Das BSW hat der AfD einen Brief geschickt und bietet eine Zusammenarbeit an. Zuerst berichtete „Bild“ darüber. Unterzeichnet ist das zweiseitige Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt, von den beiden Parteivorsitzenden und dem BSW-Generalsekretär.
Das BSW kritisiert darin einmal mehr die Brandmauer als undemokratisch und zählt Gemeinsamkeiten zwischen beiden Parteien auf – unter anderem die gewünschte Abwahl der Landesregierungen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
In diesem Zusammenhang bietet das BSW konkret an, im September, also kurz vor den Landtagswahlen, gemeinsam in Magdeburg und Schwerin im Wahlkampf aufzutreten: In einer „Debatte“ zwischen Sahra Wagenknecht und Alice Weidel auf einer Bühne – als Vertreterinnen zweier Parteien, die „aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft“ würden.
Zwar kritisieren die BSW-Parteichefs stellenweise AfD-Positionen, schließen aber damit, dass man einer Antwort „mit Spannung“ entgegensehe.
Neu sind die BSW-Avancen nicht
Neu sind die BSW-Avancen Richtung AfD nicht. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte erst Anfang des Monats einmal mehr für wechselnde Mehrheiten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern plädiert. Das nimmt auch das BSW-Schreiben auf. Wahlziel sei, so heißt es, die „Einbindung der AfD“ in wechselnde Mehrheiten und jeweils ein überparteilicher Ministerpräsident.
Aber auch wenn die AfD solche Annäherungsversuche des BSW gutheißen dürfte, bringen sie ihr nur begrenzt etwas. Das BSW steht in Sachsen-Anhalt bei unter fünf Prozent; in Mecklenburg-Vorpommern um die fünf Prozent, doch das dürfte der AfD zum Regieren nicht reichen.
Die AfD bestätigte dem Tagesspiegel am Montagnachmittag den Eingang des Schreibens. Die Parteivorsitzenden äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Angebot. Zwar ist das Schreiben auf den 26. Juni datiert. Auf dem Briefkopf hat das BSW allerdings eine falsche Adresse der AfD verwendet.

vor 2 Stunden
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