Breitenreiter über Ngankam: "Strenge Maßnahme, um ein Reset zu vollziehen"

vor 1 Tag 1

Jessic Ngankam fehlte zuletzt im Kader von Hannover 96. Am Mittwoch erklärte Coach André Breitenreiter nochmal, warum es dazu kam. Klare Worte gab es auch Richtung Boris Tomiak.

 Jessic Ngankam.

Agierte zuletzt unglücklich und flog aus dem 96-Kader: Jessic Ngankam. IMAGO/Noah Wedel

Beim torlosen Remis gegen Magdeburg fehlte Jessic Ngankam, der bitter lächelnd in Zivil durch die Katakomben lief: "So ist Fußball." Verletzt war der Stürmer nicht, sondern wurde vielmehr aus Leistungsgründen nicht berücksichtigt.

Am Mittwoch nahm André Breitenreiter auf der Pressekonferenz vor der Partie am Freitag beim Karlsruher SC (18.30 Uhr LIVE! bei kicker) nochmal Stellung zur Personalie Ngankam. Zunächst sei es für ihn immer unheimlich wichtig, "auch bei solch harten Entscheidungen in der Kommunikation mit den Spielern zu sein. Bei Jess ist es tatsächlich so, dass ich unheimlich viel von ihm halte und sehr großes Potenzial in ihm sehe - wie wahrscheinlich schon auch viele Trainer vor mir", verriet der Coach, ergänzte aber vielsagend: "Der große Durchbruch ist ihm allerdings bisher nirgendwo gelungen. Und das muss dann auch irgendwo seine Gründe haben. Und dann bin ich vielleicht ein etwas anderer Papa als andere."

Ngankam "war sauer und enttäuscht"

Wie das aussieht, wenn er ein anderer Papa ist, bekam der Stürmer vergangenes Wochenende eben zu spüren. "Ich versuche dann auch mal eine strenge Maßnahme zu machen, um ein Reset zu vollziehen." Breitenreiter hat seine Entscheidung dem Spieler gegenüber erklärt. "Er war natürlich sauer und auch enttäuscht. Er konnte es nicht nachvollziehen." Der letzte Treffer des Angreifers datiert vom 17. Januar (1:0-Sieg in Regensburg).

Allerdings legte Breitenreiter auch Wert darauf, dass er Ngankam nichts vorwerfen könne. "Er ist immer fleißig, aber auch unglücklich in vielen Momenten gewesen." Erst am Dienstag habe er mit dem 24-Jährigen ein gutes Gespräch gehabt. Genau wie alle anderen könne er sich über gute Trainingsleistungen wieder für einen Kaderplatz gegen den KSC anbieten.

Was Breitenreiter erwartet

Die Aufgabe für jeden Spieler zeichnete Breitenreiter deutlich auf: "Es geht darum, zu zeigen, dass ich besser bin als der andere und das am besten verlässlich und konstant." Ngankam habe gut trainiert, das Gespräch gut aufgenommen und deshalb sei er guter Dinge. Eine Garantie für einen Platz im Kader wollte Breitenreiter indes nicht ausstellen.

Breitenreiter über Tomiaks Bilanz: "Das ist ein Fakt"

Ein ähnliches Schicksal ereilte Boris Tomiak, der zuletzt nur noch auf der Bank saß. "Er kommt hierher und wenn er auf dem Platz steht, gewinnen wir kein einziges Mal. Das ist ein Fakt", obwohl es nicht nur an ihm liege. Das habe ihn runtergezogen, berichtet der Coach über den Winterneuzugang, "weil er sich ja auch selbst reflektiert und kritisch hinterfragt und diese positive Ausstrahlung verliert."

"Das ist die größte Challenge eines Trainers"

Es sei nachvollziehbar, dass auch er unzufrieden sei. Für ihn als Trainer sei es besonders wichtig, mit Spielern zu sprechen, "die hinten dran sind und mich nicht nur um die zu kümmern, die sowieso laufen. Es ist einfach, sich um die zu kümmern, die 15 Tore schießen oder die Nationalspieler sind. Ich muss alle mitnehmen und versuchen, gerade denen zu helfen, die aktuell nicht in einer so guten Verfassung sind. Und das ist die größte Challenge eines Trainers."

Auch Tomiak bescheinigte er eine gute Reaktion, verzichtete aber auch beim Abwehrspieler darauf, eine Kadergarantie auszustellen. Und so dürfte es sehr interessant werden, wer denn nun alles mit nach Karlsruhe reisen darf. Immerhin geht es ja noch darum, die Aufstiegschancen weiter zu untermauern.

tru

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