Fußballer in Kanada: Thomas Müller spricht über die Fernbeziehung zu seiner Frau – und den Pferden

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Thomas Müller, 36, vermisst sein bayerisches Leben nicht. »Ich bin nicht so der Heimweh- oder Vermisser-Typ, war ich noch nie. Schon als Kind nicht«, erklärt der Profifußballer im Interview mit der »Welt am Sonntag« . Stattdessen sei er auf den Sport fixiert gewesen. »Alles andere war dann zweitrangig.«

Nachdem der FC Bayern den Vertrag des Weltmeisters von 2014 nach 25 Jahren nicht mehr verlängert hatte, ist Müller im vergangenen Sommer zu den Vancouver Whitecaps nach Kanada gewechselt. Sein Vertrag gilt dort noch bis zum Ende des Jahres. Seine Pläne für danach ließ er offen: »Mein Hauptmotiv, Fußball zu spielen, ist der Spaß daran.«

Im Interview gibt Müller zu, dass er eine Sache beim Vereinswechsel unterschätzt habe: »die Folgen der Zeitverschiebung.« Nun merke er, dass die neun Stunden Unterschied ihn beim Kontakt nach Hause vor Herausforderungen stellen würden. An Spieltagen vor dem Spiel würde er seine Kontaktliste »nahezu komplett« durcharbeiten. Seit 2009 ist der Fußballer mit Dressurreiterin Lisa Müller, 36, verheiratet. Die beiden besitzen im Münchner Umland ein Pferdegestüt.

Der »Süddeutschen Zeitung«  hatte die 36-Jährige vergangenen Monat erklärt, wieso sie nicht mit ihrem Mann mitgezogen ist. »Es wäre gar nicht möglich gewesen, ihn zu begleiten. Ich reite Turniere, das ist mein Beruf. Die Pferde müssen auch zwischen den Turnieren trainiert werden, und es muss einer im Betrieb nach dem Rechten schauen.« Mehr dazu lesen Sie hier.

Distanz zu Frau und Pferden

Auf die Frage, wie sehr er die Tiere und die Pferdezucht vermisse, antwortet Müller: »Bevor ich die Entscheidung traf, nach Vancouver zu wechseln, habe ich eine Liste mit Vor- und Nachteilen gemacht.« Ihm sei klar gewesen, dass es »auch Dinge geben wird, die einem nicht so schmecken, gerade bei der enormen Distanz nach Hause.« Doch er würde mit der Realität gut klarkommen. »Und zu meiner Zeit in Vancouver gehört es jetzt eben, dass ich meine Frau und die Pferde nur selten um mich habe.«

Müller ging auch auf das politische Interesse seiner Frau ein. Lisa Müller macht aktuell ein Praktikum im Büro der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), 61, und ist der CSU beigetreten. Die Frage, ob er nun CSU wähle, bezeichnete der 36-Jährige als »netten Versuch«, aber seine Wahlentscheidung würde er für sich behalten.

»Ich finde es sehr gut, wie engagiert Lisa ist und sich dort reinarbeitet. Ich unterstütze ihr Vorhaben absolut«, so Müller. Demnach sei das Thema Politik auch schon immer sehr präsent bei seiner Frau gewesen. Er betonte, dass es sich nicht um einen PR-Gag handle: »Sie ist an den inhaltlichen Themen sehr interessiert.«

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