Frankreich erhöht zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Zahl seiner atomaren Sprengköpfe. Das hat Präsident Emmanuel Macron angekündigt. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.
»Ich habe beschlossen, die Zahl der Sprengköpfe unseres Arsenals zu erhöhen«, sagte Macron auf einem Militärstützpunkt in Île Longue im Nordwesten Frankreichs, wo die ballistischen Raketen-U-Boote des Landes stationiert sind.
Zudem kündigte Macron gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an. »Deutschland ist ein Schlüsselpartner«, sagte Macron. »Die ersten Schritte der Zusammenarbeit werden noch in diesem Jahr beginnen, sie können Besuche strategischer Standorte sowie gemeinsame Übungen umfassen.« Zuletzt hatte bereits Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärt, er habe »erste Gespräche« mit Macron zu diesem Thema geführt und öffentlich darüber spekuliert, dass Flugzeuge der deutschen Luftwaffe zum Transport französischer Atombomben eingesetzt werden könnten.
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Neben der sich zuspitzenden Weltlage dürfte auch die außenpolitische Haltung der derzeitigen US-Regierung zu der Entscheidung beigetragen haben, das Arsenal zu erhören. Europäische Staats- und Regierungschefs hatten in der Vergangenheit wachsende Zweifel an den Zusagen der USA geäußert, Europa unter dem sogenannten nuklearen Schutzschild zu verteidigen.
Frankreich ist die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.
Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschießen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.
Frankreich und Großbritannien verabschiedeten im Juli eine gemeinsame Erklärung, die eine »Koordinierung« der Atomstreitkräfte beider Nationen vorsieht, obwohl diese unabhängig voneinander sind. Das Vereinigte Königreich, das zwar nicht mehr Mitglied der EU, aber Nato-Verbündeter ist, ist neben Frankreich das einzige andere europäische Land, das über Atomwaffen verfügt.
Macron hat bisher stets betont, dass jede Entscheidung über den Einsatz französischer Atomwaffen allein in den Händen des französischen Präsidenten liege.

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