Eine Gruppe mutmaßlich von israelischen Soldaten im Gazastreifen getöteter Rettungskräfte wurde offenbar in einem Massengrab verscharrt. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Uno.
Die Sanitäter waren vor zehn Tagen im Gazastreifen getötet worden. Insgesamt kamen laut Uno 15 Retter ums Leben, acht davon arbeiteten für das palästinensische Rote Kreuz, sechs für den palästinensischen Zivilschutz und einer für die Uno.
Auf Aufnahmen, die von der Uno veröffentlicht wurden, sind die Bergungsarbeiten im Süden des Gazastreifens zu sehen. Mit Bulldozern legen Einsatzkräfte dabei verschüttete Fahrzeuge frei. Auf den Autoteilen sind Abzeichen des Roten Kreuzes sowie der Uno zu erkennen. Unter dem Sand wurden auch Leichenteile entdeckt, offenbar von den zuvor getöteten Sanitätern.
Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.
{$dispatch('toggle')}, 250);">
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Berichten der Uno zufolge waren zunächst zwei Sanitäter, die mit einem Rettungswagen auf dem Weg zu Opfern eines Luftschlags waren, selbst unter Beschuss geraten.
Als der Kontakt zur Rettungscrew abbrach, wurde ein Konvoi zur Bergung geschickt. Insgesamt waren fünf Rettungswagen und ein Feuerwehrauto unterwegs. Später kam noch ein Fahrzeug der Uno hinzu. Auch zu ihnen verloren lokale Rettungsstellen den Kontakt.
Erst Tage später habe man von Israel die Erlaubnis erhalten, nach den Vermissten zu suchen, wie ein Sprecher der Uno sagte. Laut Rotem Kreuz dauerte es sieben Tage, bis der Bereich freigegeben wurde, in dem man die Vermissten vermutete. Er liegt im südlichen Gazastreifen, westlich von Rafah.
Aus Israel hieß es, die Rettungsfahrzeuge hätten sich auf verdächtige Weise den Posten von Soldaten genähert, Blaulicht und Scheinwerfer sollen nicht eingeschaltet gewesen sein. Daher habe man geschossen. Die Getöteten sollen laut Israel Angehörige der Hamas und des Islamischen Dschihad gewesen sein, die die Rettungsfahrzeuge missbraucht hätten. Beweise legte Israel dafür bislang nicht vor.

Ausschnitte aus dem von der Uno veröffentlichten Video
Foto: OCHA / United NationsEin Sprecher der Uno sagte, die israelischen Soldaten hätten die Sanitäter erschossen. Ihre Fahrzeuge seien zerstört und vergraben worden. Mit ihnen die Leichen der Sanitäter, in Uniform.
Wie der »Guardian« berichtet , seien einige der Getöteten gefesselt gewesen. Das hätten Augenzeugen sowie ein Arzt im Krankenhaus berichtet, in das die Leichen zur Obduktion gebracht worden seien. Der »Guardian« beruft sich zudem auf Fotos, die ein Arzt bei der Obduktion gemacht haben soll. Der abschließende Autopsiebericht steht jedoch noch aus. Er soll in den kommenden zehn Tagen erscheinen.
Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen vor 18 Monaten hat Israel nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 100 Mitarbeiter des Zivilschutzes und mehr als 1000 Rettungskräfte getötet.
Nach einer rund zweimonatigen Waffenruhe hat Israel am 18. März seine Bodenoperation im Gazastreifen wieder aufgenommen. Seitdem wurden durch Bombardierungen und neue Bodenangriffe nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 1000 Palästinenser getötet, seit Beginn des Israel-Gaza-Kriegs bereits mehr als 50.000. Bei der Zählung des Ministeriums wird nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden.