Zum Abschluss des Wahlkampfs in Ungarn haben Ministerpräsident Viktor Orbán und sein chancenreicher Herausforderer, Oppositionschef Péter Magyar, erneut um die Stimmen der rund acht Millionen wahlberechtigten Bürger geworben. Orbán empfahl sich vor allem als Garant dafür, dass das Land nicht in den Krieg in der benachbarten Ukraine hineingezogen werde. Magyar wiederum betonte, dass es darum gehe, der Korruption Einhalt zu gebieten.
»Viele Millionen Ungarn werden morgen für ein europäisches, funktionsfähiges, menschliches, freies und unabhängiges Ungarn stimmen«, sagte Magyar am Vorabend der Parlamentswahl in der ostungarischen Stadt Debrecen vor mehr als 10.000 Anhängern seiner bürgerlichen Partei Tisza. »Die Theiß schwillt an!«, skandierten sie immer wieder. Die Abkürzung Tisza steht für den Parteinamen Respekt und Freiheit und bedeutet auf Ungarisch zugleich den Fluss Theiß, der durch das Land fließt und früher für seine Überschwemmungen bekannt war.
»Morgen werden wir die Staatspartei (Fidesz von Orbán) bezwingen und unsere wunderbare Heimat von Korruption, Lüge, Hassrede und Verarmung befreien«, rief er in die Menge. Während Orbán russische Agenten geholt habe und den Interessen Moskaus diene, werde seine künftige Regierung das Land wieder in Europa verankern. »Der Platz Ungarns ist, war und wird in Europa sein.«
Orbán spricht auch am Wahlkampfende über die Ukraine
Orbán wiederum sprach vor gut 2000 Anhängern vor der berühmten Fischer-Bastei auf der Budapester Burg. »Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl«, sagte er mit Blick auf den Krieg in der von Russland angegriffenen Ukraine. »Wir werden unsere Kinder nicht in den Krieg (in der Ukraine) ziehen lassen«, betonte er. »Wir haben nichts mit diesem Krieg zu tun, es ist ein Bruderkrieg zwischen zwei slawischen Völkern«.
Orbán wies zugleich den von vielen Kritikern geäußerten Vorwurf zurück, eine russlandfreundliche Politik zu betreiben. Dass der Vorwurf nicht stimme, zeige sich auch daran, dass die derzeitige US-Regierung ihn unterstütze. Dies sei ein Beweis dafür, »dass wir zum Westen gehören«, sagte Orbán. Vorher hatten US-Präsident Donald Trump und andere US-Politiker Orbán Erfolg bei der Wahl gewünscht. Zuletzt war US-Vizepräsident JD Vance nach Ungarn gereist, um Orbán im Wahlkampf beizuspringen .

vor 2 Stunden
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