Wim Wenders erinnert sich an Baseballschläger-Drohung von Spike Lee

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Regisseur Wim Wenders, 80, dieses Jahr Jurypräsident der Berlinale, war schon 1989 beim Filmfestival von Cannes Chef des Preisgerichts – und erinnert sich an dramatische Reaktionen einiger Künstler. »In Cannes war Spike Lee nach der Preisverleihung stinksauer, dass sein Film ›Do the Right Thing‹ keinen Preis bekommen hat, und verkündete dann öffentlich, dass er in einer dunklen Gasse in New York mit einem Baseballschläger auf den Wenders wartet«, sagte Wenders dem »Tagesspiegel« .

»Gut, sein Film war klasse und bei der Presse sogar der Favorit. Aber eben nicht bei der Jury«, berichtete Wenders von der wohl nicht ganz ernst gemeinten Wutrede des US-Regisseurs. Man habe nicht genug Preise für so viele tolle Filme gehabt.

»Irgendjemand will immer den Baseballschläger rausholen«

Auf die Frage, ob er auch jetzt Angst habe, dass die Berlinale-Jury einen Fehler mache, sagte er: »Eigentlich nicht, wenn man sich gut und ehrlich ausgesprochen hat. Dann mögen zwar viele sagen, wir hätten die falschen Entscheidungen gefällt, aber das liegt in der Natur der Sache. Irgendjemand will immer den Baseballschläger rausholen.«

Er ergänzte: »Wenn ich’s mir recht überlege, gibt es nur einen Fehler, der Jurys unterlaufen kann: Wenn Jurymitglieder für einen Film kämpfen, weil er aus ihrem Land ist. Nationalität allein kann kein Kriterium sein.«

Wenders drehte Klassiker wie »Der amerikanische Freund« und »Der Himmel über Berlin«. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Filmkunst und seit den Siebzigerjahren weltweit erfolgreich mit seiner Kunst. Mit Spiel- und Dokumentarfilmen begeisterte er Zuschauende und Kritiker gleichermaßen. Zuletzt erhielt er viel Lob für den Spielfilm »Perfect Days« (2023), der für einen Oscar nominiert wurde.

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