Bangladesch und USA einigen sich auf Handelsabkommen

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Kurz vor den Parlamentswahlen in Bangladesch hat sich das südasiatische Land mit den USA auf ‌ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt. Der am Montag unterzeichnete Vertrag sieht unter anderem eine Senkung der US-Einfuhrzölle auf 19 Prozent vor.

Für bestimmte Textilien, die unter Verwendung von US-Baumwolle oder Kunstfasern hergestellt werden, sollen die Zölle ganz entfallen, sagte der Chef der Übergangsregierung, Muhammad Yunus. Bereits im August hatte ‌das Land eine Senkung der US-Zölle von ursprünglich geplanten 37 auf 20 Prozent ⁠ausgehandelt.

Für die Wirtschaft ist das Abkommen von großer Bedeutung: ‌Die Textilindustrie ist das Rückgrat der ‍Wirtschaft, steht für mehr als 80 Prozent der Exporteinnahmen und beschäftigt ‍rund vier Millionen Menschen. Derweil kämpft das Land mit hoher Inflation, schwindenden Devisenreserven und ist auf ‍Milliardenhilfen von IWF und Weltbank angewiesen.

Im ‍Gegenzug gewährt es Industrie- und Agrargütern aus den USA einen bevorzugten Marktzugang. Dazu gehören nach Angaben der Regierung in Washington unter ​anderem Chemikalien, Maschinen, Fahrzeuge sowie Sojaprodukte und Fleisch. ‌Zudem habe ⁠sich Bangladesch zur Einhaltung internationaler Arbeitsrechte und Umweltstandards verpflichtet.

Bangladesch vor Schicksalswahl

Die Einigung kommt wenige Tage vor den Wahlen in Bangladesch am Donnerstag. Das Land wird seit der Flucht von Ex-Ministerpräsidentin Sheikh ⁠Hasina im August 2024 von einer Übergangsregierung unter Yunus geführt.

Jahrelang war die Opposition in Bangladesch kaum sichtbar. Ihre Anführer saßen oft im Gefängnis, und auf den Straßen dominierten die Symbole der regierenden Awami-Liga. Doch vor der ‌Parlamentswahl am Donnerstag hat sich das Bild in der Hauptstadt Dhaka gewandelt. Wo früher das Symbol der inzwischen verbotenen Partei von Ex-Ministerpräsidentin Sheikh Hasina das Straßenbild prägte, hängen nun an Masten und Bäumen die Wahlplakate der Bangladesh Nationalist Party (BNP) und der islamistischen Jamaat-e-Islami.

Für das südasiatische Land ist es die erste echte Wahl mit einer ernst zu nehmenden Opposition seit 2009. Rund 128 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Zukunft des Landes zu entscheiden, nachdem ein Volksaufstand im Jahr 2024 Hasinas 15-jährige Herrschaft beendet hatte.

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