Nato: USA geben offenbar zwei Nato-Kommandos an EU-Staaten ab

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Donald Trump will, dass Europa mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernimmt. Zwei wichtige Nato-Kommandos werden nun wohl an europäische Länder übertragen.

9. Februar 2026, 20:54 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP,

 Ein US-Flugzeugträger in Norfolk
Ein US-Flugzeugträger in Norfolk © Mc2 Samuel Wagner/​US Navy/​ZUMAPRESS/​dpa

Die USA werden offenbar die Führung von zwei wichtigen Nato-Kommandostellen an europäische Partner übergeben. Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP mit Bezug auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise melden, handelt es sich dabei um die Leitung des für den Süden zuständigen Nato-Kommandos in Neapel und des für den Norden zuständigen Kommandos in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. Die Leitung in Neapel soll demnach an Italien und die von Norfolk an Großbritannien gehen.

US-Präsident Donald Trump hatte gefordert, dass die europäischen Staaten mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen sollen. Das lange von den USA dominierte Militärbündnis müsse zu einer "europäisch geführten Nato" werden. 

Im Gegenzug würden die USA die Leitung dreier ‍operativer Kommandos übernehmen, sagten ein Militärinsider und eine weitere mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters. Diese seien zwar in der Hierarchie etwas niedriger angesiedelt, trügen aber erhebliche Verantwortung für ⁠militärische Einsätze. Dabei handele es sich um Kommandos der Luftwaffe, der Marine und des Heeres.

Wichtigste Kommandos bleiben bei USA

Ein Nato-Vertreter bestätigte auf ⁠Anfrage, die Verbündeten hätten sich auf eine ⁠neue Aufgabenverteilung geeinigt. Europäische Partner, einschließlich der neuesten Mitglieder, würden künftig ‌eine wichtigere Rolle in der ​militärischen Führung spielen. Die Entscheidung beziehe sich auf die "Planung künftiger Rotationen". 

Die wichtigsten Nato-Kommandos in den Bereichen Luft, Land und See liegen weiter bei den USA. Auch der Posten des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte in Europa verbleibt bei den Vereinigten Staaten.

USA bekennt sich zu Nato

Die europäischen Staaten hatten angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ihren jeweiligen Verteidigungshaushalt deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr verpflichteten sich die Nato-Verbündeten zu Verteidigungsausgaben in Höhe von insgesamt fünf Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung.

Zuletzt drohte der Konflikt um Grönland wegen Trumps Ansprüchen auf die Arktisinsel zeitweise, die Nato zu spalten. Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, sagte jedoch am Montag, dass der US-Präsident das westliche Militärbündnis stärken und nicht etwa "zerstören" wolle, indem er Europa zu mehr Engagement dränge. "Wir versuchen, die Nato zu stärken, nicht sie aufzulösen oder abzulehnen", sagte Whitaker. Vielmehr bemühe sich die US-Regierung, die Nato "so funktionieren zu lassen, wie sie als Bündnis von 32 starken und fähigen Verbündeten gedacht war".

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