Epstein-Skandal: Starmer will, dass Andrew Mountbatten-Windsor vor dem US-Kongress aussagt

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Im Oktober hatte Andrew Mountbatten-Windsor, damals noch Prinz, mit König Charles III. gesprochen, es ging um die Verstrickungen des jüngeren der beiden Brüder in den Epstein-Skandal. Das Ausmaß der Degradierung innerhalb der Familie sollte damals auch davon abhängen, was noch an weiteren Enthüllungen zu erwarten war. Die Bestrafung fiel dann familienverhältnismäßig hart aus, Andrew verlor alle Titel. Offenbar konnte er nicht garantieren, dass nicht noch mehr belastendes Material bekannt werden würde.

Nun kam bei der jüngsten Veröffentlichung von drei Millionen Dokumenten, die das US-Justizministerium bei seinen Ermittlungen gegen den Sexualverbrecher Jeffrey Epstein gesammelt hatte, tatsächlich noch mehr ans Licht. Viel mehr. Genug jedenfalls, um aus der royalen Affäre endgültig eine politische zu machen. Der britische Premierminister, Keir Starmer, gerade auf Japan-Tour, äußerte sich am Wochenende gegenüber mitgereisten Journalisten zum Fall: Mountbatten-Windsor, 65, solle vor dem US-Kongress aussagen und offenlegen, was er über die Verbrechen Epsteins wusste. Das sei er den Opfern schuldig.

Nun veröffentlichte Fotos zeigen Mountbatten-Windsor etwa auf allen vieren, unter ihm eine Frau. Zudem legen E-Mails laut Daily Telegraph etwa nahe, er habe während seiner Zeit als Handelsbotschafter für Großbritannien Informationen über Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan mit dem Millionär geteilt. Das sind nur die ersten Erkenntnisse, die Auswertung der Dokumente steht erst am Anfang.

Die BBC berichtet von einer zweiten Frau, die sagt, dass sie Andrew von Epstein zugeführt worden sei

Belegt ist längst, dass Andrew im März 2001 die damals 17 Jahre alte Virginia Giuffre traf, die mit Epsteins einstiger Partnerin, Ghislaine Maxwell, aus den USA angereist gekommen war. Giuffre verklagte den damaligen Prinzen später wegen sexuellen Missbrauchs, man einigte sich auf einen mutmaßlich zwölf Millionen Pfund schweren Vergleich. Detaillierte Anschuldigungen in einem im Oktober 2025 veröffentlichten Buch trugen zur Degradierung Mountbatten-Windsors im Herbst bei. Das Werk erschien damals posthum. Virginia Giuffre hatte sich im April vergangenen Jahres mit 41 Jahren das Leben genommen. Mountbatten-Windsor hatte die Vorwürfe stets abgestritten.

Am Samstag berichtete die BBC von einer zweiten Frau, die Andrew von Epstein zugeführt worden sein will. Nach einer gemeinsamen Nacht in seinem damaligen Zuhause, der Royal Lodge, habe sie eine Tour durch den Buckingham Palace bekommen, samt Teetrinken, sagte der Anwalt der Frau, die keine Britin und damals in ihren Zwanzigern gewesen sein soll. Dokumente in den nun veröffentlichten Dokumenten deuten an, dass Epstein im August 2010 ein Abendessen zwischen Andrew und einer 26 Jahre alten Russin arrangiert hat.

Sarah Ferguson blieb mit Epstein in Kontakt, nannte ihn „eine Legende“

Auch Mountbatten-Windsors Ex-Frau, Sarah Ferguson, 66, wird durch die nun veröffentlichten Dokumente abermals schwer belastet. Im Herbst hat sie ebenfalls sämtliche Titel verloren, nachdem bekannt geworden war, dass auch ihre Verbindung zu Epstein enger gewesen war und vor allem länger angedauert hatte als behauptet. 2009 etwa, ein Jahr nachdem Epstein wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, antwortete sie ihm auf die Frage, ob sie für die Tochter seines Anwalts etwas Besonderes in London veranstalten könne: „Ich kann alles organisieren.“ Epstein selbst war auf Einladung des Paars im Buckingham Palace, im Sandringham Palace und im Balmoral Castle zu Besuch.

Zwar distanzierte Ferguson sich zwischenzeitlich von dem verurteilten Verbrecher, „ich verabscheue Pädophilie“, sagte sie in einem Interview, in dem sie sich dafür entschuldigte, von dem Millionär Geld angenommen zu haben. Aber sie blieben in Kontakt, 2010 schrieb sie ihm: „Du bist eine Legende. Ich finde wirklich keine Worte, um meine Liebe und Dankbarkeit für deine Großzügigkeit und Freundlichkeit zu beschreiben. Ich stehe zu deinen Diensten. Heirate mich einfach.“ Im März 2011 versuchte er sie zu überzeugen, eine Erklärung abzugeben, dass er „kein Pädo“ und sie „getäuscht“ worden sei, sodass sie falsche Anschuldigungen über ihn geglaubt habe.

Ihr Mann gerät nun immer stärker unter Druck, sich offiziell zu den Geschehnissen zu äußern. Auch wenn das Verfahren gegen Epstein nach dessen Suizid in Haft abgeschlossen wurde, laufen in den USA diverse Ermittlungen. Den Opfern soll Gerechtigkeit widerfahren und weitere Täter sollen entlarvt werden. 16 demokratische Mitglieder  eines Ausschusses im US-Repräsentantenhaus haben Mountbatten-Windsor im Herbst aufgefordert, ein transkribiertes Interview über seine Freundschaft mit Epstein zu geben, bislang erfolglos. Da er kein US-Bürger ist, kann er nicht zur Aussage gezwungen werden.

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