Die UN dokumentieren in einem Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen in Libyen. Auch die EU wird kritisiert – für ihre Zusammenarbeit mit libyschen Akteuren.
17. Februar 2026, 13:48 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, mga
Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen hat angesichts von Menschenrechtsbrüchen in Libyen die Rolle der Europäischen Union kritisiert. Die EU müsse mehr tun, um Rückführungen von Flüchtenden in das nordafrikanische Land zu stoppen. In Libyen würden Migranten vielfach systematisch gefoltert und missbraucht.
Zwar führt die EU nicht selbst Menschen nach Libyen zurück. Allerdings unterstützt sie Kräfte, die Abreisen verhindern sollen oder Rückführungen durchführen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache wird kritisiert. Diese hat den Auftrag, Boote mit Geflüchteten an Bord, die über das Mittelmeer in Richtung Europa gelangen wollen, zu stoppen.
Die Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin spricht in diesem Zusammenhang von "Vereinbarungen mit Gewaltakteuren". So bildeten etwa Griechenland und Italien Kräfte des Offiziers Chalifa Haftar aus, dem faktischen Herrscher in Ostlibyen. Diese sollen Abreisen von Booten verhindern.
Hintergrund der Kritik an der EU ist ein jüngst vom UN-Menschenrechtsbüro veröffentlichter, 47-seitiger Bericht (PDF) mit dem Titel "Business as Usual: Menschenrechtsverletzungen und Misshandlungen von Migranten, Asylsuchenden und Geflüchteten in Libyen". Darin heißt es, Migranten würden in Libyen Opfer krimineller Menschenhandelsnetzwerke, die in vielen Fällen Verbindungen zu libyschen Behörden oder Machtstrukturen hätten.
Für den Bericht sprachen UN-Mitarbeiter mit fast 100 Betroffenen aus 16 Ländern in Afrika, swm Nahen Osten und Südasien. So konnten sie schwere Menschenrechtsverletzungen dokumentieren, darunter Vergewaltigungen, Folter, Zwangsarbeit und Zwangsprostitution.
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