Der Streaminganbieter DAZN und die Deutsche Fußball Liga (DFL) melden - pünktlich vor dem Champions-League-Hlabfinale zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain - einen wichtigen juristischen Erfolg gegen die Piraterie-Website „livetv.sx“. Es sei gelungen, gegen die „größte illegale Sport-Streaming-Plattform in Deutschland“ vorzugehen, teilten DAZN und DFL am Mittwoch mit. Der Zugang zu der Plattform müsse nun gesperrt werden.
Freenet muss die Seite von Netz nehmen
DAZN Limited, das als Kläger auftrat, und die DFL haben, um es genau zu nehmen, vor dem Landgericht Köln ein Versäumnisurteil erwirkt. Mit diesem wird ein sogenannter Zugangsprovider, also eines der Telekomunternehmen, die Nutzern mit ihrer Logistik erst Zutritt zum Internet verschaffen, angewiesen, „livetv.sx“ zu sperren.
Die Gerichtsentscheidung erging am 22. April und trägt das Aktenzeichen 14 O 68/26. Sie richtet sich, wie Recherchen der F.A.Z. ergaben, gegen den Anbieter Freenet. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, der Beklagte kann binnen zwei Wochen Einspruch einlegen. Wegweisende Bedeutung hätte die Sperre auch für die anderen großen Zugangsprovider auf dem deutschen Markt, etwa Telekom, Vodafone oder 1&1.
Betreiber vermutlich aus Russland
Die Betreiber von „livetv.sx“ (früher livetv.ru) werden in Russland vermutet, die digitale Adresse (Domain) war zeitweise in Kasachstan verortet. Zu sehen gibt es bei „livetv.sx“ Sportübertragungen aus aller Welt, darunter die großen Fußballwettbewerbe, von der Champions League über die Bundesliga bis hin zur 3. Liga. Die Nutzung ist strafbar.
Die Seite sei „seit mehr als 13 Jahren aktiv“ und stehe „Schätzungen zufolge für einen erheblichen Anteil des illegalen Sport-Streaming-Konsums“ im gesamten deutschsprachigen europäischen Raum, schreiben DAZN und DFL. „Trotz ihrer Größe, ihrer langen Existenz und ausgefeilter Versuche, Durchsetzungsmaßnahmen durch nicht kooperative Hosting-Anbieter, Content-Delivery-Netzwerke und Domain-Registrare zu umgehen“, unterliege die Seite nun einer Sperre. Weitere rechtliche Schritte „gegen verbundene Ableger“ würden geprüft. Koordiniert wurde der Fall über die CUII, Deutschlands Clearingstelle für Internetpiraterie.
Die Entscheidung des Gerichts, sagte der DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel, sei „von großer Bedeutung für den Rechteschutz“, in den die Bundesliga seit vielen Jahren investiere. In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der CUII, Strafverfolgungsbehörden und Partnern könne man „wirksamer denn je gegen illegale Streaming-Netzwerke vorgehen“. Dies sei „ein Meilenstein im Kampf gegen den Diebstahl von Inhalten in Deutschland“, sagte Ed McCarthy, Leiter des operativen Geschäfts der DAZN Group. Das Urteil schütze „den Wert des Sports“ und schaffe „einen faireren, nachhaltigeren Markt“. Es gehe darum, „ein klares Signal zu senden, dass Piraterie nicht toleriert wird“.

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