Thorup: Dem Selbstvertrauen freien Lauf lassen

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Seit elf Spielen ist der FC Augsburg in der Bundesliga ungeschlagen und empfängt nun den FC Bayern. Das Selbstvertrauen könnte nicht größer sein, der Kader steht komplett zur Verfügung.

 Augsburgs Trainer Jess Thorup.

Fährt gerne mit dem Rad zum Training und hofft auf eine Überraschung gegen den FC Bayern: Augsburgs Trainer Jess Thorup. IMAGO/kolbert-press

Der Ärger über das 1:1 in Hoffenheim ist verraucht, bei dem ein unberechtigter Handelfmeter für das erste Gegentor nach 684 Minuten für den FC Augsburg gesorgt hatte. Der Fokus: Voll auf das Flutlichtspiel gegen den FC Bayern am Freitagabend. "Die Leistung in Hoffenheim hat für mich in der ersten Halbzeit nicht gestimmt. So haben wir keine Chance gegen einen Gegner wie den FC Bayern", warnte Trainer Jess Thorup am Mittwochmittag.

Und dennoch: Auch diese Partie hat seine Mannschaft nicht verloren, sie hat seit dem 0:1 zum Jahresauftakt gegen den VfB Stuttgart sechs Siege und fünf Unentschieden eingefahren. "Wir kommen mit viel Selbstvertrauen, aber das werden wir auch brauchen", blickte Thorup voraus. Sein Team müsse die Basics abrufen plus die Chancen nach vorne nutzen.

Berisha ist als Joker eingeplant

Bremsen will er das Selbstbewusstsein seines Teams nicht. "Das lasse ich laufen, denn dieses Gefühl kommt nicht von alleine, man muss es über längere Zeit aufbauen", erklärte der Däne, der auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann. Auch auf Mergim Berisha, der den 1:0-Siegtreffer am 7. Spieltag der Saison 2022/23 gegen die Münchner erzielte. Der Angreifer ist nach seiner Oberschenkelverletzung noch nicht bereit für 90 Minuten und als Joker eingeplant.

Viel ändern wird Thorup wie üblich nicht. Gut möglich, dass Samuel Essende im Sturm anstelle von Phillip Tietz beginnt, nachdem er in Hoffenheim getroffen hat. Kristijan Jakic könnte Thorup als zusätzliche Absicherung einbauen, dann müsste wohl Fredrik Jensen weichen.

"Wir brauchen offensive Ansätze"

In jedem Fall soll es anders laufen als im Hinspiel beim 0:3. Zwar stand es bis in die Nachspielzeit nur 0:1 durch einen verwandelten Elfmeter von Harry Kane, nach Ausgleich roch es aber nie. "Wir haben damals 60, 65 Minuten gut gegen den Ball gespielt, aber wenig mit Ball gemacht. So hat man gegen sie keine Chance. Wir brauchen offensive Ansätze, können nicht 90 Minuten verteidigen", sagte Thorup.

Auf die Frage, wie Kane zu stoppen sei, antwortete er mit "Manndeckung" und lachte. "Das machen wir natürlich nicht, wir müssen zusammen ein Auge auf ihn haben, in der Hinrunde hat er ein überragendes Spiel gemacht." Alle drei Tore gingen seinerzeit auf das Konto von Kane.

Für einen Erfolg gegen den Rekordmeister wird es eine gute Mischung brauchen. Die 2025 beste Defensive der fünf großen Ligen Europas muss erneut gut stehen, sie ließ seit Jahresbeginn erst vier Gegentore zu. Allerdings sind 105 Torchancen nach 27 Spieltagen die wenigsten der gesamten Liga, es müssten mehr sein oder mit maximaler Effizienz klappen.

Frank Linkesch

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