Juan Pablo Guanipa, ein Vertrauter von Friedensnobelpreisträgerin María Machado, ist wieder frei. Mehr als 700 Regimekritiker sitzen laut Aktivisten noch im Gefängnis.
8. Februar 2026, 23:20 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, vsp
In Venezuela sind weitere Gegner des entmachteten Staatschefs Nicolás Maduro aus dem Gefängnis freigekommen. Unter anderem wurde der prominente Oppositionelle Juan Pablo Guanipa aus der Haft entlassen, ein enger Vertrauter der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Das bestätigte seine Familie.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal kamen zehn weitere politische Gefangene auf freien Fuß. Seit der Ankündigung der Regierung vom 8. Januar, eine neue Serie von Freilassungen zu beginnen, seien damit bereits 383 Inhaftierte freigekommen.
"Mehr als acht Monate ungerechtfertigte Haft"
Der Oppositionspolitiker Guanipa war im Mai 2025 festgenommen worden, nachdem er sich monatelang versteckt gehalten hatte. Die Behörden hatten ihm die Planung eines terroristischen Komplotts vorgeworfen. Seine Familie und sein politisches Umfeld wiesen die Anschuldigungen stets zurück. Guanipas Sohn Ramón sprach von "mehr als acht Monaten ungerechtfertigter Haft".
Guanipa selbst sagte nach seiner Freilassung: "Es gibt viel über die Gegenwart und Zukunft Venezuelas zu reden, immer mit der Wahrheit im Mittelpunkt." Friedensnobelpreisträgerin Machado begrüßte den Schritt auf X und forderte die Freiheit für alle verbliebenen politischen Gefangenen.
Guanipas Sohn äußerte sich ähnlich: "Es sind noch hunderte Venezolaner zu Unrecht in Haft. Wir verlangen die sofortige, gänzliche und bedingungslose Freilassung aller Gefangenen". Der Organisation Foro Penal zufolge hält Venezuela noch mehr als 700 politische Gefangene fest.
Übergangspräsidentin hat Amnestie angekündigt
In Venezuela verschiebt sich nach der gewaltsamen Entmachtung Maduros durch das US-Militär gerade die politische Situation. Unter dem Druck der USA hatte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez im vergangenen Monat die Entlassung politischer Gefangener verkündet. Sie erfüllt mit den Freilassungen Forderungen der USA, die auch an Bedingungen für Ölgeschäfte geknüpft sind.
Vergangene Woche gab Rodríguez dann eine Massenamnestie für Häftlinge bekannt, die wegen "politischer Gewalt" einsitzen. Außerdem teilte sie mit, das berüchtigte Gefängnis El Helicoide in Caracas schließen zu lassen. Das Amnestiegesetz soll am Dienstag in Kraft treten und "den gesamten Zeitraum politischer Gewalt von 1999 bis heute" abdecken.
Nach der Gefangennahme und Entführung Maduros in die USA hat Rodríguez vorerst das Präsidentenamt übernommen. Maduro sitzt in New York in Haft, wo ihm unter dem Vorwurf des Drogenterrorismus der Prozess gemacht werden soll.

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