"Ein Hungerkünstler" von Franz Kafka: 40 Tage kein Bissen

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Klassiker der Weltliteratur, neu erzählt für (ewige) Kinder – diesmal: "Ein Hungerkünstler" von Franz Kafka

Aus der ZEIT Nr. 06/2026 Aktualisiert am 8. Februar 2026, 18:10 Uhr

 "Ein Hungerkünstler" ist eine Erzählung von Franz Kafka, die erstmals 1922 erschien.
"Ein Hungerkünstler" ist eine Erzählung von Franz Kafka, die erstmals 1922 erschien. © Rebecca Tien/​laif

Iris Radisch erzählt Kindern die Weltliteratur. Diesmal "Ein Hungerkünstler" von Franz Kafka.

Viele Menschen stellen gerne Rekorde auf. Sechshundert Plastikweihnachtsbäume ins Wohnzimmer quetschen, sich zweihundertmal in einer Minute von einer Mücke stechen lassen, sich dreihundert T-Shirts auf einmal anziehen, solche Sachen. In der Geschichte Ein Hungerkünstler, die Franz Kafka 1922, zwei Jahre vor seinem Tod, geschrieben hat, isst ein Mann 40 Tage lang nichts. Keinen einzigen Krümel. Und das nicht, weil er nichts zum Essen hat, sondern nur, weil er besser hungern kann als alle anderen. Deshalb heißt er Hungerkünstler. Er könnte sogar noch viel länger nichts essen, aber vierzig ist eine runde Zahl. 86 Tage klingt nicht gut. Oder 167. Solche Zahlen vergisst man sofort wieder. Auch Jesus hat bei seiner Hungerkur auf die 40 gesetzt. 40 Tage einsam hungern in der Wüste, kein Brot, keine Menschen, nur Sand, Steine und Himmel, so etwas merken die Leute sich bis heute.

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