Portugal: Sozialist Seguro liegt bei Präsidentenwahl in Portugal vorn

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António José Seguro hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal gewonnen. In Hochrechnungen kommt er auf etwa 70 Prozent der Stimmen.

8. Februar 2026, 22:06 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters,

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 Dass sich an Seguros Sieg im Zuge der Auszählungen noch etwas ändert, gilt als kaum möglich.
Dass sich an Seguros Sieg im Zuge der Auszählungen noch etwas ändert, gilt als kaum möglich. © Ana Brigida/​AP/​dpa

Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal liegt ersten Hochrechnungen zufolge der gemäßigt sozialistische Kandidat António José Seguro deutlich vor seinem rechtsextremen Konkurrenten André Ventura. Nach Auszählung von rund 70 Prozent der Stimmen kommt Seguro auf 64 Prozent der Stimmen, Ventura hingegen nur auf 36 Prozent. 

Damit wird Seguro im März die Nachfolge des amtierenden konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa antreten, der nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte.

Rechtsextremer Ventura konnte Rückhalt ausbauen

Seguro hatte sich im Wahlkampf als Kandidat einer "modernen und gemäßigten" Linken präsentiert, der politische Krisen abwenden und demokratische Werte verteidigen wolle. Aufgrund der Sorge vor ​Venturas rechtspopulistischem Kurs erhielt er nach der ersten Runde auch Unterstützung von ‍prominenten Konservativen in Portugal.

Trotz der Niederlage in der Stichwahl um das Präsidentenamt konnte Ventura die Zustimmung zu einer rechtsextremen Agenda weiter steigern. Mit seinen 36 Prozent der Stimmen erzielte er ein besseres Ergebnis ‍als zuletzt seine Anti-Establishment-Partei Chega bei der vergangenen Parlamentswahl. Diese kam im vergangenen Jahr auf 22,8 Prozent der Stimmen und stieg damit bereits zur zweitstärksten Kraft hinter ⁠dem regierenden Mitte-Rechts-Bündnis auf.

Portugal ist von schweren Unwettern geplagt

Rund elf Millionen Portugiesinnen und Portugiesen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Weil in Portugal derzeit schwere Unwetter herrschen, wurde eine niedrigere Wahlbeteiligung für möglich gehalten. Eine Forderung Venturas, die Wahl wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen zu verschieben, wurde abgelehnt. Angaben der Wahlbehörde zufolge ist die landesweite Verschiebung einer Wahl in Portugal rechtlich nicht erlaubt.

Es war die erste Stichwahl zur Wahl des Staatsoberhauptes in Portugal seit 1986. Das Amt des Präsidenten in Portugal ist überwiegend repräsentativ. Dennoch verfügt das ⁠Staatsoberhaupt jedoch ⁠wichtige Befugnisse. Der Präsident kann zum Beispiel unter bestimmten Umständen ‌das Parlament auflösen, den Ministerpräsidenten entlassen, Neuwahlen ausrufen ​und Gesetze per Veto blockieren.

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