Folgen des Irankriegs Internationaler Währungsfonds senkt weltweite Wachstumserwartung
Die hohen Preise für Öl und Gas setzen der Weltwirtschaft zu, besonders in der Eurozone. Auch eine globale Rezession schließen die IWF-Ökonomen nicht aus. Russland profitiert.
14.04.2026, 16.18 Uhr
Rohöltanker in der südchinesischen Provinz Shandong am 11. April 2026
Foto: CHINATOPIX / AP / dpaDer Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor den Risiken des Irankriegs für die Weltwirtschaft – und hat seine Wachstumsvorhersagen gekürzt. »Der globale Ausblick hat sich abrupt verdüstert«, sagt IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas. Hauptgrund sind die hohen Preise für Öl und Gas. Zuvor hatte die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump die Weltwirtschaft gebremst.
Für Deutschland prognostiziert der IWF nur noch ein Wachstum um 0,8 Prozent in 2026 und 1,2 Prozent für 2027. Zuvor hatte man mit 1,1 Prozent Wachstum gerechnet. Bereits vor zwei Wochen hatten führende Wirtschaftsforschungsinstitute mitgeteilt, man erwarte nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent für die deutsche Wirtschaft. Der »Energiepreisschock« durch den Irankrieg treffe die Erholung der deutschen Wirtschaft hart, sagt etwa Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.
Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten. Für die Eurozone werden in den kommenden zwei Jahren nun 1,1 und 1,2 Prozent Wachstum prognostiziert, jeweils 0,2 Punkte weniger als bisher vorausgesagt.
Die Annahmen seien allerdings nur gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden. Sollte der Krieg länger dauern, könnten die Folgen gravierender ausfallen. Der IWF rechnet mehrere Szenarien durch: Bei besonders negativen Annahmen dürfte die Weltwirtschaft dieses Jahr nur noch um rund zwei Prozent wachsen. Die Inflation würde dann nächstes Jahr auf über sechs Prozent nach oben schießen. Bei Werten von unter zwei Prozent wird von einer globalen Rezession gesprochen. Das gab es seit 1980 nur viermal. Im langfristigen Durchschnitt hat die Weltwirtschaft um 3,7 Prozent pro Jahr zugelegt.
Profiteur des Irankriegs ist Russland. Der IWF rechnet dort nun mit einem etwas höheren Wirtschaftswachstum als zuvor. Die USA spüren die Folgen als Netto-Exporteur von Energie ebenfalls weniger. Für die Vereinigten Staaten hält das IWF an seinen vorhergesagten Wachstumsraten von 2,3 bis 2,1 Prozent fest. Gleiches gilt für China und Indien. Einbrüche gibt es bei mehreren Golfstaaten.
Ärmere Schwellen- und Entwicklungsländer werden die Folgen des Kriegs deutlicher spüren als Industrienationen, erwartet der IWF. Unter anderem durch eine höhere Inflation. Weltweit dürfte die Teuerungsrate 2026 bei 4,4 Prozent liegen, 2027 bei 3,7 Prozent. Das sind 0,6 beziehungsweise 0,3 Punkte mehr als noch im Januar erwartet. 2025 waren es 4,1 Prozent. Neben Energie – für Öl wird dieses Jahr ein Anstieg von über 21 Prozent erwartet – wird auch bei Lebensmitteln mit größeren Preissprüngen gerechnet. Der Grund: höhere Kosten für Düngemittel und den Transport.
Der versprochene Aufschwung verschoben, die Prognosen düster, Ökonomen sind alarmiert: Welche Maßnahmen die Bundesregierung jetzt dringend umsetzen muss, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, lesen Sie hier .

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