Dass er mit seinem Auftritt in Grönland Ende Januar daneben lag, war dem Satiriker Maxi Schafroth wohl spätestens klar, als er sich vor dem Kulturzentrum in der Hauptstadt Nuuk anschickte, die US-Flagge zu hissen. Mitarbeiter der Einrichtung hinderten ihn daran, die Stars and Stripes hochzuziehen.
Die Bürgermeisterin Avaaraq Olsen schrieb auf Facebook, das Hissen der „Flagge der militärischen Supermacht, die seit Wochen militärische Gewalt gegen unser Land andeutet“, sei „kein Scherz. Das ist nicht lustig. Das ist immens schädlich“ und ,keine Satire, sondern „rücksichtsloses Verhalten in einer Gemeinschaft, die ohnehin schon unter psychischem Druck steht“. Schafroth entschuldigte sich und bekam eine Geldstrafe aufgebrummt.
Wie witzlos die Aktion war, ist auch dem Magazin „Extra 3“ des NDR aufgegangen, in dessen Auftrag Schafroth unterwegs war. Und so erklärte sich Moderator Christian Ehring in der Ausgabe vom vergangenen Freitagabend in eigener Sache. Man habe den „Fehler gemacht, dass wir eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist, als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA“.
Und dass dies ein Fehler war, so Ehning, darauf hätte man von vornherein kommen können. Er habe selber gemerkt, sagte der gescheiterte Vor-Ort-Pseudoreporter Schafroth, „dass wir uns da vergriffen haben, da haben wir den Spieltrieb etwas übertrieben“. Es sei nicht darum gegangen, die Grönländerinnen und Grönländer „mit einer sinnlosen Aktion zu verletzten“, ergänzte Moderator Ehring. „In dem Fall“, so müsse man feststellen, „lagen Satire und Realität näher beieinander als die USA und Grönland.“

vor 9 Stunden
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