pädokrimineller Inhalte gelungen: Die Darknet-Streamingseite "Kidflix" ist offline. Dort boten Kriminelle gegen Bezahlung mit Kryptowährungen über 90.000 Videos an. Das Dezernat Cybercrime beim Bayerischen LKA hat die Plattform mit Unterstützung internationaler Kollegen abgeschaltet. Weltweit wurden in der "OP Stream" 1400 Verdächtige identifiziert und 79 Personen festgenommen.

Der koordinierte Schlag gegen die Nutzer der Plattform begann am 10. März 2025 mit weltweiten Durchsuchungen, Beschlagnahmungen und Festnahmen – allein zwölf Tatverdächtige wohnen in Bayern. Einen Tag später, am 11. März, beschlagnahmten niederländische Ermittler den Kidflix-Server, der zu diesem Zeitpunkt 72.000 Videos anbot.

Zwar stellten die Strafverfolger Datenträger, Mobiltelefone, PCs und andere Tatmittel sicher, konnten die Administratoren von Kidflix jedoch noch nicht dingfest machen. Diese hatten rund um kinderpornographische Videos ein Geschäftsmodell aufgebaut: Zwar gab es auch Gratis-Videos, doch hochauflösendes Material stand nur gegen Bezahlung zur Verfügung. In einer beschlagnahmten Krypto-Wallet fanden die Ermittler nach Spiegel-Informationen Guthaben im Gegenwert von fast 200.000 Euro.

Neben der Fahndung nach den Kidflix-Admins steht nun der Opferschutz im Mittelpunkt: Neben dem BLKA arbeiten auch das Bundeskriminalamt (BKA) und Europol daran, möglichst viele der minderjährigen Opfer zu identifizieren und vor weiterem Mißbrauch zu schützen. Erste Erfolge haben sie bereits erzielt: So ging in den USA ein Verdächtiger ins Netz, der ein ihm bekanntes Kind mehrfach mißbraucht haben soll.

Update 02.04.2025, 14:56 Uhr

Formulierungen "Pädophilie" präzisiert.

(cku)

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