"Die Schule der Nacht" von Karl Ove Knausgård: Der Teufel trägt Fotoapparat

vor 1 Tag 1

Ein mittelmäßiger Künstler ist dieser Kristian Hadeland. Eigentlich gar kein Künstler, er ist Fotograf, besucht eine Kunstakademie, um wirklich gut zu werden. Und er fotografiert glänzend, das ist es nicht. Es sind aber einfach nur gute Bilder, technisch gut, interessant, ganz originell und langweilig auf hohem Niveau. Aber Hadeland will ein Genie sein. Er will echte, tiefe, radikale Kunst machen. Etwas Neues schaffen. Den Blick auf die Welt verändern. Die Welt selbst.

Der neue Band von Karl Ove Knausgårds Morgenstern-Reihe erzählt die Geschichte eines jungen Norwegers, der mit dunklen Mächten paktiert, um ein Genie zu werden. Ein Teufelsroman. Der norwegische Schriftsteller, der vor Jahren mit der viele Tausend Seiten langen, totalitären Ich-Enthüllung Min Kamp weltberühmt wurde, verfolgt seit einigen Jahren ein wieder sehr umfangreiches neues Romanprojekt, die Morgenstern-Reihe. Darin ist die Welt, wie wir sie kennen, durch die bloße Tatsache aus dem Gleichgewicht gebracht, dass ein neuer Stern am Himmel aufgetaucht ist. Etwas hat sich seither verändert: Die Menschen sterben nicht mehr. Und dadurch gerät das Leben hier auf dem Planeten langsam, aber unabwendbar aus dem Gleichgewicht.

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