Hoffnungsträger Antwerpen hat in Saarbrücken die Qual der Wahl

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Dass Marco Antwerpen aus dem VfL Osnabrück die beste Rückrundenmannschaft macht, hatte ihm wohl niemand zugetraut. Vor der schweren englischen Woche steht ihm nun der gesamte Kader wieder zur Verfügung.

Osnabrücks Trainer Antwerpen coacht an der Seitenlinie im Spiel gegen Bielefeld.

Osnabrücks Trainer Antwerpen coacht an der Seitenlinie im Spiel gegen Bielefeld. IMAGO/osnapix

Am 12. Dezember übernahm Marco Antwerpen von Pit Reimers den VfL Osnabrück, der zu diesem Zeitpunkt abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz stand. Nicht wenige sahen die Niedersachsen als ersten klaren Absteiger in die Regionalliga. Dass es danach wieder stetig bergauf ging und die Lila-Weißen mittlerweile auf Platz 13 und damit über den Abstiegsrängen stehen, hat neben dem Trainerwechsel auch mit einer stabilen Personalsituation zu tun.

Bereits Reimers war der zweite Coach in dieser Saison und übernahm erst zum achten Spieltag beim SV Wehen Wiesbaden (1:2) von Uwe Koschinat. Doch zusammengenommen konnte der VfL, der vor der Saison gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, unter beiden Trainern gerade einmal zwei Spiele gewinnen.

In der Rückrunde ist der VfL die beste Mannschaft

Antwerpen hingegen - zu Beginn der Spielzeit noch Trainer von Waldhof Mannheim - leitete die Wende ein und schaffte es, den Lila-Weißen wieder Leben einzuhauchen. In 13 Spielen gelangen dem Team unter ihm ganze acht Siege und drei Unentschieden. Nur zweimal musste es sich geschlagen geben. Der Verein sprang von elf auf aktuell 38 Punkte und hat damit vor dem kommenden Spiel beim 1. FC Saarbrücken (Samstag 14 Uhr, LIVE! bei kicker) - Tabellendritter der 3. Liga - zwei Zähler Vorsprung vor dem 17. Borussia Dortmund II. In der Rückrundentabelle steht er aktuell sogar auf Platz eins und konnte in elf Spielen 23 Punkte sammeln.

Osnabrück kann aus dem Vollen schöpfen

Ein weiterer großer Bonus ist für Antwerpen die gute Personalsituation im Klub. Einzig in drei der letzten vier Spiele vor der Länderspielpause nahm der Trainer mehr als einen Wechsel in der sonst so stabilen Startformation vor. Auch vor dem anstehenden Auswärtsspiel kann er nun aus dem Vollen schöpfen. Wie der Verein am Mittwoch bekanntgab, ist mit Kofi Amaoko auch der letzte Spieler wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Auch offensiv läuft es mittlerweile an der Bremer Brücke. Toptorschütze Ba-Muaka Simakala - vor dem jüngsten Sieg gegen 1860 München (1:0) unter Antwerpen in diesem Jahr gerade einmal 39 Minuten auf dem Platz - überzeugte bei seinem Startelfcomeback direkt mit einem Tor und einer Vorlage. Jetzt kann er sich im Saarland berechtige Hoffnungen auf den zweiten Einsatz von Beginn an in Folge machen, auch wenn Marcus Müller und Bryang Kayo nach ihren Sperren wieder einsatzbereit sind.

Schwere englische Woche vor der Brust

Nun steht direkt eine englische Woche in der 3. Liga an und die hat es für Osnabrück durchaus in sich. Nach Saarbrücken empfängt das Team am kommenden Mittwoch (19 Uhr) den siebten Hansa Rostock und danach geht es weiter zum aktuellen Tabellenführer Dynamo Dresden (12. April, 14 Uhr). Alle drei Mannschaften sind somit noch im Aufstiegsrennen vertreten. Trotzdem wollen sich die Niedersachsen noch mehr Luft im Abstiegskampf verschaffen, um nicht erneut ganz tief im Keller zu stecken.

Außerdem hat man sich für die Saison noch große Ziele gesteckt: "Wir haben spaßeshalber gesagt, wir wollen nach der Rückrunde die beste Mannschaft sein", sagte der Coach nach dem Spiel gegen 1860 mit einem Augenzwinkern. Wenn das wirklich eintrifft, wird sich an der Bremer Brücke wohl kaum jemand dagegen wehren.

kon

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