Vivian Motzfeldt: Grönlands Außenministerin tritt wegen Regierungskrise zurück

vor 3 Stunden 2

Die Sozialdemokraten von Außenministerin Vivian Motzfeldt verlassen Grönlands Regierung. Sie hoffe, dass die USA die Entwicklung nicht ausnutzen, sagt die Ministerin.

14. März 2026, 0:49 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

 "In dieser Situation bin ich mit meiner eigenen Partei nicht einverstanden."
Grönlands bisherige Außenministerin Vivian Motzfeldt: "In dieser Situation bin ich mit meiner eigenen Partei nicht einverstanden." © Kevin Dietsch/​Getty Images

Rund ein Jahr nach der Parlamentswahl verlässt die sozialdemokratische Partei Siumut von Außenministerin Vivian Motzfeldt die grönländische Regierung. Regierungschef Jens-Frederik Nielsen kritisierte den Schritt. Die Partei sende damit das falsche Signal in Richtung USA, schrieb er auf Facebook. Vor dem Hintergrund der wiederholten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, hatte Nielsen im vergangenen Jahr eine breite Vier-Parteien-Koalition gebildet.

Auch Außenministerin Motzfeldt kritisierte die Entscheidung ihrer Partei. "In dieser Situation bin ich mit meiner eigenen Partei nicht einverstanden", sagte sie. Da sich ihre Partei aus der Koalition zurückzieht, müsse jedoch auch sie ihr Amt niederlegen, fügte sie hinzu. Sie hoffe, dass die Entwicklungen nicht von den USA ausgenutzt würden, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Als Außenministerin stand Vivian Motzfeldt mit ihrem dänischen Kollegen,  Außenminister Lars Løkke Rasmussen, im Zentrum der Gespräche mit der Regierung in Washington über die Annexionsdrohungen Trumps. Vorerst will Regierungschef Nielsen das Außenressort von Motzfeldt übernehmen.

Regierungschef Nielsen enttäuscht über Ausscheiden des Koalitionspartners

Grönlands Sozialdemokraten hatten seit einigen Tagen damit gedroht, die Koalition zu verlassen. Hintergrund sind die für den 24. März angesetzte Parlamentswahl in Dänemark und umstrittene Regeln für die Kandidaten im Wahlkampf. Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und Nato-Land Dänemark.

Nielsen teilte mit, er sei über das Ausscheiden des Koalitionspartners enttäuscht. "Die Äußerungen und Signale aus den Vereinigten Staaten haben deutlich gezeigt, dass wir uns im Zentrum einer ernsten geopolitischen Lage befinden", schrieb er. "Genau aus diesem Grund war es für mich wichtig, die größtmögliche Koalition zu bilden."

Nach der Wahl im März 2025 hatte Nielsen eine Koalition mit allen im grönländischen Parlament vertretenen Parteien gebildet – mit Ausnahme von Naleraq, der Partei, die sich am stärksten für eine rasche Unabhängigkeit von Dänemark einsetzt.

US-Präsident Trump hatte nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben. Er stürzte die Nato damit in eine tiefe Krise. Drohungen einer Übernahme mit Gewalt nahm er im Januar zurück. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte im Februar aber, Trump wolle das rohstoffreiche und strategisch wichtig gelegene Grönland nach wie vor besitzen.

Gesamten Artikel lesen