Die Beatles fürs Kino: 4

vor 1 Tag 1

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Am Ende waren die Beatles zu viert. Das heißt, sie waren es nicht erst am Ende, sondern auch schon davor, mithin ein Quartett, kein Trio wie das Medium-Terzett und auch kein Quintett wie die Rolling Stones. Aber wie das so ist mit Zahlen – kaum hat man eine ausgesprochen, schon verschwimmt sie vor dem inneren Auge: Ist das nicht doch eine Fünf? Absolut! Die Beatles hatten tatsächlich ein fünftes Mitglied, mehrere sogar.

Gar nicht mal großzügig, sondern nur die aktenkundigen Aushilfs- oder Teilzeitbassisten beziehungsweise -schlagzeuger mitgerechnet, kommen wir schon mal auf fünf fünfte Mitglieder, den Produzenten George Martin, der ja nun wirklich ein fünfter Beatle war, wenn auch nur einer von vielen, noch gar nicht mitgezählt. Geht man jedoch , etwas strenger, danach, wer sich überhaupt nennenswert an den Instrumenten nützlich gemacht hat, dann sind es zwei, also zwei fünfte Beatles: Pete Best und Stu Sutcliff natürlich, eine wiederum überschaubare Anzahl an Zusatz- und ehemaligen Mitgliedern, aber immer noch mehr, als die meisten anderen Gruppen haben.

Waren’s am Ende 13?

Schon so betrachtet, kommt einem die Ankündigung des Regisseurs Sam Mendes eines jeden Einzelnen etwas genauer ins Visier nehmenden und damit logischerweise aus vier Filmen bestehenden Beatles-Kinoprojekts bei weitem nicht so großspurig vor, wie sie zunächst wirken mag. Man muss zwar überhaupt gar kein Auge zudrücken, um diese Menge als historisch korrekt durchgehen zu lassen. Aber es wäre mehr, es wären mehr Teile dringewesen, vielleicht nicht geradezu 13 wie in dem schönen Roman von Gerhard Henschel („Der dreizehnte Beatle“), aber so sechs bis acht ohne weiteres. Warum Mendes letztlich doch so bescheiden ist, wissen wir nicht, ist vielleicht auch nicht wichtig. Er kann ja so viele Beatles-Filme drehen, wie er will, wobei auch dem ungeneigten Fan einer vielleicht schon genügen würde, Hauptsache, er ist gut. Das steht natürlich, wie jedes Vorhaben, in den Sternen.

Paul ist Paul

Bei der nun bekannt gegebenen Besetzung der Haupt- um nicht zu sagen: der Titelrollen – es ist, soweit wir sehen, tatsächlich das erste Mal, dass eine Titelrolle gevierteilt wird, wobei die Darsteller in den Filmen wahrscheinlich nicht mit „Beatle Nummer eins“ und so weiter, sondern mit ihrem eigenen Namen angesprochen werden –, fiel uns auf, dass der für den Ringo vorgesehene Schauspieler genauso gut den John geben könnte, so ähnlich sieht er dem im Gesicht, während die Besetzung des Paul den Vorteil hat, dass der dafür vorgesehene und ja wahrscheinlich jetzt ebenfalls überglückliche Darsteller mit Vornamen ebenfalls Paul heißt, das ist praktisch und könnte sich, bei dem Projekt nicht zu verachten, kostensparend auswirken.

Mendes hat seine Genügsamkeit nicht weiter begründet. Aber wenn er hiermit fertig ist, womit für 2028 gerechnet wird, sollte er sich etwas wirklich Großes vornehmen, vielleicht die Les Humphries Singers oder am besten gleich die Fischer-Chöre.

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