Apple schickt Siri-Entwickler ins KI-Bootcamp

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Apple schickt angeblich eine größere Zahl von Entwicklern seiner Sprachassistenz Siri in einen mehrwöchigen KI-Lehrgang, damit diese lernen, wie sie KI-Coding-Tools für die Programmierung einsetzen können. Laut einem neuen Bericht will Apple dafür sorgen, dass das Team zu anderen Abteilungen im Hause aufschließt. Gerade die Arbeit des Siri-Teams steht in diesem Jahr besonders im Fokus der Öffentlichkeit, ist es doch bislang die im Jahr 2024 versprochene Weiterentwicklung des Sprachassistenten schuldig geblieben.

Es gehe um weniger als 200 Personen aus einer Gruppe von insgesamt mehreren hundert Entwicklern. Nach dem Bootcamp sollen noch rund 60 Entwickler im Kern-Siri-Team verbleiben. Weitere 60 sollen für Qualitätssicherung und Sicherheits-Evaluierung verbleiben. Apple plant offenbar, ein kleineres, schlagkräftigeres Team zu bilden, das mithilfe von KI-Coding-Tools eine höhere Effizienz erreicht.

Der Bericht von The Information, der sich auf namentlich nicht genannte Quellen im Unternehmen stützt, knüpft an frühere Veröffentlichungen an, die ein eher betrübliches Bild der Siri-Abteilung zeichneten. So soll das Siri-Team bei Apple intern seit Jahren als Nachzügler („laggard“) gelten. Es ist von aufgeblähten Strukturen und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit die Rede.

Offiziell lassen sich die durchgesickerten Informationen nicht bestätigen, weil Apple zu solchen Interna schweigt. Allerdings deuten die Ergebnisse und personelle Umwälzungen der vergangenen Monate und Jahre darauf hin, dass es in der Siri-Abteilung Apples nicht rund läuft. Die im Jahr 2011 erstmals veröffentlichte Sprachassistenz ließ schon vor dem Hype signifikante Weiterentwicklungen vermissen. Spätestens seit der Konkurrenz durch Chatbots wie ChatGPT, Claude und Gemini sieht Apples Siri aber richtig alt aus.

Das sollte sich mit der Einführung der Apple Intelligence, die auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Jahr 2024 vorgestellt wurde, signifikant ändern – tat es aber nicht. Stattdessen musste Apple die Veröffentlichung der angekündigten KI-Siri öffentlich verschieben. KI-Chef John Giannandrea nahm seinen Hut. An seiner Stelle hat Softwarechef Craig Federighi das Zepter übernommen. Er hat Mike Rockwell, der für die Vision Pro verantwortlich zeichnete, mit der Verantwortung für die Weiterentwicklung von Siri betraut.

Mit der Bekanntgabe, dass Google mit seinem KI-Modell Gemini künftig die Grundlage für die KI-Siri bildet, schien der erhoffte Neuanfang erreicht. Der jetzige Bericht von The Information deutet aber darauf hin, dass die zu bewältigende Arbeit für die Modernisierung offenbar doch viel umfangreicher ausfällt. Beobachter wundern sich, dass Apple Teile seines Siri-Teams zwei Monate vor der WWDC auf einen Lehrgang schickt. Es könnte aber darauf hindeuten, dass die für iOS 27 erforderlichen Arbeiten größtenteils abgeschlossen sind und sich der Blick des Teams teilweise schon auf die kommenden Schritte richtet.

Auf der Weltentwicklerkonferenz Apples, die am 8. Juni beginnt, werden mit iOS 27 erste konkrete Ergebnisse des Siri-Neustarts erwartet. Die neue Siri soll besser mit natürlicher Sprache zurechtkommen, gesprächiger sein und auch komplexe Aufgaben übernehmen können. Dazu gehört laut Brancheninsidern auch ein echter Chatbot-Betrieb mit eigener App, der längere Konversationen und eine Suchfunktion ermöglichen soll.

(mki)

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