Mindestens 555 Menschen haben die USA und Israel bei Angriffen auf den Iran getötet. US-Präsident Donald Trump kündigte weitere Angriffswellen an. Das war der Tag
2. März 2026, 20:07 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, sko
Das israelische und das US-Militär haben auch am Montag ihre Angriffe auf den Iran fortgesetzt. US-Präsident Donald Trump sprach am Abend von "Hunderten Zielen" , die sein Militär angegriffen habe. In den vergangenen 36 Stunden hätten die USA mit ihren Partnern eine der "größten, komplexesten, überragendsten" Militäroperationen begonnen, "wie sie noch nie jemand gesehen hat", sagte er in einer Videoansprache auf Social Media.
Wie lange er die US-Angriffe auf den Iran weiterführen will, ist noch unklar. Trump sprach von "vier bis fünf Wochen", das US-Militär könne aber auch länger durchhalten, kündigte er an. Ziel der Operation "Epic Fury" sei es, das iranische Raketenprogramm und die Marine des Landes zu zerstören. Das US-Militär kontrolliert nach eigenen Angaben den iranischen Luftraum. Vier US-Soldaten sind bisher gestorben.
Zahlreiche Tote im Iran
Durch die Angriffe des israelischen und des US-Militärs sind iranischen Angaben zufolge mindestens 555 Menschen im Iran getötet worden. Auch Chameneis Ehefrau, die beim Angriff auf den Ajatollah Ali Chamenei stark verletzt worden war und im Koma gelegen hatte, soll ihren Verletzungen erlegen sein.
Der Iran ernannte einen neuen Verteidigungsminister. Irans oberster Sicherheitsbeamter Ali Larijani hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, "wahnhafte Fantasien" über die Folgen eines sich ausweitenden Krieges zu hegen. Die Schulen im Iran bleiben bis Ende März geschlossen. Im Iran wurde nach iranischen Angaben auch eine Klinik getroffen, genauso wie die Atomanlage in Natanz.
Bangen um Zypern
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern wurde nach griechischen Angaben Ziel eines weiteren iranischen Drohnenangriffs. Großbritannien hat einen Teil des Personals von dort abgezogen. Schon nachts war er getroffen worden. Beobachter sprachen von zwischenzeitlichem Luftalarm. Griechenland schickt zwei Fregatten und zwei Kampfjets zur Sicherung der Insel.
"Ich möchte klarstellen: Unser Land beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Operationen und hat auch nicht die Absicht, sich daran zu beteiligen", sagte Zypern Präsident Nikos Christodoulides. Es sind die ersten Angriffe auf ein EU-Land.
Zugleich stehen die europäischen Staaten nicht uneingeschränkt zu dem Angriff auf den Iran. Frankreich kritisierte die Angriffe auf den Iran wegen ihrer fehlenden Legitimität. Verteidigungsminister Boris Pistorius beriet mit Befehlshabern der Bundeswehr in der Golfregion. Außenminister Johann Wadephul schloss eine deutsche Beteiligung bei den Angriffen auf den Iran aus. Großbritannien und Spanien untersagten dem US-Miliär die Nutzung bestimmter Stützpunkte. Die EU ruft zur Deeskalation auf.
Angriffe auf die Golfstaaten
Der Iran hat den Tag über seinerseits weiterhin die Golfstaaten angegriffen. In Kuweit, in Katars Hauptstadt Doha, in Dubai, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrains Hauptstadt Manama gab es Explosionen. Diese wehrten sich: Katar hat etwa nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfjets abgeschossen.
Über Kuwait wurden zudem aus Versehen zwei US-Kampfflugzeuge abgeschossen. Alle Besatzungsmitglieder hätten überlebt, sagte ein Sprecher der Regierung. Sie würden derzeit medizinisch behandelt und befänden sich in "stabilem" Zustand. Hintergründe würden untersucht.
Die Revolutionsgarden wollen auch den Amtssitz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu angegriffen haben.
Gestrandete Touristen harren aus
Hunderttausende Reisende stecken in der Golfregion fest. Deutschland plant erste Rückholflüge. Zivile Flüge in die Region finden kaum noch statt. Mehrere Airlines haben aber angekündigt, in den kommenden Tagen wieder einzelne Flüge stattfinden zu lassen.
Die Türkei hat Einreisen für Iraner beschränkt. Türkische Staatsangehörige und Menschen aus Drittländern dürften aber aus dem Iran einreisen. Auch der Frachtverkehr laufe weiter. Hunderte versuchten offenbar, aus dem Land zu fliehen.
In der Straße von Hormus brennt ein Tanker. Die Wirtschaft leidet unter dem Krieg, Aktienkurse fallen. Der saudi-arabische Ölkonzern Aramco hat seine Raffinerie Ra's Tanura nach zwei Drohnenangriffen heruntergefahren.
Israel greift Hisbollah-Miliz im Libanon an
Das israelische Militär hat seine Angriffe auf den Libanon fortgesetzt. Dabei sollen mehr als 50 Menschen getötet worden sein, darunter der Geheimdienstchef der Hisbollah, Hussein Makled. Ziel seien hohe Funktionäre der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz, teilte das israelische Militär mit. Die libanesische Regierung hat militärische Aktionen der Hisbollah verboten.
Israel hat zudem die Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen. Ein sicherer Betrieb sei wegen der Gefahr von Raketenangriffen nicht möglich, teilte das Militär mit. Dies dürfte Auswirkungen für die Versorgung der notleidenden Bevölkerung haben.
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