Gil Ofarim: Hotel-Mitarbeiter aus Leipzig äußert sich über Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn

vor 2 Stunden 1

Beim RTL-Dschungelcamp hat der Musiker Gil Ofarim seine Sicht auf die Antisemitismusvorwürfe gegen einen Hotelmitarbeiter geäußert. Nun meldet sich der Betroffene erstmals öffentlich zu Wort. In einem Interview mit der »Zeit« sprach er auch über Ofarims Auftritt in der Sendung »Ich bin ein Star, holt mich hier raus!«: »Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich«, sagte der Mitarbeiter, dessen Name in dem Gespräch nicht vollständig genannt wurde.

Der Musiker hatte 2021 Schlagzeilen gemacht, als er sich in einem bei Instagram veröffentlichten Video als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Hotelmitarbeiters darstellte. Später stellten sich diese Vorwürfe als falsch heraus. Ofarim nahm seine Darstellung in einem Verleumdungsprozess gegen ihn zurück. Das Verfahren wurde eingestellt (mehr dazu, wie der Antisemitismusskandal von Leipzig in sich zusammenfiel, können Sie hier nachlesen ). Der Mitarbeiter des Hotels hatte sich laut der »Zeit« bis jetzt noch nie in einem Interview zu dem Fall geäußert.

Er sei nach den Vorwürfen damals zur Polizei gegangen und habe Anzeige gegen Ofarim wegen Verleumdung erstattet. »Meine Social-Media-Konten liefen über, ich wurde bombardiert in einem Ausmaß, das man sich nicht vorstellen kann. Über meine dienstliche E-Mail-Adresse lief eine Morddrohung ein«, berichtete der Hotelangestellte. »Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film.«

Bei der Pressekonferenz am Tag danach sagte Ofarim, dass er nach den Kontroversen um seine Person gern ein neues Kapitel aufschlagen würde. »Ich bitte um Verständnis, dass ich mir nichts Sehnlicheres wünsche, als dass irgendwann mal einfach auch ein Neuanfang beginnen kann für alle. Darum bitte ich«, sagte er. Er habe fast fünf Jahre Zeit gehabt, das Geschehene zu verarbeiten, die Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht.

Gesamten Artikel lesen