Bisons in den USA: Seltene Herden

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Was für ein Bild das gewesen sein muss. »Von einer Anhöhe aus hatte ich einen Blick über die Weite der Ebene«, schreibt der US-Offizier Meriwether Lewis am 29. August 1806 in sein Logbuch. »Nie zuvor habe ich mehr Bisons gesehen, 20.000 Tiere, wie sie dort unten weideten.« Vor Lewis liegen in jenem Sommer die Great Plains von South Dakota. Grasland. Indianerland. Bisonland. Lewis ist einer der ersten Amerikaner europäischer Abstammung, die diesen Teil des Kontinents betreten. Auf ihn folgt: eine Katastrophe.

Noch immer rührt der Anblick das Herz: die runden Rücken, das krause Fell. Wie Felsen stehen sie dort in der Prärie des Yellowstone-Nationalparks, im Mai 2026. Die Kühe mit Kälbern zwischen ihren Beinen, die gewaltigen Körper der Bullen, die nur darauf zu warten scheinen, loszudonnern. Schädel an Schädel. Horn an Horn. Es gibt sie noch, die wilden Bisons. Oder besser: Es gibt sie wieder. Viel weniger sind es als zu Lewis’ Zeiten, die Herden sind keine Zehntausende Tiere mehr stark, sondern bloß noch mehrere Hundert. Aber sie haben überlebt, gerade so.

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