Chinas Militärmanöver vor Taiwan: 36 Militärflugzeuge, 21 Kriegsschiffe, ein Flugzeugträger

vor 1 Tag 1

Zwei Tage probte China den Krieg gegen Taiwan . Nun hat Peking seine groß angelegte Militärübung rund um die ostasiatische Inselrepublik nach eigenen Angaben beendet. Alle Übungen rund um Taiwan seien abgeschlossen, teilt das chinesische Militär mit.

Zuvor hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee mitgeteilt, die Einheiten übten im zentralen und südlichen Teil der Meerenge zwischen China und Taiwan, der Taiwanstraße. Anlass sei unter anderem, präzise Angriffe auf wichtige Ziele und gemeinsame Blockaden zu trainieren, erklärte der Oberst des Ostkommandos, Shi Yi. Bei der Übung trainierten nach Angaben Pekings auch Bodentruppen das Schießen über weite Distanzen auf simulierte Ziele im Ostchinesischen Meer.

Anders als am Vortag gab die Armee der Übung einen Namen und betitelte den Einsatz in Anlehnung an die Taiwanstraße »Meerengen-Donner-2025A«. Die Namensgebung dürfte signalisieren, dass in diesem Jahr eine weitere Übung folgt. Im vergangenen Jahr trainierte die Volksbefreiungsarmee im Mai unter dem Titel »Gemeinsames Schwert-2024A« um Taiwan. Später im Oktober lancierte China die Übung »Gemeinsames Schwert-2024B«.

Chinesischer Kampfjet während des Manövers am Himmel

Chinesischer Kampfjet während des Manövers am Himmel

Foto: Hector Retamal / AFP

Zweiter Tag der Übung

Am Dienstag hatte Peking bereits mitgeteilt, dass Luftwaffe, Marine und die Raketeneinheit rund um Taiwan zu üben begonnen hätten. Taiwans Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch bis zum Nachmittag mindestens

  • 36 chinesische Militärflugzeuge

  • sowie 21 Kriegsschiffe – darunter den Flugzeugträger »Shangdong«

  • und 10 Schiffe der Küstenwache vor seinen Inseln entdeckt.

Peking hielt sein Manöver nur wenige Tage vor einer von Taiwan geplanten Übung ab, diese soll vom 5. bis 18. April stattfinden. Dabei will das taiwanische Militär Szenarien simulieren, die eine mögliche Eskalation von Übungen Chinas bis hin zu einer tatsächlichen Invasion Taiwans beinhalten.

Testet China Landungsschiffe?

Mit seinem Manöver erhöht Peking erneut den Druck auf Taiwan. Denn China zählt Taiwan mit seinen 23 Millionen Einwohnern zu seinem Territorium, obwohl das Land seit Jahrzehnten eine von Peking unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik will sich Taiwan einverleiben und drohte bereits mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege funktionieren.

Anfang des Jahres tauchten zudem Berichte über neuartige chinesische Schiffe auf, die für eine Anlandung in Taiwan dienen könnten. »Die Kommunistische Partei Chinas entwickelt einen neuen Lastschifftypus«, erklärte das taiwanische Verteidigungsministerium gegenüber dem SPIEGEL damals . Das Konzept bestehe darin, mit einem langen Dock das »schnelle Entladen von Kampffahrzeugen und anderen Fahrzeugen zur Unterstützung von Landungsoperationen zu ermöglichen«.

Mehr über Chinas Schiffstest lesen Sie hier .

Kritik am Manöver

In Taipeh regiert seit 2016 die Demokratische Fortschrittspartei, die Peking als Separatisten betrachtet, weil eine Unabhängigkeit Taiwans Teil ihres Programms ist. Präsident Lai Ching-te erklärte, eine formale Unabhängigkeit nicht erklären zu wollen, da der Inselstaat schon ein unabhängiges Land sei.

Die Übung dient nach Angaben Pekings als Warnung und Abschreckung der »Unabhängigkeitskräfte Taiwans«, wie Außenamtssprecher Guo Jiakun am Vortag gesagt hatte. Taiwans Außenamt sowie Präsident Lai verurteilten das Manöver.

Kritik kam außerdem aus Brüssel. Die Übungen erhöhten die Spannungen in der Taiwanstraße, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU. Deutschland zeigte sich besorgt. Frieden und Stabilität in der Straße von Taiwan seien wichtig für die internationale Sicherheit und den Wohlstand, und damit berühre das Manöver »auch deutsche und europäische Interessen«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Sie richtete einen Appell an Peking: »Wir erwarten von der Volksrepublik China, als verantwortungsvoller internationaler Akteur zu agieren und Spannungen nicht weiter zu eskalieren.«

Auch die USA kritisierten Chinas Übung. Sie sind Taiwans wichtigster Verbündeter und haben sich verpflichtet, die Verteidigung des Landes zu unterstützen. Tammy Bruce, Sprecherin des US-Außenministeriums, erklärte, dass Chinas aggressive militärische Aktivitäten und Rhetorik gegenüber Taiwan einmal mehr nur dazu dienten, die Spannungen zu verschärfen und die Sicherheit in der Region und den Wohlstand der Welt zu gefährden. Angesichts dessen blieben die USA ihrem Partner Taiwan weiter verpflichtet.

Gesamten Artikel lesen