Ukraine: Donald Trump knüpft Sicherheitsgarantien laut Wolodymyr Selenskyj an Rückzug aus dem Donbass

vor 1 Stunde 1

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj machen die USA Sicherheitsgarantien für ein mögliches Friedensabkommen von weitreichenden Gebietsabtretungen abhängig. Washington verlange, dass die Ukraine den gesamten Donbass im Osten des Landes an Russland abgibt, sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview.

US-Präsident Donald Trump dränge auf ein schnelles Ende des Krieges, der vor vier Jahren mit der russischen Invasion begonnen hatte. Selenskyj führte das auch auf den Konflikt der USA mit Iran zurück. Der Nahe Osten habe »definitiv Auswirkungen« auf Trumps nächste Schritte, sagte er.

Selenskyj betonte erneut, Sicherheitsgarantien internationaler Partner seien nötig, damit Russland nach einem Abkommen die Kämpfe nicht wieder aufnimmt. »Die Amerikaner sind bereit, diese Garantien auf hoher Ebene zu gewähren, sobald die Ukraine bereit ist, sich aus dem Donbass zurückzuziehen«, sagte Selenskyj. Er ⁠warnte jedoch davor, ⁠dass ein solcher Rückzug die Sicherheit der Ukraine und damit Europas gefährden würde. Die Region verfüge über starke Verteidigungspositionen, die man Russland überlassen würde.

Selenskyj: Noch Arbeit bei Sicherheitsgarantie-Papier

Im Januar hatte Selenskyj noch erklärt, ein Dokument zu Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine und den USA sei »zu 100 Prozent« fertig und warte auf die Unterzeichnung. Nach Gesprächen zwischen US- und ukrainischen Vertretern am Dienstag in Miami sagte er nun, es gebe noch Arbeit.

Russland fordert seit Langem die Übergabe der Gebiete im Donbass, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die russischen Streitkräfte rücken an der Front in der Ostukraine langsam vor. Militärexperten zufolge könnte es mehrere Jahre dauern und einen massiven Truppeneinsatz erfordern, um die Region vollständig zu erobern. Dort gibt es einen »Festungsgürtel« aus Städten und ausgebauten Verteidigungsstellungen.

Nach schweren russischen Angriffen auf ukrainische Städte dankte Selenskyj der US-Regierung für die anhaltende Bereitstellung von Patriot-Flugabwehrsystemen. In der Ukraine hatte es Befürchtungen gegeben, Lieferungen von US-Raketen könnten wegen des Konflikts am Golf versiegen. Patriot-Systeme sind nach Selenskyjs Darstellung die einzigen Waffen, mit denen russische ballistische Raketen abgeschossen werden können. Die Lieferungen seien nicht gestoppt worden, sagte er. Zugleich betonte er, die Menge reiche nicht aus.

Die Ukraine mache zudem Fortschritte bei der Produktion eigener Langstreckenraketen und Drohnen. Das ermögliche es den Streitkräften, als Reaktion auf Angriffe Ziele weit im russischen Landesinneren anzugreifen.

Gesamten Artikel lesen