Vertreter Russlands und der Ukraine setzen ihre Verhandlungen in Abu Dhabi fort, die USA sollen vermitteln. Unterdessen greift Russland weiter die Ukraine an.
4. Februar 2026, 13:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, yer
In Abu Dhabi werden die Gespräche zwischen Unterhändlern aus der Ukraine und aus Russland über ein mögliches Kriegsende fortgesetzt. Vertreter der USA nehmen als Vermittler an den Gesprächen teil. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, bestätigte ebenso wie russische Nachrichtenagenturen den Beginn der zweitägigen Verhandlungen. Eine erste trilaterale Gesprächsrunde in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hatte Mitte Januar stattgefunden.
Angeführt wird die ukrainische Delegation in Abu Dhabi erneut von Umjerow. Auch die russische Delegation ist nach Angaben der russischen Führung unverändert. Für Russland nahmen im Januar der Leiter des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, und andere Generäle teil. Das Weiße Haus bestätigte den US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner als Teilnehmer des Treffens.
Als ein mögliches Ergebnis nannte Umjerow einen weiteren Austausch von Gefangenen zwischen Russland und der Ukraine. Die ukrainische Delegation werde mit den Amerikanern auch über Vereinbarungen zu Sicherheitsgarantien und zum Wiederaufbau sprechen, kündigte er im ukrainischen Fernsehen an.
Selenskyj erhebt Vorwürfe gegen Russland
Vorab warf die ukrainische Regierung der russischen Seite vor, gegen eine von den USA vermittelte Teilwaffenruhe verstoßen zu haben. "Es war ein Vorschlag der USA: während der diplomatischen Verhandlungen und bei solch kaltem Winterwetter die Angriffe auf die Energieversorgung einzustellen", sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Russland habe auf diese persönliche Bitte des US-Präsidenten Trump mit einer Rekordzahl eingesetzter Raketen reagiert. Selenskyj kündigte eine veränderte Haltung seiner Unterhändler in Abu Dhabi an, ohne Details zu nennen.
In der Nacht zum Dienstag, einer der kältesten des Winters, hatte eine weitere Welle schwerer Luftangriffe Kyjiw, Charkiw und andere ukrainische Städte getroffen. Erneut saßen Millionen Menschen bei strengem Frost ohne Strom und Heizung da. Die Reparaturarbeiten an dem seit Monaten beschädigten Netz wurden zurückgeworfen. Selenskyj teilte mit, dass auch am Mittwoch in Kyjiw noch 1.100 Wohnblocks ohne Heizung waren. In der Nacht auf Mittwoch starben erneut mehrere Menschen in der Ukraine durch russische Drohnenangriffe.
Trump hatte am Dienstag (Ortszeit) gesagt, dass er in den russischen Luftangriffen keinen Verstoß gegen seine Absprache mit Putin sehe. Dieser habe sein Wort gehalten und eine Woche lang auf Angriffe verzichtet, sagte Trump. Am 29. Januar hatte der US-Präsident verkündet, Putin habe seiner Bitte um eine begrenzte Waffenruhe von einer Woche zugestimmt – ohne dabei auszuführen, ab wann dieser Verzicht gelten solle.

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