Kann der vom Londoner Stararchitekten David Chipperfield geplante Elbtower weitergebaut werden? Die Pläne kommen offenbar voran. Inzwischen liege ein positiver Bauvorbescheid vor, sagte eine Sprecherin des Immobilieninvestors Dieter Becken.
Laut diesem Vorbescheid darf das ursprünglich mit 245 Meter Höhe geplante Gebäude auf 199 Meter gestutzt und teilweise für das geplante Naturkundemuseum genutzt werden. Deutschlands dritthöchstes Gebäude wird der Elbtower damit nicht mehr. Außerdem dürfe das Baukonsortium die Aussichtsplattform vom 55. auf den 43. Stock verlegen. Aktuell ist die Bauruine etwa 100 Meter hoch.
Zuvor hatte das »Hamburger Abendblatt« berichtet.
Baustopp im Oktober 2023
Becken verhandelt seit Dezember 2024 exklusiv mit dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf des halbfertigen Rohbaus am Ostende der HafenCity. Im Oktober 2023 hatte der Bauunternehmer Adolf Lupp dort die Arbeiten eingestellt, weil die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko Rechnungen nicht bezahlt hatte. Benko wurde inzwischen in zwei Prozessen verurteilt.
An dem Konsortium sind neben Becken
der Milliardär Klaus-Michael Kühne,
die Signal Iduna Versicherung,
das Bauunternehmen Adolf Lupp
sowie seit Kurzem auch der Gründer der Drogeriekette Rossmann, Dirk Roßmann, beteiligt.
Einer Eckpunktevereinbarung vom Oktober 2025 zufolge soll im Elbtower auch ein geplantes Naturkundemuseum untergebracht werden. Dafür will die Stadt fast die Hälfte des Gebäudes zu einem Festpreis von 595 Millionen Euro übernehmen. Zuletzt hatte zudem die Primestar Group den Zuschlag für ein Fünf-Sterne-Luxushotel mit 195 Zimmern und Suiten im Elbtower erhalten. Eröffnet werden soll das »Hilton Hamburg Elbtower« bis spätestens 2029.
Tschentscher: Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns »nicht null«
Becken zeigte sich mit Blick auf weitere Vermietungen sehr optimistisch, sprach im »Hamburger Abendblatt« von einem »Interesse am Elbtower, das größer ist als gedacht«.
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigte sich dagegen nicht ganz so euphorisch. Ob es mit dem Naturkundemuseum klappe, »ist noch nicht sicher. Es ist sehr kompliziert, so etwas wirklich zu Ende zu planen«, sagte Tschentscher im Podcast »Was wird aus Hamburg«. Die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns sei »nicht null«.

vor 2 Stunden
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