Finanzmärkte: Börsen brechen nach US-Zollankündigung ein, Goldpreis auf Rekordhoch

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Die Finanzmärkte reagieren empfindlich auf die neuen Einfuhrzölle der US-Regierung. Die Aktien der großen Technologiekonzerne brachen drastisch ein.

3. April 2025, 2:28 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters,

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 Eine Person reagiert auf dem Parkett der New Yorker Börse.
Eine Person reagiert auf dem Parkett der New Yorker Börse. © Seth Wenig/​AP/​dpa

An den US-Börsen gab es nach der Ankündigung der neuen US-Einfuhrzölle hauptsächlich eine Richtung: nach unten. Vor allem die US-Aktienfutures und Technologiewerte stürzten ab. Die S&P-500-Futures verloren drei Prozent und die des techniklastigen Nasdaq-Indexes fast vier Prozent. Das deutet auf schwere Verluste bei der Eröffnung der US-Börsen am Donnerstag hin.

Auch die Aktien der großen Technologiekonzerne brachen im nachbörslichen Handel drastisch ein. Apple fiel um 6,1 Prozent, Microsoft um zwei Prozent und Nvidia um 4,7 Prozent. Amazon gab fünf Prozent nach, Meta fiel ebenfalls 4,7 Prozent und Tesla 5,9 Prozent. Für Alphabet ging es drei Prozent runter, für Alibaba 3,9 Prozent und für Netflix 2,8 Prozent.

In Tokio eröffnete die Börse im Minus. Der Nikkei rutschte zum Handelsstart um knapp 2,5 Prozent ab.

US-Notenbank rät zu Pause bei Zinssenkungen

Zuflucht suchten die Anleger im Gold. Der Preis für die Feinunze stieg zunächst um 0,7 Prozent auf  3157,23 Dollar. "Die Vergeltungszölle sind deutlich aggressiver als erwartet", sagte der unabhängige Metallhändler Tai Wong. Er erwartete einen weiteren deutlichen Anstieg des Edelmetalls, das vielen Investoren als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten gilt.

Aufgrund der erwarteten inflationären Wirkung der neuen Zölle plädierte die Direktorin der US-Notenbank Federal Reserve, Adriana Kugler, für eine Pause bei den Zinssenkungen. Neben den Auswirkungen der Zölle spiele dabei auch eine Rolle, dass sich die Fortschritte der US-Notenbank bei der Inflationsbekämpfung in letzter Zeit ohnehin verlangsamt hätten und womöglich sogar ins Stocken geraten sein könnten. Die Fed entscheidet am 7. Mai wieder über den Zinssatz.

Frankreich geht von Export-Einbruch bei Wein und Spirituosen aus

In Europa befürchten einige Branchen dramatische Einbußen durch die neuen Zölle. Frankreichs Wein- und Spirituosenexporteure erwarten einen Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent, teilte der entsprechende Branchenverband mit. 

Die deutsche Automobilindustrie warnte vor unabsehbaren Auswirkungen. "Die Folgen der 25-Prozent-Zölle, die ab dem 3. April mindestens auf Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und bestimmte Autoteile erhoben werden, sind noch schwer einzuschätzen", sagte Präsidentin des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Klar sei allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben werde und auch Arbeitsplätze koste.

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