Katzen landen immer auf ihren Pfoten – aber warum?

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Katzen haben bekanntlich sieben Leben – auch, weil sie die Fähigkeit besitzen, Stürze auch aus großen Höhen scheinbar unbeschadet zu überstehen. Wie schaffen es die Tiere, bei einem Fall immer auf ihren Pfoten zu landen?

Dieser Frage ist ein japanisches Forschungsteam von der Universität Yamaguchi nachgegangen: Ihren Erkenntnissen zufolge liegt das an einer Bewegung, bei der die äußerst flexible Brustwirbelsäule und die starrere Lendenwirbelsäule von Katzen zusammenspielen. Die Studie  erschien kürzlich in der Fachzeitschrift »The Anatomical Record«.

Forscher filmten fallende Katzen

Dass die Wirbelsäule von Katzen den sogenannten Stellreflex ermöglicht – also die Bewegung im Fall, die die Beine der Katze nach unten ausrichtet – war bekannt. Um die Sache genauer zu erklären, untersuchten die Forschenden die Wirbelsäulen von fünf Katzenkadavern: Dabei trennten sie die Brustwirbelsäule im oberen und mittleren Rücken von der Lendenwirbelsäule im unteren Rücken und testeten sie mechanisch unter Drehbelastung, um die Flexibilität, Stärke und den Rotationswiderstand zu messen.

Zusätzlich filmten sie mit Hochgeschwindigkeitskameras zwei gesunde Katzen, die sie auf ein weiches Kissen fallen ließen. Um die Bewegungen der Körperteile zu verfolgen, markierten sie die Schultern und Hüften.

Das Team entdeckte, dass die Wirbelsäule nicht gleichmäßig flexibel ist: Verschiedene Abschnitte bewegen sich auf unterschiedliche Weise. Demnach verfügt die Brustwirbelsäule über eine Zone, die sich mit sehr geringem Kraftaufwand fast frei um etwa 50 Grad drehen lasse. Die Lendenwirbelsäule hingegen sei deutlich steifer – in der Fallbewegung fungiert sie als Stabilisator.

Ihre Beobachtungen zeigen, dass die Rumpfrotation der fallenden Katze »sequenziell«, also in zeitlichen Abschnitten erfolge, schreiben die Autoren – wobei beide Teile der Wirbelsäule zusammenspielen. Demnach dreht die Katze zuerst mithilfe ihrer flexiblen Brustwirbelsäule den Kopf und die Vorderbeine Richtung Boden. Hierbei diene die steife Lendenwirbelsäule als Anker, sodass die Katze bei der ruckartigen Drehung des Vorderkörpers nicht die Kontrolle verliert. Erst danach dreht sich die Hinterhälfte.

Die Erkenntnisse könnten etwa Tierärzten dabei helfen, Wirbelsäulenverletzungen bei Katzen besser zu behandeln, schreibt das Team.

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