Nahost: Irans Generalstabschef Mousavi getötet

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Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Israel: Iran greift erneut mit Raketen an

Medien: CIA half Israel, Chamenei zu orten

Trump: „Werden Iran mit noch nie gesehener Kraft schlagen“

Chamenei-Berater: Ein Trio soll Iran vorübergehend führen

Schah-Sohn Pahlavi bringt sich als Interimsführer ins Spiel 

Lilith Volkert

Irans Generalstabschef Mousavi ist tot

Bei den Angriffen auf Iran wurde auch der Generalstabschef der Streitkräfte, Abdolrahim Mousavi, getötet. Das berichten iranische Medien. Sein Name wurde im Staatsfernsehen zusammen denen anderer getöteter hochrangiger Vertreter genannt. Auch der Anführer der iranischen Revolutionswächter, Mohammed Pakpour, und der Vorsitzende des nationalen Verteidigungsrats, Ali Shamkhani, sind gestorben. 

Viktoria Spinrad

Irans Revolutionsgarden kündigen Rache an

Irans Revolutionsgarden haben Rache für den Tod von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei angekündigt. „Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen“, heißt es in einer von der libanesischen Hisbollah-Miliz verbreiteten Erklärung der Elitestreitmacht Irans.

Die Revolutionsgarden, die Streitkräfte der Islamischen Republik und die Basidsch-Milizen würden „inneren und äußeren Verschwörungen entschieden entgegentreten“ und die Aggressoren „mit einer abschreckenden und beispielhaften Antwort bestrafen“, heißt es in der Erklärung weiter. Alle Teile der Gesellschaft werden darin aufgerufen, sich an der Landesverteidigung zu beteiligen und vor der Welt „Solidarität und nationale Einheit zu demonstrieren“.

Julia Daniel

IAEA beruft Dringlichkeitssitzung wegen Angriffen auf Iran ein 

Die Internationale ‌Atomenergiebehörde (IAEA) hält am Montag ‌eine Dringlichkeitssitzung wegen der ​Angriffe ​der USA und Israels ​auf Iran ab. Das ‌von Russland beantragte Treffen beginne um ‌neun ‌Uhr, teilt ​die UN-Behörde mit. Diplomaten zufolge ​gibt es keine ‌Anzeichen dafür, dass bei den Angriffen am Samstag iranische Atomanlagen ⁠getroffen wurden. Der russische Botschafter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, hatte die Sondersitzung beantragt. Zuvor hatte auch bereits Iran unter Verweis auf eine „Bedrohung“ der nuklearen Einrichtungen im Land eine Sondersitzung gefordert.

Lilith Volkert

Iran: Pläne der USA und Israels vereitelt 

Der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, hat das Vorhaben der USA und Israels trotz des Todes von Ayatollah Chomeini als „vereitelt“ bezeichnet. „Die USA und Israel haben sich verkalkuliert und wollten mit gezielten Angriffen auf militärische Einrichtungen und der Tötung hochrangiger Funktionäre Unruhe und einen Machtwechsel in Iran auslösen“, sagte Laridschani laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Die Bevölkerung habe jedoch geschlossen reagiert und diese Pläne vereitelt, behauptete er. Zugleich kündigte Laridschani an, die iranischen Streitkräfte würden die Angriffe auf US‑Stützpunkte in der Region fortsetzen. 

Lilith Volkert

Israel: Iran greift erneut mit Raketen an

Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die Abwehrsysteme seien aktiviert, um sie abzuwehren, teilte die Armee mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in die Schutzräume zurückzukehren. In mehreren Gebieten des Landes heulten erneut die Sirenen. In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen iranischen Raketenangriffen in die Schutzräume eilen.

Julia Daniel

Medien: CIA half Israel, Chamenei zu orten

Laut einem Bericht der New York Times haben Informationen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA dazu geführt, dass Israel den tödlichen Anschlag auf Ayatollah Ali Chamenei ausführen konnte. Demnach habe die CIA Chamenei monatelang beobachtet und sei so in der Lage gewesen, ein Bewegungsprofil des obersten religiösen Führers Irans zu erstellen. So soll der US-Geheimdienst auch Kenntnis erhalten haben über ein Treffen der obersten Führer Irans am Samstagmorgen in Teheran. Daraufhin hätten die USA und Israel den Zeitpunkt ihres geplanten Angriffs entsprechend angepasst. Eigentlich sei der Militärschlag in der Nacht geplant gewesen, berichtet die New York Times. 

Lilith Volkert

Irans Parlamentssprecher droht Israel und den USA

Iran wird den Weg von Ayatollah Chamenei fortsetzen, sagte Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf in einer Fernsehansprache. Sich an US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wendend, ​sagt er, sie hätten eine rote Linie überschritten, dafür würden sie bezahlen. Iran werde ihnen so vernichtende Schläge versetzen, dass sie um Gnade flehen werden. Ghalibaf ist der ranghöchste iranische Politiker, der sich seit Beginn der Angriffe am Samstag geäußert hat.

Lilith Volkert

Trump: „Werden Iran mit noch nie gesehener Kraft schlagen“

US-Präsident Donald Trump warnt Iran vor Vergeltungsschlägen. „Iran hat gerade erklärt, dass es heute sehr hart zuschlagen wird, härter als jemals zuvor“, schreibt er auf der Plattform Truth Social. Er fährt in Großbuchstaben fort: „Das sollten sie aber besser nicht tun, denn wenn sie es tun, werden wir sie mit einer noch nie gesehenen Kraft schlagen!" 

Lilith Volkert

Chamenei-Berater: Ein Trio soll Iran vorübergehend führen

Nach der Tötung von Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei soll vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.

Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber. Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen. 

Viktoria Spinrad

Trump: Chance für friedliche Lösung nach Angriffen größer 

Die schweren Angriffe Israels und der USA auf Iran haben nach Meinung von US-Präsident Donald Trump die Chance auf eine diplomatische Lösung des Konflikts erhöht. Dieser Weg sei jetzt deutlich leichter als noch vor einem Tag, sagte Trump dem Sender CBS News zufolge in einem Telefoninterview. „Weil sie heftig verprügelt werden.“

Viktoria Spinrad

Schah-Sohn Pahlavi bringt sich als Interimsführer ins Spiel 

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, hat sich nach der Tötung von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei erneut als Übergangsführer Irans ins Spiel gebracht. „Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er in einem Meinungsbeitrag in der Washington Post. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Diese solle zunächst in einem Referendum verabschiedet werden. Darauf sollten dann freie Wahlen unter internationaler Aufsicht folgen. „Mit der Abstimmung der Iraner löst sich die Übergangsregierung auf“, schrieb er weiter.

Pahlavi betonte, dass Iran nicht die Fehler wiederholen wolle, die dem Irak-Krieg gefolgt seien. „Es wird keine Auflösung von Institutionen, kein Machtvakuum, kein Chaos geben“, schrieb er weiter. „Ein demokratischer Iran würde den Nahen Osten grundlegend verändern und einen der weltweit beständigsten Krisenherde in eine Stütze regionaler Stabilität verwandeln“, zeigte sich Pahlavi zuversichtlich. Ferner stellte er in Aussicht, den Erzfeind Israel „sofort anzuerkennen“.

Pahlavi, den sein autoritär regierender Vater, der letzte Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannt hatte, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. Während der jüngsten Massenproteste beanspruchte er aus dem Ausland eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. In den sozialen Medien hat er sich ein Millionenpublikum aufgebaut. Er gilt inzwischen als eine der einflussreichsten Oppositionsstimmen im Ausland.

Bei einem Auftritt in München wurde Pahlavi Mitte Februar wie ein Rockstar gefeiert, berichtet Tobias Matern. 

Viktoria Spinrad

Iran-Angriffe führen zu massiven Flugausfällen – Flughafen Dubai beschädigt 

Tausende Flüge wurden infolge des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten gestrichen. Der Flughafen Dubai – der weltweit verkehrsreichste Luftverkehrsknotenpunkt – wurde nach einem mutmaßlichen Luftangriff praktisch lahmgelegt. In den vergangenen 24 Stunden wurden mehr als 2300 Flüge von Bahrain bis Tel Aviv gestrichen, über 90 Prozent der Abflüge vom Flughafen Dubai fielen aus. Auch Doha und Abu Dhabi waren massiv betroffen. Zehntausende Passagiere sitzen fest. Die Region fungiert als globaler Drehkreuz-Knotenpunkt, der nahezu jeden Punkt der Welt mit nur einem Zwischenstopp in Dubai, Doha oder Abu Dhabi verbindet. 

Die Fluggesellschaft Emirates verlängerte Flugstreichungen bis Sonntagmorgen, Qatar Airways setzte Flüge bis auf Weiteres aus, Etihad mindestens bis Sonntagnachmittag. Da die großen Flughäfen keine klare Zeitangabe für die Wiederaufnahme des Betriebs machen können, wurden für Sonntag Hunderte weitere Flüge gestrichen. Indiens Luftfahrtbehörde meldete 410 stornierte Flüge am Samstag, für Sonntag werden 444 weitere Ausfälle erwartet.

Viktoria Spinrad

„Er wird nicht betrauert werden“: Reaktionen auf den Tod Chameneis

Der Sohn des 1979 vertriebenen Schahs Reza Pahlavi nannte Chamenei den „blutrünstigen Despoten unserer Zeit“ und Mörder von „Zehntausenden der tapfersten Söhne und Töchter Irans“. Mit seinem Tod habe die Islamische Republik faktisch ihr Ende erreicht „und wird sehr bald in den Mülleimer der Geschichte wandern.“ Der Tod des „Verbrechers“ könne zwar das vergossene Blut nicht rächen. Aber er könne als Trost für die verwundeten Herzen derer dienen, die ihr Leben in der Revolution gegeben haben.

Tech-Milliardär und Trumps ehemaliger Vertrauter Elon Musk zeigte sich zynisch: „Another one bites the dust“, schrieb er auf X, sinngemäß: noch einer, der ins Gras beißt.

Der Premierminister von Australien, Anthony Albanese teilte mit, dass der oberste Führer Irans „nicht betrauert werden wird“. „Ayatollah Ali Chamenei war verantwortlich für das Raketen- und Atomprogramm des Regimes, die Unterstützung bewaffneter Stellvertreter und dessen brutale Gewalt- und Einschüchterungsakte gegen das eigene Volk“, erklärt Albanese gegenüber Reportern. „Er war verantwortlich für die Organisation von Anschlägen auf australischem Boden. Sein Tod wird nicht betrauert werden.“

Viktoria Spinrad

Iranische Staatsmedien bestätigen Tod von Chamenei

Iranische Staatsmedien haben den Tod von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei bestätigt. Der 86-Jährige sei als „Märtyrer“ getötet worden, berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Chamenei sei am frühen Samstagmorgen in seinem Büro getötet worden. Zuvor war ein Tweet mit einem kämpferischen Motiv von seinem X-Account abgesetzt worden. Jetzt ist klar: Zu dem Zeitpunkt war er bereits tot.

Viktoria Spinrad

Saudi-Anführer soll Trump zu Angriffen auf Iran bewegt haben

Wie die Washington Post berichtet, soll der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman im vergangenen Monat mehrfach privat mit Trump telefoniert und sich für einen Angriff der USA ausgesprochen haben, obwohl er öffentlich eine diplomatische Lösung befürwortete. Das berichtet das Medium unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

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