KI-Update: Open AI, Adobe Premiere, Wikipedia, Folgen der KI für Schriftsteller

vor 1 Tag 1

OpenAI plant erstmals seit GPT-2 wieder ein Sprachmodell ohne Nutzungsbeschränkungen zu veröffentlichen. CEO Sam Altman verspricht ein "sehr, sehr gutes Modell" mit besonderen Fähigkeiten im logischen Schlussfolgern. Die Ankündigung markiert eine strategische Kehrtwende für das Unternehmen, das sich mit GPT-3 von Open Source distanziert hatte. Altman räumt ein, dass diese verschlossene Haltung problematisch war.

Die Bezeichnung "Open-Weight" deutet darauf hin, dass OpenAI wahrscheinlich nur die Modellgewichte freigeben wird, nicht die Trainingsdaten oder vollständigen Bauanleitungen. Vor der Veröffentlichung will OpenAI das Modell nach seinem Preparedness Framework prüfen und führt dazu Sicherheitstests durch, sowohl intern als auch mit externen Experten.

OpenAI erweitert sein Bildungsangebot mit der OpenAI Academy. Die neue Plattform bietet mehrere Dutzend Stunden Videoinhalte und Events, die jedem den Zugang zu KI-Kenntnissen ermöglichen sollen. Die Anmeldung ist kostenlos, das Angebot soll kontinuierlich erweitert werden.

Aktuell umfasst das Programm Kurse wie "ChatGPT on Campus", "ChatGPT at Work", "Sora Tutorials", "AI for K-12 Educators" und "Prompt Engineering". Derzeit sind die Inhalte nur auf Englisch verfügbar, sollen aber bald in weiteren Sprachen angeboten werden.

Adobe hat ein Update für seine Videobearbeitung Premiere Pro mit mehreren KI-Funktionen vorgestellt. Die wichtigste Neuerung ist "Generatives Erweitern", das nun von der Beta in die Vollversion übernommen wurde und auch 4K-Material unterstützt. Die Funktion kann Clips über ihre bisherige Länge hinaus erweitern oder gekürzte Clips fortsetzen, wobei KI-generierte Bereiche in der Zeitleiste markiert werden.

Weitere neue Funktionen sind "Adobe Media Intelligence", die Videoinhalte analysiert und Suchen in natürlicher Sprache ermöglicht, sowie verbesserte automatische Untertitel, die nun in bis zu 27 Sprachen übersetzt werden können. Das Update wird ab sofort an Creative Cloud-Kunden ausgeliefert.

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Meta hat gemeinsam mit der University of Waterloo ein KI-System namens MoCha vorgestellt, das vollständige Charakteranimationen direkt aus Text und Sprache erzeugen kann. Anders als bisherige Modelle beschränkt sich MoCha nicht auf Gesichtsanimationen, sondern erzeugt Ganzkörperbewegungen mit synchronen Lippenbewegungen, natürlicher Gestik und Interaktionen zwischen mehreren Figuren.

Das 30-Milliarden-Parameter-Modell generiert HD-Videos von etwa fünf Sekunden Länge und löst das Problem ungenauen Lippensynchronisation durch einen speziellen Mechanismus. In Tests mit 150 verschiedenen Szenarien soll MoCha besser abgeschnitten haben als vergleichbare Modelle.

Wikipedia verzeichnet einen ungewöhnlichen Anstieg des Datenverkehrs, der die Infrastruktur der Plattform zunehmend belastet. Seit Januar 2024 stieg die für Multimedia-Inhalte genutzte Bandbreite um 50 Prozent. Verantwortlich dafür sind offenbar KI-Scraper – automatisierte Systeme, die kontinuierlich Inhalte für KI-Trainings sammeln.

Anders als menschliche Nutzer, die hauptsächlich populäre Inhalte abrufen, fordern die Scraper systematisch alle Inhalte an – auch weniger nachgefragte, die nur im Hauptrechenzentrum in Amerika vorgehalten werden. Das führt zu einer dauerhaft höheren Grundlast und kann bei Verkehrsspitzen zu Leistungseinbußen führen. Die Wikimedia Foundation sucht nach Lösungen, um den automatisierten Traffic zu reduzieren.

Die Bundesvorsitzende des Verbands der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Lena Falkenhagen, warnt vor den Folgen von KI für Literaturschaffende. Besonders kritisiert sie die Nutzung der Raubkopien-Datenbank LibGen durch Meta zum Training von KI-Modellen.

Falkenhagen befürchtet, dass KI-Systeme zunehmend Arbeitsplätze in kreativen Bereichen gefährden, besonders bei Übersetzungen, Gebrauchstexten und Unterhaltungsliteratur. Sie fordert eine starke Regulierung und Entschädigungen für bereits entstandene Schäden sowie eine "KI-Pauschale", die über Verwertungsgesellschaften an betroffene Urheber ausgezahlt werden sollte.

(mali)

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